nature-classic

Schönjöchl, 2295 m

Hoch über den Gailquellen zwischen Obertilliach und St. Lorenzen im Lesachtal.

Karnischer Hauptkamm, Kärnten (Obergailer Tal, Frohntal), Osttirol (Winkler Tal, Schöntal). Aufstiege bis 1500 Hm.

P am Holzplatz südl. vom Mühlenstüberl, Obergail, Auffahrt von St. Lorenzen - Forststraße Obergailer Tal - Obergailer Alm - Enderberghütte - Schönjöchl.

ÜbersichtKartedas Obergailer Tal mit Edigon und Schönjöchl von NMadonna an der Forststraße im Obergailer Tal

Weit über ein Dutzend Täler und Gräben ziehen zwischen Kartitscher Sattel und Kötschach Mauthen von Norden gegen den Karnischen Hauptkamm. Würde man 10 Gebietskenner über den schönsten Talschluss, die schönste Abfahrt in diesem Gebiet befragen, man bekäme 10 verschiedene Antworten. Auch wir wollten kräftig mitstimmen, leider hat uns Schneemangel und/oder Schlechtwetter immer wieder frühzeitig zurück in die großzügige Familienbadewanne vom Leitner Hans getrieben. Ein paar Anregungen haben wir trotzdem mitgebracht.
Die Forststraßen ziehen sich ganz schön, in den Talschlüssen hat man dafür meist mehrere Wahlmöglichkeiten für jeden Schnee und jeden Anspruch. Gleich neben dem gemütlicheren Schönjöchl wartet beispielsweise für Hartgesottenere die rassige Edigon NW-Flanke - wenn es uns nicht schon unten auf der Obergailer Alm ins fantastische Nachbarkar verschlägt, auf die Wasserköpfe oder gar die Letterspitze.

auf der Obergailer Alm, Blick gegen S auf den Gratzug Edigon-Steinwand (links), dem übrigens auch ein Klettersteig folgtgegen SO öffnet sich ein weiteres interessantes Kar: ein versteckter Schlauch führt auf die Letterspitze, einfacher sind die Wasserköpfe (links außerhalb des Bildrandes) zu habenbei der Enderberghütte endet die Forststraße; Blick nach O: hinten die Wasserköpfe, links der Marchkofelvom Straßenende zieht gegen SW unser Kar zum Schönjöchl hinaufwie immer haben wir Ronja im Tourenschlitten dabeiquietschvergnügt trotz Schneemangel und Sauwetterseit 30 Jahren nicht mehr so wenig Schnee wie heuer; auch Nikolaus hat sein Board längst zurückgelassenleicht auszumalen, wie traumhaft die Abfahrt sein könnte; links hinauf geht's zum Edigon, rechts das Schönjöchlimmerhin hat es auf der Straße genug Schneeund gesehen haben wir auch eine Menge

Ein Tal weiter westlich, das Frohntal, endet auf einem höchst romantischen Wiesengrund mit Almhütten, umgeben von gewaltigen Wänden und Felskolossen. - Expertenmeinung gefällig?

Das winterliche Frohntal ist meiner Meinung nach das landschaftlich bezauberndste Tal zwischen Kötschach Mauthen und Maria Luggau. (Robert Zink)

Neben dem Hochalpl, dem Paradeberg über dem Hochweißsteinhaus, wird hier auch der Zwölferspitz gern erstiegen; so manchen Konditionstiger verschlägt es sogar bis auf den Monte Peralba ins Italienische hinüber.

die mächtige Nordwand der Raudenspitze bewacht den Eingang zum Frohntaltrotz zweifelhaften Wetters machen wir uns auf zur Frohnalmdiesmal ein ebener Talkessel mit prächtigem Abschluss; rechts die Ingridhütte, dahinter Weißsteinspitze und Viehloch (rechts)rechts anschließend noch die Torkarspitzeim NW lugt gerade noch der Zwölferspitz heraus - noch 950 Hm und man ist dabeidie meisten Tourengeher halten sich aber links hinaus übers Hochweißsteinhaus aufs Hochalpl oder gar noch weiter auf den Monte Peralba

Beim Winkler Tal, bereits drüben in Osttirol gelegen, ist wieder alles ganz anders. Alte Kriegsstraßen aus dem 1. Weltkrieg ziehen beiderseits des Talhintergrundes weit hinauf und schaffen bequeme Zugänge, beispielsweise zur begehrten Reiterkarspitze oder gar auf den mächtig frechen Hochspitz.
All die oben genannten großartigen Gipfel sind in gängigen Schitourenführern zu finden. Darüber hinaus finden sich natürlich jede Menge wirklich entlegene und von kaum einer Seite einsehbare Speziallinien in diesem zyklopischen Faltenlabyrinth. Beim langen Anstieg aus dem Schöntal zur Königin der westlichen Karnier, der Kinigat, entschleiert sich solch ein Bild und lässt unwillkürlich tief einatmen. Auf perfekten Schnee warten und wiederkommen ...

Blick von der Hopfgartner Kapelle nach S ins Winkler Tal; mittlerweile befinden wir uns auf Osttiroler Gebietbei der Gartlhütte auf ca. 1500 m öffnet sich das Talauch heute wieder kein Gipfel: Auf der geplanten Reiterkarspitze hat's bereits zugezogen, der Hochspitz im SO ist noch zu sehen, die halb apere Riesenflanke wäre aber auch bei Schönwetter für die Schi eher schmerzhaftso stapfen wir die alte Kriegsstraße hinauf ...... solange Ronja was zu futtern hatdie geheimen Traumtouren müssen warten - wie etwa dieses unverschämte Kar irgendwo zwischen Porze und Kinigat
(31.12.2011)

Nähere Details über den selbst gebastelten Tourenschlitten sowie seine Einsatzmöglichkeiten im Anhang unserer Tour auf den Kuhberg.

Literatur: Zink: Schitouren in den Südalpen, Band 1. Bildband mit Tourenführer. Klagenfurt: Carinthia 2007.
Sagmeister/Wutte: Skitourenführer Kärnten West. München: Rother 2010.

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