nature-classic

Schönberg, 1734 m. S-Wand „Glückspilz“, 7- (6 A0)

Neues von der sonnigen Rückseite der Riegerin.

Nördl. Hochschwab, Riegerin. Zustieg 750 Hm + 9 Seillängen (300 Hm).

Gschöder im Salzatal (zwischen Wildalpen und Weichselboden) – Antengraben – Griesantenkar – Schuttriese zum Südwandfuss, Einstieg gegenüber auffallendem Block im Geröll.

ÜbersichtKarte

Die Riegerin ragt steil und isoliert aus dem Salzatal, vergleichbar mit dem Traunstein, nur noch höher. Wenige Leute verirren sich auf ihren Gipfel, obwohl der sanierte Jagdsteig aus dem Brunntal zum Riegerinboden und die zahme SW-Flanke auch Wanderern eine Chance lässt. Schon etwas luftiger geht es bei der völlig unbekannten Überschreitung des Schober am SO-Grat zu, im Herbst 2006 brachte uns nach diesem langen Anstieg der Gleitschirm binnen 10 Minuten vom Gipfelkreuz ans Ufer des Brunnsees zurück, ein unbeschreibliches Erlebnis angesichts der wilden Kulisse der Griessteine und der Tiefe des Talbodens; mehr darüber.

Der Schönberg begrenzt das Plateau der Riegerin im Süden, wo es senkrecht ins Griesantenkar abbricht. Bis vor wenigen Jahren sah der Gipfel wegen des dichten Latschenbewuchses kaum Besucher, dann bohrten die „Glückspilze“ in alpiner Manier die einsame Route an einer Ader festen Gesteins durch das ansonsten nicht sehr vertrauenerweckende Gemäuer. Zahlreiche anregende Passagen finden sich an dem geradlinigen Pfeiler, viel Grün mildert die Strenge der Hochschwab-Abstürze, der schmale Firnstreifen der Stadurzrinne erinnert an ein Schitourenabenteuer, Gämsen beobachten uns geduldig, aber dennoch werden wir das Gefühl nicht los, in einer Abenteuerroute zu klettern. In der 5. Seillänge erwischt uns ein massiver Regenguss - die nächste Länge schaut ohnehin brüchig aus und wird auch im Topo so bezeichnet, gar nicht unglücklich seilen wir ab.
Wir wollen den Erstbegehern nicht Unrecht tun, sie haben einen Meilenstein auf einem weißen Fleck der Kletterlandkarte gesetzt. Es zeugt von viel Gespür, in solchem Gelände immer wieder bemerkenswerte Kletterstellen zu wittern, wahrscheinlich waren wir einfach nicht gut drauf. Als wir das Auto erreichen bricht ein Landregen los. Ein wunderschöner Tag, aber irgendetwas hat von Anfang an nicht gestimmt.

Erich in der 1. SLUlli in der 2. SLUlli am 3. Stand gegen den TurmRegenbogen
(16.06.2007)

Literatur: Schall: Genuss-Kletteratlas Österreich Ost, Band 2: Steiermark. Wien: Schall.

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