nature-classic

Obere Zarspitze, 2778 m

Verborgenes Freerideparadies zwischen Kristeiner- und Michelbachtal.

Villgratner Berge,  Schlaiten, Michelbachtal, Osttirol. Aufstieg 1500 Hm.
P Innergonig oberhalb Göriach, 1260 m, knapp 15 km nw. von Lienz - Forststraße Göriacher Wald - Oberlienzer Alm (ehem. Klosterfrauenalm), 1656 m - Michelbachalm, 1915 m (etwa 10 km vom P) - südlich ins Kar unterhalb von Ochsenalmseen und Munzalspitzen - O-Flanke.

ÜbersichtKarteder Talschluss um die Michelbachalm von ONOschon von weitem wecken die strukturierten Kare um das Michelbachtal das Interesse; der fast 10 km lange Zugang in den Talschluss führt vom Parkplatz links außerhalb des Bildes vorbei am Schriftzug Göriacher Wald in der linken Flanke talein. Aufgenommen von NO (Leibniger Wald, Schobergruppe)

Die entlegene Michelbachalm zwischen Rotstein und Bockstein in den östlichen Villgratnern ist ein ganz besonderer Winkel mit vielen versteckten Seenterrassen und labyrinthischen Karschläuchen, auf und in denen jedem kreativen „Lineseeker“ das Herz höher schlägt. Zwar ist der Anmarsch nicht gerade kurz, Genussspechte werden auf das Frühjahr warten und mit dem Rad anstrampeln. Im Hochwinter 2016, wo trotz Schneemangel insofern auf keine Gnade zu hoffen ist, wird das Erlebnis umso nachhaltiger: Auf der „langen Geraden“ zur Klosterfrauenalm fesselt uns als Aperitif rechter Hand die Ostrinne der Teblenspitze (wer hat je davon gehört?), auf dem bequemen Weg hinauf zum Michelbachtalschluss gehen uns sukzessive die Augen über. Die paar Zentimeter Neuschnee haben die mageren Basisbestände vom Oktober gerade fahrbar gemacht, das Adrenalin treibt uns von den verschneiten Bachmäandern der Karstufen hinauf in die scharf kontrastierenden Felsen der Gipfelregion. Obwohl wir wegen fehlender Steigeisen wenige Meter unterm Gipfel kehrtmachen müssen, sind wir dem Entschluss, nach Osttirol, ins österreichische Kanada auszuwandern, wieder viele Kilometer nähergekommen.

Morgenstimmung auf der Klosterfrauenalm; im SW die Obere Zarspitzestaunend nähern wir uns dem Wunderland rund um die Michelbachalm; Blickfang in Bildmitte der Bocksteinnach 10 km Anmarsch endlich im gelobten Land: auf der Michelbachalmnach Süden spuren wir von Boden zu Boden hinauf in Richtung Ochsenalmseen; einer der wenigen Winkel südlich des Alpenhauptkammes, wo im schneearmen Winter 2016 Schitouren überhaupt Sinn machenvom wunderschön mäandernden Bach auf gut 2100 m ist in „normalen“ Wintern kaum etwas zu sehenRückblick nach Norden, die markanten Felsgipfel zwischen Schneidegg und Greinspitze tragen keine NamenBlick übers weite Kar nach NO zu Glockner- und Schobergruppein anregendem Suchspiel spuren wir durch das aufsteilende Gelände; Blick gegen Osten auf die Munzalspitzendas Gipfelkreuz scheint greifbar nahewir befinden uns unterhalb der Engstelle der knapp 600 m hohen Gipfelflanke rechts der BildmitteRückblick aus der ersten Steilstufe gegen NO aufs Hochschobermassivin der Rinne des zweiten Aufschwungs, Ulli auf der Schwelle des erstenUlli kämpft sich aus der Rinne; ihr ist kalt trotz wirklich ausreichender Bewegung, am Abend wird sie über 40° Fieber haben, nächste Woche 4 Tage im Spital verbringen - echte Grippe (Influenza)Erich wirft in der vereisten Flanke vielleicht 50 m unterm Gipfel das Handtuch und schleicht zurück; in der Munzalscharte taucht schon die Laserz der Lienzer Dolomiten aufUlli ist darüber nicht unglücklich ...... und macht sich auf den Rückweg durch die Rinne zum Schidepotzurück am oberen Rand der ersten Steilstufe, die sich bei dem Schneemangel gerade noch fahren lässtbald sind wir wieder im tollen Schigelände der unteren Flankenhälfte; über dem Michelbachtal das querlaufende Iseltal, dahinter Kals und der Großglocknerdie ständig wechselnden Schneeverhältnisse des Hochwinters; Rückblick auf die beiden kurzen Steilstufenentlang der Aufstiegsspur rauscht Ulli ins Tal; links der Bildmitte die kurze Steilrinne, die den Zugang zu den Ochsenalmseen und in die Munzalscharte erlaubt - eine tolle Übergangsmöglichkeit ins Wilferner oder Kristeiner Taldie Sonne steht schon tief, ...... der Weg ist noch weit; in mehrfacher Hinsicht war es vernünftig, den Gipfel nicht um jeden Preis zu erzwingenzurück auf der nasenartigen Terrasse zwischen den Karböden; links wieder der Bocksteinin schönem Pulver geht's hinunter zur Waldgrenze ...... und hinaus zur Michelbachalm; links die Herdleiten der Teblenspitzeoberstes Michelbachtal gegen HochschoberRückblick auf die Obere Zarspitze, Ulli leicht gezeichnet, aber fröhlich wie immerBlick von der Klosterfrauenalm zum Glockner
(04.02.2016)

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