Griechisches Festland Ost

Auf einer Reise quer durch Griechenland wird man bald feststellen, dass die eingerichteten Kletterfelsen am Festland längst nicht so dicht stehen wie am Peloponnes, auf Kreta oder gar Kálymnos. Die griechische Szene ist aber stark am Expandieren und immer wieder entstehen neue Gebiete, auch in entlegeneren und bislang kaum vom Tourismus berührten Gegenden. So bekamen wir etwa kurz vor Antritt unserer Reise einen brandneuen Führer über die Halbinsel Pílion und dem Regionalbezirk Magnisia mit Almiros und Anavra in die Hand. Weiters haben wir uns die südlich von Metéora gelegenen, sehr reizvollen Felsen von Pyli und Mouzaki angesehen und die ausladenden Wände von Portes bei Ámfissa (nahe Delphí) entdeckt, wo ebenfalls ein neues, großes Gebiet im Entstehen begriffen ist. Über die vielen Klettergärten im Stadtgebiet von Athen gibt es einen eigenen Führer, viele Anregungen für die Halbinsel Attika finden sich auch im sehr empfehlenswerten Gesamt-Griechenland-Führer von Theodoropoulos. Nicht alle gezeigten Gebiete haben wir auch selbst unter die Finger genommen, weil das Wetter oft nicht mitgespielt hat.
Links zu weiteren Wanderungen und Klettertouren in Griechenland im nature-classic-Bericht zum Olýmp.

 Übersichtin Loutra am westlichen Chalkidikifinger ist in den letzten Jahren unter deutschen Händen ein spielerisches Klettergebiet unmittelbar am Meer entstanden; Ronja in Siegrun 3+ am Unteren Strandturmdie Routen verteilen sich auf mehrere Sektoren entlang eines ca. eineinhalb Kilometer langen Küstenabschnitts unmittelbar hinter dem Ort; Ulli in Alfred 7, gleichfalls am Unteren Strandturmgleich daneben der Leuchtturm 5+ ...... und der Schildkrötenkopf; Ronja klettert Junuwitsch 3+wo die Felsen wirklich zu niedrig sind, haben sich Kai Maluck und Freunde trotzdem nicht lumpen lassen: Aus diesem Versteck etwa führt die „Traverse zwischen den Buchten“ 5c - immerhin 6 Seillängen „mit Bademöglichkeit nach der vierten“auch herkömmliche Routen finden sich in dem Küstenlabyrinth des Sektor Fitnessstudio, oft aber kaum fünf Meter hocham südöstlichen Ende des Meeresklettergartens wird's nochmal romantisch: Ulli in Akis & Efti 5aam Hafenwächter 5a schiebt sich Ulli ...... dem Ausstieg entgegendie perfekte spielerische Bereicherung für einen Badeurlaub; neben all diesen Kurzrouten finden sich auch ein paar familientaugliche, kreative (und ab und an von der Vegetation bedrohte) Mehrseillängenrouten, wie etwa der „Möwenflügel“ 4+ - s. Archiv Klettern unter Loutradie Klettergärten im Umland von Meteoradas weltberühmte Meteora hat - hauptsächlich durch die Initiative sächsischer Kletterer - seit den Siebzigerjahren einen Fixplatz auf unserer Wunschliste; Blick vom Straßensattel hinter Kalambaka auf Kastraki, wo unsere Klösterrunde beginnt (s. Archiv Bergsteigen)die Kletterei auf dem ungewohnten Flusskieselkonglomerat ist anfangs sehr abenteuerlich, eine empfehlenswerte Mehrseillängen-Schnuppertour ist die Ambaria-Südwestkante (160 m, 5b, s. Archiv Klettern); hier der Blick von Norden auf den Heiligen Geist mit seinem berühmten Traumpfeiler (250 m, 5c+), eine der Pflichttouren in Meteoranoch ein Blick auf die Zentralgruppe, links im Einschnitt die Dächer von Kalambaka; der Theodoropoulos-Führer (s. Literatur) bringt auch für Meteora eine schöne Routenauswahl, darüber hinaus existiert auch ein neuer Sportkletterführer über das Gebiet, ...... der auch das benachbarte Theopetra mit zurzeit über 130 Routen in 12 Sektoren beinhaltetdas Wetter lässt wieder zu wünschen übrig, trotzdem gelingt es uns, einen Eindruck von zwei bestens eingerichteten Gebieten etwa 40 km südlich von Meteora zu bekommen; in der Fußgängerzone von Pylinicht weit hinter der alten Bogenbrücke aus dem frühen 16. Jahrhundert, am Pass zwischen Thessalien und Epirus, hat sich rechterhand eine kleine Schlucht in den Bergkörper des Kerketio gegraben10 Minuten trennen uns noch von den rund 80 Routen zwischen 6a und 8b, doch wir flüchten vor dem nächsten Gusskeine zehn Kilometer weiter bei den Felsen von Mouzaki ...... haben wir etwas mehr Glück ...... und erreichen zumindest den Wandfuß; noch einmal 60 Routen bis 8b+, einige wenige leichte, ...... wie etwa Fig Tree 6awir versuchen es draußen am Meer, in Volos auf der Pilion-Halbinselauf der attraktiven Hafenpromenade steht als Wahrzeichen der Stadt ein Bronzemodell der Argos, mit der Iason samt seinen heldenhaften Kumpanen nach Kolchis im heutigen Georgien segelte und von dort das Goldene Vlies samt Medea nach Hause brachtegleich über der - schon wieder verregneten - Stadt die ersten Klettergärten: in der Mitte Aghios Nikolaos, rechts am Rand Koukourava, gesehen vom Bergdorf MakrinitsaAghios Nikolaos: am Zustieg nicht zu weit dem Wanderweg folgen, sondern bald rechts durch die Felsen hinunter; eine kleine Kapelle schmiegt sich an den Sektor A (8 Routen 5c bis 7b)wenige Schritte daneben im Sektor B warten 22 Routen von 5b bis 6c+Ulli in Amazonias 5bentlang der Wände folgen noch drei weitere Sektoren, bis der nächste Felsen in Sicht kommt - Koukourava in Bildmitteder gesicherte Zustieg zum Gebiet Koukourava; 9 Routen zwischen 5c und 7a+oberhalb der Klettergärten von Volos reiht sich ein hübsches Bergdorf an das andere, im Bild Portariaerstaunlich schnell gewinnen wir an Höhe, gleich hinter Chania plötzlich ein unerwartetes Bild - Frühjahr in Griechenland stellt man sich anders vordoch die Bergdörfer an der Ostseite des Pilion behalten selbst bei Schlechtwetter noch ihren Reiz: die 1000-jährige Platane am Kirchenplatz von Tsangarada ...... und ein uriges Hotel gleich danebenHunderte Meter tiefer die Traumstrände ...... von Milopotamos; auch hier gibt es rund zwei Dutzend eingebohrte Routenunberührte Felsen auf der Fahrt hoch über der Ostküste des Pilionein Pilgerziel für Schmalspurfans: der Bahnhof von Milies - Ausgangspunkt für den nächsten Klettergartenzu den Felsen nicht gleich dem Weg hinter der ersten Brücke folgen!zweimal täglich rumpelt die kleine Bahn übers Geleise, die Trasse ist auch ein beliebter Wanderwegauf der zweiten Brücke kommen unsere Felsen in Sichtan die Routen kommt man über eine monumentale Felstreppe und ein exponiertes Band, Vorsicht mit Kindernim linken Bereich ist der Wandfuß begrünt, bricht aber hinter Ullis Rücken steil zum Zustiegsweg abErich in einer brandneuen Route am linken Wandrand, 5c; 20 weitere zwischen 6a+ und 7c+im dünn besiedelten Bergland südwestl. von Almyros (an der Hauptstrecke nach Athen) verstecken sich ebenfalls einige lohnende Klettergebiete, so in Richtung Kofi und Anavra (im Bild)das älteste Gebiet hier ist wahrscheinlich der Sektor Anavra A mit ca. 40 Routen meist im 6. Franzosengradder Yellow Rock bietet knapp 20 hauptsächlich schwierige Routen bis 8b+; 24 km südwestl. von Almyros rechts unterhalb der Hauptstraße Richtung Anavra, Zustieg 15 Minutenganz in der Nähe des weltberühmten Apollotempels von Delphi ...... entsteht an den mächtigen Wandgürteln gleich südlich von Amfissa ...... ein neues attraktives Klettergebiet: Portes ist bereits ausgeschildertim Athens Climbing Guidebook sind 33 der wichtigsten Klettergebiete mit über 1100 Routen im Umkreis von einer Stunde ab Zentrum der griechischen Hauptstadt aufgenommenunweit nordwestlich des Zentrums (Autobahnausfahrt 6 Filis Ave) liegen drei Gebiete rund um ein weites Hochtal mit dem Ort Fili: Hasia Cave (30 Routen 5c bis 7c), ...... Acharneis mit der größten Auswahl an leichteren Routen ...... und auf der Nordseite des Kessels Mikri Varasova mit noch einmal 60 Routen zwischen 5a und 7b+
(04.2019)

Literatur: Theodoropoulos: Greece. Sport Climbing: The best of. Athen: Terrain Editions. ISBN: 978-960-9456-21-0.
Maluck: Loutra Kletterführer. Hergensweiler: tmms-Verlag. ISBN 978-3-945271-32-2.
Batsios: Meteora and Theopetra. Sport Climbing Guide. Eigenverlag. ISBN 978-618-83191-0-3.
Kosmopoulos: Climbing in Magnisia. Erhältlich bei: Kletterführer Net Online Shop.
Chaziris/Markou: Athens Climbing Guidebook. Vertical Planet 2014.

© 2018 Ulli & Erich Haderer | nature-classic@gmx.at

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