nature-classic

Wieselsteine, 2300 m

Aufregende Abwege zwischen Knallboden und Wirreck.

Tennengebirge, Scheffau an der Lammer, Salzburg. Aufstieg 2000 Hm.

P Griesau, Unterscheffau, an der B162, 350 m westl. der Lammerbrücke – Kuchlbach (Privatbesitz, betreten verboten!) – Infangalm – Schönalm – Nesselbergkar – ehemalige Stefan Schatzl Hütte (seit 2015 in Privatbesitz, s. unten!) – Knallboden – Nördl., Mittlerer und Nordwestl. Wieselstein – Abfahrt nordwestl. zur Bergler Hütte – Schildkar – Langtal – Forststraße Zimmerau – Sattel P. 712 – Ramserwiese – Kuchlbach – P.

ÜbersichtKarteNesselbergkar von N, links Sommereck, rechts KnallsteinNesselbergkar gegen W (Platteneck, links der Schatzlpfeiler)die ehemalige Stefan-Schatzl Hütte ist seit 2015 privat

Dieser erweiterte, astreine Tennengebirgsklassiker weist zwei kleine Schönheitsfehler auf: Kurz nach Verlassen bzw. Erreichen des Parkplatzes zwingt ein Betretungsverbot dort zu Umwegen, wo auf der ÖK-Karte die vernünftigste Wegführung seit Jahrzehnten als markierter Wanderweg ausgewiesen wird. Diese (nicht nur im Tennengebirge verbreitete) refeudalisierende Unsitte soll uns nicht den schönen Tag verderben, in Anbetracht der bevorstehenden großzügigen Runde kann die Herumsucherei aber schon als lästig empfunden werden (was wohl der Zweck solcher Aktionen sein soll).
Am 2.9.2015 erreicht uns vom Vorsitzenden der Salzburger Naturfreunde eine Nachricht, wonach „die vormalige Stefan-Schatzl Hütte nicht mehr von den Naturfreunden betreut wird, da der nunmehrige Weideberechtigte die Hütte nicht mehr den Naturfreunden überlassen will. Mit dem Verlust der Hütte wird auch der Aufstiegsweg durch die Naturfreunde nicht mehr gewartet. Die Gemeinde hat auch dessen Betreuung abgelehnt.
Wir bedauern, die in den Karten- und Bildtexten aufscheinende Bezeichnung „Stefan-Schatzl Hütte“ nur mehr aus historischem Blickwinkel sehen zu können.

vom Knallboden ist bereits unser erster Gipfel sichtbaram Aufstieg zu den Wieselsteinen, links Platteneck, im Hintergrund die Osterhorngruppevom Fuß der steilen Nordflanke des Mittl. Wieselstein überblickt man nach N das Salzachtal; hier deponieren wir die Schi ...... und stapfen durch die steile Flanke zum GipfelGipfelpanorama im Uhrzeigersinn: Mittl. Wieselstein gegen NO (Knallstein)Blick gegen SO (Dachstein, Bleikogel)Blick nach SW (Hochkönig)gegen W (Salzachtal, Hagengebirge und Steinernes Meer)Blick gegen WNWgegen NNW (Untersberg)die Abfahrt beginnt im Hochtal zwischen Nördl. (rechts) und Nordwestl. Wieselstein, dahinter Göll und Untersbergam Ende des Hochtals gibt der Nördl. Wieselstein den Blick auf den Knallstein frei

In einen anderen, wenn vielleicht auch verzeihlichen Fettnapf sind wir selbst getreten: Geplant hatten wir die Abfahrt über Hochtörl und Bierloch, bis unvermutet eine Reihe verführerischer Schispuren das eigene Gehirn in die Schublade rutschen lässt; zu verlockend sind diese Wegweiser durch das etwas unübersichtlich kupierte Gelände nordwestl. der Wieselsteine. Ulli hat diesmal den Braten zuerst gerochen, wenig später passieren wir die versteckte Bergler Hütte, hoch überm Pass Lueg. Nachträglich haben wir diesen Fehltritt aber nicht bereut. Das Gelände rund um das urige Hüttchen ist märchenhaft, die Waldabfahrt durchs Schildkar mit der Forststraße im unteren Teil war bei der vorhandenen Schneemenge ohnehin sinnvoller als durchs Bierloch und der etwas längere Rückweg über die Zimmerau hat auch nicht wirklich weh getan.

Abfahrt Richtung Ofenrinne; ins Bierloch geht´s rechts vom Niedertörl ins dahinter liegende Kardie Spuren führen uns durch labyrinthisches Gelände ... ... in einen märchenhaften Graben ...... und schlussendlich zur Bergler Hütte über dem Schildkar; darüber das Niedertörl, rechts hinten die Wieselsteine

Der Knallboden ist übrigens auch im Sommer ein einzigartiges Juwel für Wanderer wie für Kletterer. Wärmstens zu empfehlen etwa die Genusstouren an Sommereck und Platteneck; die ehemals urgemütliche Stefan-Schatzl Hütte steht seit 2015 als idyllischer Stützpunkt der Allgemeinheit nicht mehr zur Verfügung.
(29.12.2008)

Literatur: Heugl: Meine Spur. Salzburg: Rupertus 2006.

[zurück]