nature-classic

Agulles de Santa Águeda, 540 m

„Unvollendete“ am roten Zackengrat.

Serra d'Orpesa, Costa del Azahar, Benicàssim, Spanien. Aufstieg 200-500 Hm.

P Camí de la Font Tallà (von Benicàssim die CV-147 bis ca. 500 m nach der letzten Serpentine, dann die Straße rechts in Richtung Barranc de Miravet) - ziemlich verwachsener Steig durch die NW-Flanke (Achtung beim Abstieg!) - leichte Kletterei (I+) durch den N-Kamin und von der Meerseite auf den Hauptgipfel.
Die nette Gratüberschreitung zum NO-Zacken kann auf etlichen Varianten erfolgen (gelbe, blaue und grüne Markierungspunkte), dabei erreichen die kurzen Kletterstellen selten den 2. Grad, am schwierigen Steilaufschwung zum mittleren Turm Fixseil. Achtung: Die Markierungen enden abrupt unter den roten Überhängen des NO-Gipfels, ein Abklettern jenseits auf schmalen Gesimsen in den Urwald der Nordseite ist möglich, für Wanderer aber kaum machbar.

ÜbersichtKarteder rote Agullesgrat von der Meerseite (SO)

Allein die Besteigung des aussichtsreichen Hauptgipfels der Agulles ist schon ein reizvolles Miniaturabenteuer mit vielen Widrigkeiten und Freuden großer Touren - am Zustieg hätte man gern die Gartenschere zur Hand, die letzten Meter hinter dem Nordkamin sollte man Ungeübte ans Seil nehmen. Zufrieden stehen wir auf der ausgesetzten Spitze und schlucken selbstverständlich noch den Köder im Rother-Führer: In anregendem Ab und Auf geht's weiter über die roten Sägezähne, auf vielen Varianten zwischen fantastischen Formen. Weit drüben hinter dem Mittelgipfel enden die Markierungspunkte urplötzlich an einer Art Scharte in einer ausgewaschenen Rinne unter unbezwingbaren Überhängen. Die aufwendige Suche nach einem ungewissen Weiterweg (tiefer Abstieg auf der Meerseite oder schräges Abklettern nordseitig auf ausgesetzten Leisten) hätten wir uns vielleicht angetan, wäre Ronja nicht dabei gewesen. So aber entscheiden wir uns für die sichere Alternative - den langen Rückweg auf bekanntem Terrain.
Links zu weiteren Wander- und Klettertouren in Spanien und Portugal im nature-classic-Bericht zu den Mallos de Riglos.

unser Grat vom Ausgangspunkt, dem Parkplatz im Westen des Massivs; wir beginnen mit dem Hauptgipfel (rechts)die erste Herausforderung: der Wald- und Buschgürtel am Fuß des Berges, wo man sich die gangbarste Bresche erschnüffeln mussbald haben wir uns in die Nähe des burgartigen Hauptgipfels durchgeschlagen: auf den höchsten Punkt gelangt man durch den linken der beiden kaminartigen Risse in die tiefere Scharte und dann von hinten herum zum ausgesetzten Gipfelab einer bewachsenen Schulter wird das Terrain immer felsiger, ...... aber auch immer lustiger und abwechslungsreich zu begehenvon der nächsten Kammschulter hat man bereits schöne Aussicht nach Süden in Richtung ValenciaEtage für Etage schummeln wir uns an den abweisenden Gipfelturm heran; deutlich sichtbar der spaltende Kamin, durch den wir zur Spitze gelangen sollenam letzten Absatz, Ronja hat den Schlüssel zum Gipfel offenbar gefundenüber eine glatte Platte mit Fixseil ...... kraxeln wir in besagten Kaminein Klemmblock ist spreizend zu überlistendanach gelangen wir durch den Spalt auf die andere Seite, ...... wo ein schmales Band nach rechts hinaus ...... aufs glatte, abschüssige Gipfeldach führt; im Hintergrund der NO-Gipfel des Gratzugesdie vergnügten Mädels auf den letzten Metern ...... zum höchsten Punkt der Agulles de Santa ÁguedaGipfelblick nach S auf die Costa del Azaharweil es runter immer schwieriger ist als rauf, ...... bekommt Ronja den Klettergurt verpasstdurch den Kamin und über die Platte geht's wieder zurück ...... auf eine Art bewachsenes Band am Fuß des Gipfelturms, von wo - erst einmal absteigend - die Grattraversierung nach NO beginntin der ersten breiten Schartebei der Wegfindung sind der Fantasie keine Grenzen gesetztRückblick auf den Hauptgipfelnach Lust und Laune picken sich Ulli und Ronja leichtere oder gefinkeltere Klettereinlagen aus dem reichhaltigen Angebotüberall gibt es eigenartige Formen zu begreifenüber das steilste Stück auf den Mittelgipfel hilft abermals ein Fixseilkurz hinter dem scharfen Mittelgipfel ist schlagartig Schluss mit lustig: die Markierungen enden und der Weiterweg schlägt in ernstere Kletterei um, will man nicht auf der falschen Seite tief in die Flanke absteigen. Wir treten den Rückzug auf dem bekannten Weg an
(25.05.2017)

Literatur: Roos: Costa del Azahar. München: Rother Wanderführer. Auch hier wird kein Abstieg vom NO-Ende des Grates angeboten.

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