Alpines Gleitschirmfliegen

Nur wenige folgen dieser Einladung: O menschliches Geschlecht,
zum Höhenflug geboren, warum nur fällst du bei so schwachem Wind?

(Dante Alighieri, Il Purgatorio, 12. Gesang)

Start vom Hohen Nock, SengsengebirgeWenngleich Dante sich Anfang des 14. Jahrhunderts mit dieser Terzine aus seiner Göttlichen Komödie keineswegs auf den antiken Ikarusmythos beziehen will, beim alpinen Gleitschirmfliegen kann man sie eins zu eins so als Warnung stehen lassen: Höhenwinde gehören neben Lawinen zu den unberechenbarsten Gefahren, die uns in der Natur begegnen können.
Natürlich kann man behaupten, dass der Gleitschirm dem alpinen Felsklettern in puncto Komplexität und Erlebnispotenzial nicht das Wasser reichen könne. Das Fliegen unter günstigen Bedingungen ist kinderleicht, ein vergleichsweise passives Vergnügen. Und dennoch, der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit, und hier geht er mit denkbar einfachen Mitteln in Erfüllung.
Regelmäßig werden wir am Berg gefragt, speziell von älteren Semestern, ob sie da nicht einfach mit hinunterfliegen könnten. Ein Sport für Genießer? - Und doch bescheren die Winde immer wieder Scheiben, GroßsölkÜberraschungen, bei denen man in Sekundenschnelle zu seinen Entscheidungen stehen muss ...
Mitte der 80er Jahre wurden in Mitteleuropa die ersten Gleitschirmkurse angeboten. Zusammen mit ein paar Freunden holte Erich sich bei erstbester Gelegenheit den Schein: „Nach vielleicht einem Dutzend Wiesenhüpfer innerhalb von vier eher gemütlichen Tagen ist die Ausbildung abgeschlossen. Wir haben die Fluglehrer in Verdacht, dass sie selber noch nie von einem wirklichen Berg geflogen sind. So wurde man denn ins Hochgebirge entlassen, eigentlich ohne jegliche Kompetenz, mit den damals üblichen Maximodellen. Für die wenigen, die sich tatsächlich allein hinaufwagten, wahrlich eine Pionierzeit. Die ersten Startläufe im Gebirge, Start von der Bleckwand, Wolfgangsee mit Schafbergmutterseelenallein und bei starker Hangneigung (Gleitzahl 1:3!), fordern anfänglich jedes Mal ein gehöriges Maß an Überwindung, doch das neue Medium will naturgemäß immer weiter ausgelotet werden. Aufgrund der Horrorerlebnisse nach einem Leestart vom Großen Knallstein in den Schladminger Tauern setzt aber auch auf anderer Ebene ein Lernprozeß ein ...“
Einer von Erichs Freunden kauft sich in anfänglicher Begeisterung ebenfalls einen Schirm, den er allerdings nie fliegen wird. Beide Schirme liegen 15 Jahre auf unserem Dachboden, da kommt Ulli auf eine Idee ...

Bleckwand (Salzkammergutberge, Osterhorngruppe)
Braunedl (Salzkammergutberge, Osterhorngruppe)
Deneck (Schladminger Tauern)
Eisenhut (Schladminger Tauern)
Gamsfeld (Salzkammergutberge, Osterhorngruppe)
Gamsstein (Ybbstaler Alpen)
Häsing (Ybbstaler Alpen)
Hundstein (Schladminger Tauern)
Nock, Hoher (Sengsengebirge)
Riegerin (Hochschwab)
Sarstein, Hoher (Totes Gebirge)
Scheiben (Schladminger Tauern)

 

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