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Peñon de Ifach, 332 m

Betische Kordillere, Costa Blanca, Calpe, Spanien. Aufstieg 300 Hm.

P am Hafen von Calpe oder kurz darüber, beim Verbotsschild der Auffahrt zum Besucherzentrum - teilweise gesicherter, stark speckiger Steig: untere N-Flanke - Tunnel - NO-Flanken-Querung - SO-Kamm.

ÜbersichtKarteLuftaufnahme des Felsens mit dem Hafen von CalpeCalpe mit dem charakteristischen Felsmassiv von Westender Peñon de Ifach von der Stadt, vom Balkon des Hotel Porto Calpe, einem perfekten Ausgangspunkt für die Besteigung

Vor 150 Millionen Jahren begann sich tief am Meeresgrund ein schroffer Felspflock zu formen, vor 15 Millionen Jahren wurde er endlich durch den ungeheuren Schub der Afrikanischen Platte gegen die europäische Landmasse ans Licht gehoben. Heute ist er einer der markantesten Landmarken der spanischen Küste, beherbergt 300 verschiedene Pflanzenspezies und wird alljährlich von 60 Vogelarten besucht - der Peñon de Ifach, bei den Einheimischen Panyal d'Ifac. Schon Iberer, Phönizier, Römer und Byzantiner ließen sich an seinem Fuß nieder, vor 100 Jahren wurde in ca. 180 m Höhe von der Nordseite aus ein gut 30 m langer Tunnel durch den Felsen geschlagen, um von der Stadt zur Schwachstelle des Massivs und damit zum Gipfel zu gelangen.
Ende Mai erinnert die Besteigung an den berühmten Thriller von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1963. Abertausende von Möwen bevölkern den Felsen, der zum Vogelschutzgebiet erklärt wurde. Zu sensiblen Zeiten sind die Nordwände für Kletterer gesperrt, der Wanderweg und die Routen an der Südseite bleiben ganzjährig geöffnet. Die Vögel sind zwar an den Menschen gewöhnt, das heißt allerdings nicht, dass sie - gerade kurz vor dem Flüggewerden der Jungen - ihr angeborenes Verteidigungsverhalten völlig abgelegt hätten. So wurde Erich beim Aufstieg auf der Ostseite tatsächlich von einer Möwe im Vorbeiflug von hinten „geschübelt“, wenige Sekunden später brachte ihm die graue Scheitelpomade die Erkenntnis, dass der Vogel sich gerade den Hintern abgewischt hatte. Ornithologen werten das eindeutig als Angriff, für Erich hatte die Kopfnuss hingegen eindeutig ein starkes spielerisches Element. Wer solchen Begegnungen und dem akustischen Dauerbeschuss wenig abgewinnen kann, der wird ohnehin eher früher als später umdrehen.
Das Beste zum Schluss: Beim Abstieg wurde Erichs Hinterkopf an just derselben Stelle abermals von seinem gefiederten Freund heimgesucht, diesmal waren die Mädels Zeugen. Der Hintern des Viehs war mittlerweile schön sauber; Konrad Lorenz wäre sicher gern dabei gewesen.
Links zu weiteren Wander- und Klettertouren in Spanien und Portugal im nature-classic-Bericht zu den Mallos de Riglos.

der Aufstieg beginnt direkt über dem Hafen von CalpeRückblick von der obersten Wiesenterrasse am Fuß der Nordwändeam äußersten Rand öffnet sich der Tunnel, ...... der zu Beginn des 20. Jahrhunderts hinüber in die leichter zu begehende Ostseite gehauen wurdenach gut 30 m ...... gelangen wir wieder ans Tageslicht und betreten das Reich der Seevögelschmale, versicherte Felsbänder leiten hinaus in die weniger geneigte Ostflanke des Bergesvon einer beschilderten Abzweigung lässt sich in wenigen Minuten der Aussichtspunkt Mirador de Carabiners erreichen überall am Weg Möwen ...... mit ihrer noch flugunfähigen Nachkommenschaftwir nähern uns dem Gipfelkamm; über manche exponierte Stellen helfen Seile hinwegder Grat ist erreicht; im Westen das Küstengebirge mit der Bernia - das ganze Gebiet ist ein Paradies für Wanderer und KlettererUlli und Ronja auf den letzten Meternam Gipfelzeichen des Peñon de IfachTiefblick auf die Stadt
(24.05.2017)

Literatur: Round: Costa Blanca. München: Rother Wanderführer.

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