nature-classic

Tullenkogel, 2552 m

Familienschitour auf die Kammlandschaft des Compedal.

Villgratner Berge, Assling, Hochpustertal, Osttirol. Aufstieg 1100 Hm.

P Compedal Rodelbahn, 1460 m, westl. oberhalb v. Weiler Bichl, 3 km nw. v. Assling (Pustertaler Höhenstraße); alternativ Tourengeher-P beim Wildpark Assling (Schlepplift) - Forstraße = Rodelbahn zum Liftausstieg und weiter zur Schihütte, 1921 m - SO-Hänge Compedal - Hochalm - Tullenkogel.

ÜbersichtKarteder Tullenkogel von S - eingebettet in die östl. Villgratner Berge; der Aufstiegskamm mit blauem Pfeilein Schlechtwetterbild vom Rieder Gampen westl. gegenüber

Wie schon öfters um diese Zeit sucht man auch zu Jahresbeginn 2014 im Norden und Osten Österreichs vergeblich nach der weißen Pracht - wieder einmal erweisen sich die Berge südlich des Alpenhauptkammes als Gelobtes Land für Tourengeher. Ullis junge Verwandtschaft klinkt sich hier im Schichtbetrieb mittlerweile regelmäßig ein. Und auch heute sind alle Parameter für einen familiären Gebirgsausflug perfekt: hoch gelegener Ausgangspunkt, auf präparierter Rodelbahn durch die Waldzone, für event. Fußmüde bis auf 1650 m ein Schlepplift, eine urige Schihütte in sonniger Lage - fast immer bewirtschaftet. Wenige Minuten später ist man aus dem Wald und am ersten Gipfel, die Nah- und Fernsicht spricht bereits alle Stücke. Wer noch Kraft und Geduld aufbringt für die lange, aber gemütliche Kammwanderung über die Hochalm auf unseren Gipfel (früher auch Thulnkogel genannt), der begreift nach und nach, warum wir immer wieder in die Villgratner Berge zurückkommen. Die Abfahrt ist flach genug, um das Vergnügen lange anhalten zu lassen, steil genug, um das Gebirgspanorama wie im Helikopterflug vorbeiziehen zu lassen. Immer wieder laden eingestreute Steilstufen zum rauschhaften Ausleben des persönlichen Rhythmus im frischen Pulver ein. Und noch ein Grund zum Feiern: Unsere gerade dreijährige Ronja fährt die 450 Höhenmeter von der Schihütte bis zum Parkplatz ab - zum ersten Mal auf eigenen Beinen.

Abmarsch vom Rodelbahn-Parkplatz oberhalb Bichl; Ronjas Eigenbau-Tourenschlitten bewährt sich bereits in der dritten SaisonFamilientreffen auf der Compedal Schihütte; rechts neben Ulli ihre beiden jüngeren Geschwister Hedi und Johannes mit den Partnern - und natürlich Ronja, die bald auf eigenen Beinen stehen wirdvon der Hütte weg bleiben nur mehr wenige Schritte durch den Wald ...... ins freie Gelände, auf den langen problemlosen Kamm zum Tullenkogel; jenseits des Kristeinertales Gumriaul und Gölbneretwa auf halber Strecke eine schöne Abfahrtsvariante nach O in die Gritschmuldeim NNO hinter Gritschmulde und Wilfernertal Dutzende von unberührten Traumhängen, in Bildmitte ganz hinten der GroßglocknerJohannes kurz vor dem Gipfelder Gipfel gegen SW mit dem Auslauf der Karnischen Alpen und den Sextener Dolomiten (ganz Gewiefte erkennen zwei der Drei Zinnen)das Gipfelpanorama nach WNW mit den vielen, teils extremen Freeride-lines des langen Kristeinertalesauch im NNO viel Platz für Kreativität, dies ist erst ein winziger Ausschnitt der Villgratner Bergeim SO die Wunderwelt hinter dem DrautalJohannes bereit zur Abfahrt; links der Bildmitte Arnhörner und RegensteinAbfahrt am SO-KammRonja heute nicht auf Mamas Rückenihre erste Abfahrt auf eigenen Beinen; dahinter der Spitzkofel (Lienzer Dolomiten)unter Ullis Obhut schafft sie's bis zurück zum Parkplatz
Man kann die Tour zum 30 m höheren Reisachkogel fortsetzen (s. Archiv Bergsteigen Compedal - Strudelspitze); wenn der Grat zu widerspenstig ist, gibt's als Variante das schöne Ostkar unterhalb des Gipfels links hinunter mit Wiederaufstieg durch die Gritschmulde.
(06.01.2014)
Eine absolut empfehlenswerte Unterkunft an der Pustertaler Höhenstraße ist der neu renovierte Marhof in Asch. Das wohltuendes Preis-Leistungs-Verhältnis und die besondere Gastfreundschaft der Hausleute und ihrer „guten Geister“ Maria und Joachim lassen wirklich keine Wünsche offen.

Literatur: Mariacher: Schitouren in Osttirol, Band 1. Tristach: Bookz 2011.
Weiss/Schall: Genuss-Schitourenatlas Südtirol & Österreich Süd. Wien: Schall.

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