nature-classic

Monte Amariana, 1905 m

600 Stockwerke über Tolmezzo.

Karnische Voralpen, Amaro, Friaul, Italien. Aufstieg 900 Hm.

P am Straßensattel, knapp 1000 m, 8 km nw. von Amaro (1,5 km östl. der Autobahnanschlussstelle Carnia-Tolmezzo) - Cristo di Forca - Cuel di Noglans - Valerie - Schlucht durch die S-Flanke - oberer O-Grat.

ÜbersichtKartein Bildmitte der Monte Amariana vom Monte Chiampon aus gesehen (SO); dahinter am Horizont der höchste Berg des Karnischen Hauptkammes, die Hohe Warteunser Berg von S; durch die spaltende Gipfelschlucht führt der Klettersteig

So abweisend der breite Schild über dem Zusammenfluss von Fella und Tagliamento anfangs auch wirkt, so amabile entpuppt sich der Monte Amariana bei seiner Besteigung. Der Talort liegt direkt neben der Autobahn - eine super Gelegenheit zur Bereicherung eines Reisetages. Eine schmale, aber gepflegte Bergstraße schenkt uns eingangs gleich einmal 700 Hm; dabei läuft man Gefahr, schon auf halber Zufahrt hängen zu bleiben angesichts der glatten Platten gleich oberhalb der Straße. Wenn man hier Verdacht schöpft und die paar Meter zum Wandfuß hinaufsteigt, trifft man tatsächlich auf eingerichtete Mehrseillängenrouten; Via della benemerita, 5b; Via Apuanica + Aracnofobia, 6a (5a/A0); s. www.quartogrado.com.
Der Steig selbst bietet jede Menge Abwechslung. Durch lichte Mischwäldchen hinauf zur Quelle (Cuel di Noglans) und auf steile Schrofenwiesen mit der gerühmten Südalpenflora; in der anregenden Gipfelschlucht und am Ostgrat zuletzt ein netter Klettersteig (A/B), bis man vom Gipfel direkt auf die Dächer von Tolmezzo schaut.

durch ein grünes Hochtal führt die Bergstraße nach NW über 700 Hm hinauf zum Ausgangspunktetwa auf halber Höhe der Straße eine unwiderstehliche Versuchung für Kletterer: die glatten Valerie-Plattenam Parkplatz knapp unterhalb des Sattelsdie Mischwälder am unteren Teil des Steiges behindern keinesfalls die Sichtauf angenehmen Bändern geht's nach O in Falllinie des Gipfels; dahinter die Julischen Alpendurch steilere Schrofenwiesen steigen wir empor zum Fuß der Gipfelwändeeine relativ zahme Schlucht durchreißt das glatte Gemäueranfang März nur mehr kärgliche Schneereste ...... am Klettersteig durch die Gipfelschluchtvorbei an einem schrofigen Turm gewinnen wir schnell an Höhe ...... und stehen bald in der Scharte zwischen Ost- und Hauptgipfel; im NW wieder die Hohe Warteauch am Ostgrat sind die Seile an etlichen eisigen Stellen im Schatten hilfreichdie letzten Schritte zum Gipfeldie Madonna am Gipfel; auch Glocken findet man häufig auf den Bergeshöhen in diesem Bereich der AlpenAussicht nach S, wo sich hinter dem Monte San Simeone und dem Lago di Cavazzo die Berge gegen Venedig zu öffnenim W die Dächer von Tolmezzo, der Oberlauf des Tagliamento und die Dolomitenim NW Monte Arvènis (s. Archiv Bergsteigen) und Monte Peralba im Karnischen Hauptkammim NNW Canale di San Pietro (Buttal) mit Arta, dahinter Hohe Warte und Kellerspitzenim N Monte Tersadia und der Karnische Hauptkamm östlich des Plöckenpassesim NO der Monte Sernio ...... und im ONO Monte Chiavals und Zuc dal Bor als Wächter des geheimnisvollen Bergreichs zwischen dem Kanaltal und der österreichischen SüdgrenzeBlick über den Ostgipfel hinweg auf die Julischen Alpenim SO der Monte Plauris über dem Zusammenfluss von Fella und TagliamentoRonja hat genug gesehen ...... und macht sich unverzüglich an den Abstieg
(03.03.2012)

Literatur: Lang: Wanderführer Friaul - Julisch Venetien. München: Rother 2012.

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Monte del Ferro
Letterspitze (Campanile Letter)
Friaul - Klettergärten

Übersicht zu oben stehenden Gipfeln; die orangen Punkte markieren Klettergärten

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