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Pizzo di Sella, 704 m

Sizilianische Nordküste, Zingarokamm, San Vito lo Capo, Italien. Aufstieg knapp 800 Hm.
P Contrada Sauci, ca. 140 m, an der nördlichen Zufahrtsstraße zum Zingaro Naturpark sö. von San Vito lo Capo (auf der Karte P2) - unbefestigter Fahrweg auf den Sattel - S-Kamm Monte Monaco - zurück zum unbewirtschafteten Rifugio Ruggirello - Abstecher SO-Flanke Cozzo Mondello, 447 m - N-Grat Pizzo di Sella. Die beiden Abstiegsvarianten aus dem Sattel zwischen Haupt- und Südgipfel (s. Karte) sind unschwierig, aber etwas mühsam (Trittsicherheit und festes Schuhwerk!), besser und schöner zurück am Grat.

ÜbersichtKarteder Doppelgipfel des Pizzo di Sella von Westen (Camp El Bahira), links am Fuß des Nordgrates der turmartige Cozzo Mondello, den wir über seine Schwachstelle an der Rückseite ersteigenmehr Respekt fordert der Nordgrat von NO ein, vom Sattel vor dem Monte Monaco; in Wahrheit erreicht der Kamm lediglich an kurzen Passagen den ersten Schwierigkeitsgrad
Seit dem ersten Besuch anlässlich unserer Italienumrundung 2016 finden wir uns regelmäßig zur Nebensaison im Camp El Bahira nahe der Nordwestspitze Siziliens ein. Wem Zeit oder Lust auf die lange Anreise im Auto fehlt, für den gibt es die Alternative mit den Fähren (Genua, Livorno oder Neapel) oder preisgünstige Flüge u. a. ab Bratislava nach Palermo oder Trapani (letzteres nur bis 31. Oktober). Der sympathische Campingplatz (Zelte, Apartments, Mobilhomes) bietet mehr als ausreichend Infrastruktur für Wanderer und Kletterer, auf dem bezaubernden Gelände fühlen sich auch Kinder sofort zuhause. Bei dem unwahrscheinlichen Potenzial an wirklich tollen Kletterrouten - die Mehrzahl verdanken wir dem legendären Klettererpaar Maria und Josef Gstöttenmair aus dem Unteren Ennstal - werden bald einmal die Finger glatt und die Aufmerksamkeit richtet sich auf die imposanten Felsgestalten rund um die landschaftlich großartige Bucht. Magnetische Anziehung übt etwa der Monte Còfano im Südwesten aus. Gleich östlich hinter dem Camp verbindet eine relativ sanft geneigte Felsschneide den herausfordernden Monte Monaco mit dem Zwillingsgipfel des Pizzo di Sella. Lediglich zwei Stufen und der Gipfelaufschwung flößen von einigen Standpunkten aus Respekt ein. Zur Sicherheit nehmen wir Seil und etliche mobile Sicherungsmittel mit ins Gepäck, was sich am Grat selbst aber als völlig unnötig erweist. Sogar am topfartig aufgesetzten Cozzo Mondello öffnet sich im Vorbeigehen eine harmlose Schwachstelle, welche in wenigen Minuten die problemlose Ersteigung dieses wunderbaren Aussichtspunktes ermöglicht.
Vom Gipfel des Pizzo di Sella kann man nach Lust und Laune die Überschreitung des Zingarokammes fortsetzen - siehe Monte Passo del Lupo in Gegenrichtung.

wir befinden uns am Auslauf des Zingarokammes ins Tyrrhenische Meer; links der Monte Monaco, gesehen aus SO (Torre dell'Impiso)der Monte Monaco ist heute auch unser erstes Ziel; auf dem Fahrweg von der Contrada Sauci ... ... erreichen wir in kurzer Zeit den Südsattel mit schönem Blick auf San Vito lo Capoauf dem Gipfel des Monte Monaco; im Süden der Pizzo di SellaTiefblick vom Gipfel auf San Vito, links hinten der Monte Còfano (s. Archiv Bergsteigen), halb verdeckt der Monte Érice bei TrapaniAbstieg vom Monaco zurück in den Sattelam Nordgratfuß des Pizzo di Sella das unbewirtschaftete Rifugio Ruggirellounser Grat vom Gipfel des Cozzo Mondello, der sich in wenigen Minuten über die kurze SO-Flanke mitnehmen lässtUlli am Flachstück schon oberhalb des ersten Aufschwungsder zweite Aufschwung - die „Schlüsselstelle“ des Gratesüber ein weiteres Flachstück ...... gelangen wir an den Gipfelaufbau mit seinem schräg gestellten Blockfirstrechts unten der Torre Isulidda an der Abbruchkante des kilometerlangen Klettergartens beim Camp El BahiraErich auf den letzten Metern zum Hauptgipfel des Pizzo di Sella; im Wolkentor der Monte MonacoBlick aus der Ostflanke vom Sellasattel hinunter an die Küste; der Direktabstieg ist unschwierig, ...... aber weglos; rechts im Profil noch einmal der Nordgrat des Pizzo di Sella
(02.11.2017)
Literatur: Sänger/Gahr: Sizilien mit Liparischen Inseln. München: Rother Wanderführer 2016.

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