nature-classic

Compedal, 2374m - Strudelspitze, 2593 m

Zwei Jahreszeiten auf dem First zwischen Kristeiner- und Wilfernertal.

Villgratner Berge, Mittewald an der Drau, Hochpustertal, Osttirol. Aufstieg 1500 Hm.
P Eingang Kristeinertal, Pustertaler Höhenstraße, 5 km nnw. von Mittewald, 20 km westl. von Lienz - Forststraße durch den Vergeinwald zu den Schönkosthütten - SSW-Kamm Compedal - Ü Tullenkogel - Ü Reisachspitze - P. 2517 - P. 2535 - Ü Südl. Strudelspitze - Abstieg zurück in die Südscharte und wsw. auf die Villfurtalm - Forststraße Mitleiderkaser - Kristeinertal - P.

ÜbersichtKarteder Grat zwischen Reisachspitze und Strudelspitze; bei unserer Begehung Ende Dezember 2016 zeigt sich die Sonnseite allerdings weitgehend schneefrei
Weihnachtsfeiertage 2016. Noch weniger Schnee als im Jahr zuvor - ein Zustand, an den wir uns gewöhnen werden müssen. Auf Tullenkogel (auchThulnkogel) und Reisachspitze (wir halten uns an die Schreibweise in der AMap) tummelten sich früher zu den Festtagen Dutzende von Tourengehern, heute treffen wir - bei bestem Wetter mit steigeisenfesten Bergschuhen anstatt Schi - nicht eine Seele. Die Fortsetzung des teils gratartigen Kammes nach Norden zum Villgratner Hauptkamm hin ist prachtvolles Kabinettstück, bestens geeignet um auf den Geschmack zu kommen. Keine großen Höhenunterschiede, dafür ein anregender, teils luftiger Höhenflug zwischen zwei bezaubernden Talschaften. Die schärferen Stellen sind dabei gleich zu Beginn zu bewältigen, unmittelbar hinter dem Tullenkogelkreuz.
Diese bislang eher selten geübte Form des Alpinismus zwischen Herbst und Winter wird in Zukunft sicher mehr Verbreitung finden - wir sind schon irgendwie süchtig geworden auf das reizvolle Ambiente, welches oft sogar aus weniger selektiven Zielen handfeste Hochtouren zaubern kann. Im Archiv Bergsteigen werden immer mehr solcher Unternehmungen zu finden sein. Pickel und Steigeisen dürfen dabei keinesfalls fehlen, oft kommt man schon auf Forststraßen oder im flachen Almgelände keinen Schritt ohne sie weiter. Genauso unerlässlich ist ein feiner Sinn für Zeiteinteilung - die besonders kurzen Tage und überraschungsträchtigen Verhältnisse können allzu überschwänglichen Enthusiasmus härter in die Zange nehmen als etwas tiefere Temperaturen.
Tullenkogel und Reisachspitze finden sich als Standardziele übrigens auch in unserem Archiv Schitouren, höhere Weihen gibt's hinten am Hauptkamm auf Zarspitze und Paterskopf.

der Tag wird halten, was er verspricht: Vergeinwald gegen Gölbnervor dem Karnischen Hauptkamm streicheln erste Sonnenstrahlen die LärchenSchönkostalm gegen Westenam Compedal öffnet sich der Blick nach der anderen Seite, auf die Schlaitner Berge, die Südostausläufer der Villgratner Berge; ganz rechts im Profil die herrliche Westkante des Niederen Prijakt (s. Archiv Klettern)auf dem weiten Gipfelfeld des Tullenkogelam Tullenkogel wechselt Ulli von den Straßenstiefeln auf steigeisenfeste Bergschuhe - ...... der folgende Übergang zur Reisachspitze ist die ruppigste Etappe im Gratverlaufüber die ersten drei Grathöcker kommen fallweise die Hände ins Spielhier dieser Gratabschnitt von Osten aus der Gritschmulde, die um diese Jahreszeit normalerweise eine viel begangene Schitour abgibtRückblick von der Reisachspitze, im Hintergrund Lienzer Dolomiten und Karnischer Hauptkammdaraufhin geht's erst einmal nördlich hinunter ...... zum Vorgipfel; in Bildmitte hinten der Großglockner zwischen Mundsalspitzen (links) und Rotsteinbergüber weitere Einschartungen und ...... zwei vermessene, namenlose Gipfel ...... erreichen wir flott den letzten Sattel vor der Südl. Strudelspitze und über deren Südkamm in wenigen Minuten den Gipfelfeine Aussicht von der Strudelspitze: im NO Mundsalspitzen und Schlaitner Berge bis zur Kreuzeckgruppegegen Norden das kurze Gratstück über die Zarscharte zum Villgratner Hauptkammim NW der Kristeinertalschluss mit den fotogenen Arnhörnern, ganz hinten links die Hochgrabenoch weiter links die wilden Flanken der Gölbnertrabanten; wer einen ganz besonderen Berg besteigen will, suche sich im Archiv den RapplerRückblick zur Reisachspitze; wir laufen den Grat wieder hinunter und suchen unseren Weg aus dem Südsattel rechts ins Kristeinertal; keinesfalls schon vorher absteigen, sonst gerät man in unangenehme Abbrüchehier der Abstieg vom gegenüber liegenden GratzugEnde gut, alles gut: Die Forststraße kommt uns viel weiter entgegen, als es die AMap anzeigt
(26.12.2016)
Literatur: Poleschinski: Villgratner Berge (Deferegger Alpen). Gebietsführer für Bergsteiger, Kletterer und Wanderer. Bad Ischl: Poleschinski 2016. ISBN 978-3-200-04464-7.

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