nature-classic

Roque de los Brezos, 1108 m - Roque Imoque, 1107 m. Barranco del Infierno

Zwei Felstürme über einer ausweglosen Schlucht.

Arona, Ifonche, Adeje, Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien. Aufstiege insges. 700 Hm.

P vor dem Gleitschirm-Startplatz ca. 1 km südl. von Ifonche, gut 10 km nördl. von Arona - N-Flanke Roque de los Brezos - Abstecher zum Westgipfel - O-Kamm in den Sattel (alter Guanchen-Dreschplatz) - NW-Kamm/N-Wand auf den Roque Imoque (einige Stellen II) - Sattel - P.
Der Conde, ebenfalls einer der schönsten Aussichtsberge Teneriffas, ist von Arona bequem über die O-Flanke in gut eineinhalb Stunden erreichbar, 500 Hm.

Ausgangspunkt für die Höllenschlucht ist das Restaurant am nördl. Ortsende von Adeje. Der Zugang ist (wahrscheinlich aus Haftungsgründen) gesperrt, die meisten Besucher schlüpfen am linken Ende des Stahlzauns hinter die Absperrung; auch fünf Minuten weiter oben ist ein (allerdings komplizierterer) Zugang zum Schluchtsteig möglich: hinter dem Sendemastenhäuschen rechts, dann absteigend im Rechtsbogen um eine kleine Felswand herum, 30 m horizontal rechts weiter und in Links-rechts-Schleife auf den bequemen Steig in Sichtweite des Restaurants hinunter.

ÜbersichtRelief von WestenKartedas stille, eindrucksvolle Wanderrevier über den Touristenhochburgen im Südwesten von Teneriffadie drei entscheidenden Gipfel von der Auffahrt zum Teide (Boca de Tauce)bei der Anfahrt nach Ifonche weckt besonders das vorwitzige Hörnchen des Roque Imoque unsere Neugierde

Der Südwesten von Teneriffa entpuppt sich bei näherem Hinsehen trotz geballter Touristenhochburgen mit internationalem Flughafen als vielgestaltiges Wanderrevier mit besonderem Gepräge. Die bunt gefleckten Teppiche kultivierten Bauernlandes verzahnen sich kontrastreich mit dem herben Reiz jäher Schluchten und Felszinnen, nicht ganz so wild wie die Barrancos zwischen Masca und Los Gigantes, doch kühn genug, um beim Wanderer angesichts seiner Tourenziele Zweifel über die Begehbarkeit zu säen.
Unsere beiden Zapfen sind neben dem etwas niedrigeren Conde der Blickfang von allen Seiten. Nur der Roque Imoque verlangt in seiner kurzen Nordwand etwas Kletterfertigkeit. Der Zeitaufwand für die Gipfelrunde ist so gering, dass sich am selben Tag locker der gut halbstündige Transfer nach Adeje mit Erwanderung des Barranco del Infierno und sogar noch ein erfrischender Sprung in den Atlantik ausgehen.

der einsame Sattel am Nordfuß des Roque de los Brezos - Ausgangspunkt unserer Runde - verwandelt sich an Wochenenden gegen Mittag ...... in einen Platz voll von buntem Treiben: nicht der höchstgelegene offizielle Paraglider-Startplatz der Insel (der befindet sich beim Observatorio de Izaña, fast 2400 m über der Ostküste), aber einer der beliebtestenin der Nordflanke des Brezos, genau über Ulli und Ronja der noch menschenleere Startplatz und der Weiler Ifonche, links hinten der Abbruch zum Barranco del Infiernomit Cora - der dritten Dame im Bunde - auf dem Gipfel; rechts der Roque Imoqueam etwas niedrigeren Westgipfel ist die Aussicht sogar noch besser, Zeitaufwand hin und zurück etwa 15 MinutenAbstieg am Ostkamm des Brezos in den Sattel, 983 m, mit altem Guanchen-Dreschplatzjenseits geht's am Kamm empor zur steilen Gipfelhaube des Imoque; Blick zurück nach W auf den Roque de los Brezosdie Nordwand des Roque Imoque mit zwei Passagen im 2. Schwierigkeitsgradan der Ostschulter am Fuß ...... des zweiten Steilaufschwungs; Cora fühlt sich ganz wohl bei ihrer ersten ungesicherten KraxlereiGipfelblick gegen SW, links der Condeam Westfuß unserer Berge schneidet der ausweglose Barranco del Infierno tief ins Vulkangestein; der vierte Zapfen von rechts hinten ist der Roque de los Brezosder offiziell gesperrte Weg beginnt beim weißen Restaurantmäuerchen links der Bildmittenach dem man - wie auch immer - die Einstiegshürde überwunden hat, fragt man sich ob des gepflasterten Weges nach der Sinnhaftigkeit der Sperredie Felswände treten näher zusammendie Szenerie wird zusehends wilder, man trifft immer wieder auf Leute; bis auf wenige leicht zu überwindende Hangrutschungen behält der Weg seinen luxuriösen Charaktererst im hinteren Teil der Höllenschlucht ...... verwächst der Steig an ein paar Passagengleich dahinter ist die Steiganlage wieder tadelloswir nähern uns dem hinteren Ende des Schlundesselbst hier in den entlegensten Winkeln der Insel ...... haben schon die Ureinwohner für ihre Wasserversorgung gebautam Ende der ausweglosen Sackgasse stürzt von den Höhen um Ifonche ein Wasserfall herabAusklang eines erlebnisreichen Tages: Playa de la Tejita am Fuß des gleichnamigen 171 m hohen Wanderberges im äußersten SO der Insel
(30.11.2014)

Literatur: Wolfsperger: Teneriffa. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. München: Rother Wanderführer 2012.

Allgemeine Reise-Infos sowie Links zu weiteren Touren auf Teneriffa findet ihr zu Beginn bzw. am Ende des Beitrags zum Teide Nationalpark.

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