nature-classic

Mühlkamp.

Dschungelabenteuer vor den Toren Wiens.

Nördl. Donauauen zwischen Krems und Tulln, Grafenwörth, Niederösterreich.

Einsetzstelle P neben Bushaltestelle Jettsdorf (Flusskilometer 12,5) - Grafenwörth (Umtragestelle im Ortskern) - Einmündung in den Kamp vor dessen zweiten Mündungsschwall (WW 2) - Donau Altwasser-Rückstau bis zum Sportboothafen Altenwörth; insgesamt 10 km.

ÜbersichtKarteheute kein Gipfel - dafür ein echtes Dschungelabenteuer ohne Langstreckenflug

In besonderen Fällen haben wir im Archiv Bergsteigen unsere Touren mit kleinen Wasserabenteuern bereichert, etwa im Salzkammergut, auf der dalmatinischen Insel Lastovo oder am Skadarsee in Montenegro. Gipfel gibt es freilich in den Donauauen zwischen Krems und Tulln weit und breit keinen, die Befahrung des Mühlkamp zeigt aber bei minimalem Aufwand und maximalem Erlebnis eine derart positive Bilanz, dass sie hier nicht fehlen darf.
Der Mühlkamp wurde im Mittelalter durch Menschenhand angelegt und ist längst mit der umgebenden Landschaft verwachsen, ein Teil der Natur geworden. Bei Normalwasser birgt die zahme Strömung kaum Gefahren, nicht einmal im Bereich der Baumsperren, die nach dem schon zweiten „Jahrhunderthochwasser“ 2013 wieder recht häufig zu übersteigen oder umtragen sind. Einzig die Stechmücken können bei diesen „Stehzeiten“ lästig werden.
Gleich nach dem Einsetzen treibt man gemächlich durch grüne Tunnel, vorbei an wunderschön angelegten Privatgärten mit niedrigen Fußgängerstegen. In Grafenwörth sperren Feuerwehrboote die Einfahrt in ein Straßenviadukt – hier muss die 2002 erneuerte Wasserkraftanlage Eder Mühle etwa 300 m weit umtragen werden. Nachdem wir durch weitere Gärten und Ackerland gepaddelt sind, mutiert der Bach zum echten Dschungelflüsschen: seltene Flora, schillernde, handtellergroße Libellen, sich nach Hochwasser neu bildende Mäander, selbst die Farbe des Wassers gleicht dem eines Urwaldflusses auf Borneo – nur die Mangroven fehlen.
Nach einer schmalen Betonbrücke mit kleinem Schwall treiben wir in den Kamp und werden gleich darauf dessen zweiten Mündungsschwall (leichtes Wildwasser, Schwierigkeitsgrad 2) hinuntergespült, bevor die geniale Bootsreise mit einer 2 km langen Paddelstrecke über das stehende Donau-Altwasser seinen ruhigen Ausklang findet.

emsige Betriebsamkeit vor dem Einsetzen bei der Bushaltestelle JettsdorfHedi und Peter haben vor kaum drei Stunden ein Boot erworben und sammeln im grünen Tunnel erste Erfahrungen auf dem neuen Elementzwischen Ackerland und Privatgärten ...... geht's nach Grafenwörth, wo wir die Boote über dem hier unterirdisch geführten Bach (Kleinkraftwerk) 300 m weit durchs attraktive Ortszentrum tragen müssen; Ronja nutzt die Stehzeit für ein kurzes Schwimmtraining in ruhigem Gewässergleich hinter der Anlage gibt's eine Möglichkeit zum neuerlichen Einsetzendie Wildnis hat uns wiederein erfrischter Erich wuchtet Boot samt Mädels von einer zu spät gesehenen Unterwasserwurzenwarzeauch über dem Wasserspiegel gilt es so manches Problemchen zu meisternim echten Wildwasser würden solche Kapriolen mitunter tödlich endenbeschaulichen Flussabschnitten ...... folgen neue Aufgaben; hier hat Ulli kurz zuvor mit dem Paddel einen Treibgutpfropfen gelöstan den zu überkletternden Baumsperren machen sich die Gelsen unangenehm bemerkbar; beim leichtesten Fahrtwind hat man hingegen wieder Ruhe vor den Biesternnach der Einmündung in den Kamp sprudeln wir über dessen zweiten Mündungsschwall (WW 2) und paddeln zuletzt 2 km über den stehenden Donau-Altwasser-Rückstaunach 10 km Wasserweg werden wir am Sportboothafen Altenwörth wieder zu Landratten
(05.07.2013)

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