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Eggenkofel, 2539 m - Steinrastl, 2184 m

Auf den höchsten Berg der westlichen Lienzer Dolomiten.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Untertilliach, Osttiroler Gailtal. Aufstieg 1600 Hm.
P Untertilliach im Osttiroler Gailtal, B111 25 km osö. von Sillian, 30 km westl. von Kötschach-Mauthen - Kirchberg - Morgenrast - Kircher Almen - Kircher Almkopf - Hals (Nieschensattel) - S-Flanke (I) Eggenkofel Mittelgipfel - Gumpedallsattel (entweder kletternd über den Verbindungsgrat zum Westgipfel, II; oder Abstieg auf der Anstiegsroute und westlich am Höhenweg über zwei ausgerissene Schluchtrinnen) - NO-Kamm Steinrastl - Abstieg SSO-Kamm - Schweizergasse - Forststraße Klammberg - Untertilliach.

ÜbersichtKarteAnnäherung aus Südwesten: von der Öfenspitze ...... und vom Golzentipp aus gesehender Aufstieg beginnt im Osttiroler Gailtal, knapp vor der Grenze zu Kärnten; nach knapp 300 Höhenmetern erreichen wir den kleinen Weiler Kirchberg mit seiner hübschen Kapelle
Für unsere Neujahrstour haben wir einen prominenten, eher abweisenden Riesen zwischen Drau- und Gailtal ausgewählt.
Dieses imposante Felsmassiv ist nur von Süden günstig zu erreichen, dort Hochalmen, die zum Lesachtal abfallen. Bergsteigerisch bedeutend, aber wenig besucht; weite Fernsicht ... (Hubert Peterka)
Unwillkürlich rücken auf der Tour selbst im 21. Jahrhundert Parallelen zu den Problemen der russischen Bevölkerung im Zaren- oder Sowjetreich in den Sinn, wie sie in den Symphonien von Dimitri Schostakowitsch so eindringlich gezeichnet werden: langer vorbereitender Anmarschweg, dann - endlich im Bannkreis des Herrschers angelangt - trotz Pauken und Trompeten spröder Empfang, nicht ungefährlich, falls man sich nicht gewieft auf dem Parkett zu bewegen weiß. Ist man der Festung mit heiler Haut entwischt, bleibt übers Steinrastl bis zum Auto wieder viel Zeit zur Reflexion. Frei und unbeschränkt allerdings die Aussicht, in der wir ganztägig nach allen Richtungen schwelgen können.

nach 700 Hm verlassen wir jenseits des Nieschenbachs den Wald und erreichen bei der Kreismarkierung ...... die Kircher Alm am Fuße des EggenkofelBlick von der Alm gegen Südwesten auf den Karnischen Hauptkammam Hals (Nieschensattel) kreuzen wir den Höhenweg in Richtung Steinrastl und Tamerlanhöhegleich dahinter rücken wir dem schrofigen Steilgelände zu Leibesplittrige Rinnen und schmale Sporne: Lawinenabgänge und Unwetter können zum Verlegen der markierten Trasse zwingenetwas weiter oben in einer felsigen Schlucht wird der Aufstieg definierterBlick aus der Schlucht nach WSW auf den Karnischen Hauptkammin einer kleinen Scharte wird eine Rippe überstiegen und weiter geht's über eine Folge von schrägen Rampen rechts hinaus ...... in Richtung Gipfelgrat; in einer weiten Schleife ...... erreichen wir die Grathöhe; Blick aufs Kärntner Lesachtallinks daneben in Verlängerung des Grates die zentralen Lienzer Dolomitenim N geht der Blick über Drau- und Iseltal zu den Hohen Tauernnoch wenige Schritte am Grat nach Westen ...... und wir stehen am Gipfelkreuzder Weiterweg am Grat hinüber zum Westgipfel verlangt einiges an Kletterfertigkeit; Blick gegen SO auf Julische Alpen (ganz links hinten), Hohe Warte (links der Mitte) und Monte Peralba (rechts)Panorama des Karnischen Hauptkamms von Hochspitz bis Kinigat, dahinter die italienischen Dolomiten; um auf das breite Feld des Steinrastl zu gelangen ...... kann man den herben Grat hinüber zum Eggenkofel-Westgipfel klettern; Bergwanderer werden hier schnell an ihre Grenzen kommenals einfachere Alternative steht uns der Wiederabstieg am Normalweg mit Querung auf dem Höhenweg hinüber zum Gumpedallsattel offenSteinrastl gegen NW (Villgratner Berge - Gumriaul, Göllner und Arnhörner) im Norden Tamerlanhöhe und Eggenkofelmit einem schönen Blick auf den Karnischen Hauptkamm tauchen wir in den Hochwald Richtung Klammberg und Untertilliach ein
(01.01.2017)
Literatur: Zahel: Osttirol. 50 Touren. München: Rother Wanderbuch 2012.
Peterka/End: Alpenvereinsführer Lienzer Dolomiten. München: Rother 1984. Der vergriffene Klassiker, manchmal noch antiquarisch zu finden.

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