Gerzkopf, 1728 m

Dachstein, Lungötz, Lammertal, Eben im Pongau. Salzburg. Aufstiege 700-900 Hm. Nachfolgend die Zusammenstellung zweier Unternehmungen an diesem südwestlichsten Ausläufer des Gosaukamms.

NW-Kamm: P Brodhof, Bergstraße ca. 3 km ssö. Lungötz, unweit der letzten Kehre streift die FIS-Rennstrecke - Bergstation des Sesselliftes - NO-Kamm (Maißzipf) - Gerzkopfhütte - Gipfelkuppe.

ÜbersichtKarte NW-Kamm

Der Gerzkopf steht in keinem Schitourenatlas. Die ÖK-Karte täuscht weitläufiges, durchwegs bewaldetes und für Bergsteiger richtig uninteressantes Niemandsland vor. Wer also soll sich bitte gerade hierher verirren - angesichts der alpinen Tourenziele im Tennengebirge oder der rassigen Steilrinnen am Gosaukamm?
Ulli und Ronja wollen nach den letzten drei Supertouren einen Rasttag einlegen, daher ist Erich diesmal allein unterwegs - auf der Suche nach brauchbarem Pulver, Gelände egal. Die Überraschung hätte größer nicht sein können.
Am direkten Sporn von der Sessellift-Bergstation hinauf zum Maißzipf zieht eine elegante Abfahrtsspur durchs verwachsene Gehölz. 150 Hm weiter oben kommt von rechts ein Ziehweg herauf (viel vernünftiger, erreichbar durch kurze Forststraßenquerung ab Bergstation), und plötzlich herrschen beinahe pistenartige Verhältnisse. Was geht hier ab, die Wallfahrt einer einheimischen Schisekte? Nicht weiter störend, im umliegenden Märchenwald gibt's bei bestem Pulver genug Platz für die anschließenden Abfahrtsfreuden. Spätestens bei der Gerzkopfhütte ist man sich sicher, soeben einem Geheimtipp auf die Spur gekommen zu sein: ein weites Hochplateau, kaum Bäume, dafür sagenhafte Aussicht. Frech aufgesetzt die beachtlich steile Gipfelkuppe mit Kreuz und einer szenisch wohlplatzierten Glocke - wie in einer japanischen Tempelanlage.
Der Gerzkopf gibt auch im Sommer eine lohnende Wanderung ab. Das Schutzgebiet steht unter der Patronanz des Europarates, über dem Schwingrasen an den Tümpeln der Latschenmoore leben unter anderem über 50 Vogelarten in weitgehender Ursprünglichkeit.

schon bei der Auffahrt zur Brodhofkehre gehen einem die Augen über: im O der Gosaukamm ...... und im W das Tennengebirgebald gibt der Wald auch den Blick nach Norden zur Osterhorngruppe freidas Naturschutzgebiet steht unter Schirmherrschaft der EUam Rande des freien Plateaus steht die kleine Gerzkopfhüttedie Hochfläche mit der Gipfelkuppe, links der TorsteinGipfelkreuz mit Gosaukammgleich daneben die massive GlockeDetail des zentralen GosaukammesGipfelblick nach NW aufs Tennengebirgeim SW die Sicht über den Pongau bis zum Großvenedigerim S die Radstädter Tauern bis zum Ankogel, hinter dem Faulkogel verbirgt sich die Hochalmspitzeim SO der höchste Berg der Niederen Tauernim O das Dachsteinmassiv
(04.02.2011)

Ost-West-Überschreitung: Im Zuge der Dachstein-Überquerung von der Hofpürglhütte - Leckkogelquerung - Arzbergalm - Lindegg (Lienköpfl) - Langeggsattel - Gsengplatte. Als selbstständige Runde unter Zuhilfenahme des Frühbusses Eben im Pongau - Filzmoos von der Haltestelle Abzweigung Neuberg - Schönleitenriedel - Gsengplatte - Ü Gerzkopf - Ü Platten - Ü Vorderkogel - Gasthofberg - Eben.

Karte Überschreitung: gepunktet der Anschluss vom Dachstein; durchgezogene Linie die (Halb)tagestour mit Busunterstützung von Eben im Pongauvom Dachstein kommend überschreiten wir dessen südwestlichsten Waldausläufer bis Eben im Pongau
Zehn Jahre nach der ersten Bekanntschaft mit dem Gerzkopf kommen wir auf unserer Schiüberquerung vom Wienerwald nach Osttirol erneut hier vorbei. Zusammen mit der folgenden Blümeck-Hochgründeck-Überschreitung nach Wagrain absolvieren wir somit zwischen den Hochgebirgsszenerien von Dachstein und Radstädter Tauern die zwei letzten, kaum begangenen Waldetappen der langen Spur - gekrönt allerdings durch großartige Aussichtsberge, ähnlich dem Dürrenschöberl zwischen Eisenerzer Alpen und Totem Gebirge.

beim Aufstieg über den Schönleitenriedel: Blick gegen NO aufs bewaldete Lindegg und den Gosaukammauf der Gsengplatte; kurz entschlossen hat sich Eva - eine Freundin von Ullis Klettertherapieausbildung - zu uns geselltvon der Gsengplatte über einen weiten Sattel hinauf ...... aufs Gipfelplateau mit Blick auf die Radstädter und Hohen Tauerndie beiden Damen vor Gipfelkreuz und -glockeder Gerzkopf - ein unbekannter, vergleichsweise niedriger, aber großartiger Aussichtsberg - in puncto Panorama ebenbürtig mit dem gleichfalls „bescheidenen“ Dürrenschöberl bei Liezen und dem Hochgründeck in den Salzburger Schieferalpen (s. Archiv); detaillierte Gipfelbeschriftungen auf den Fotos oben im Abschnitt NW-Kammdie Hofpürglhütte zwischen Gosaukamm und Dachstein erkennt man beinahe mit freiem Auge leicht links der Bildmitteim SW gegenüber der grüne Vorderkogel, letzter Waldgipfel vor Eben im Pongau (links unten); dahinter die Hohen Tauern bis hin zum Großvenedigererst wandern wir aber nach kurzer, steiler Abfahrt von der Gipfelkalotte noch hinüber auf die Platten; dahinter der HochkönigRückblick auf Gerzkopf, Torstein und Gosaukammnochmals das Prachtpanorama von der Platten auf Gosaukamm und Dachsteinin der weiten Senke 1468 m zwischen Platten und Vorderkogelam flachen Nordkamm des Vorderkogel lugt rechts vom Torstein endlich der Hohe Dachstein hervorvom Vorderkogel blicken wir auf die Fortsetzung unserer Wienerwald-Osttirol-Tour: der Waldkamm zum Hochgründeck; dahinter rücken die Hohen Tauern näher, deutlich zu erkennen Großglockner, Wiesbachhorn und Tennrechts davon Hochkönig und Tennengebirgezum Gasthofberg über Eben im Pongau folgt man entweder südwestlich den weiten Forststraßenkehren oder schummelt sich etwas unübersichtlich durch dichten Wald direkt hinunter

(29.03.2021)

© 2018 Ulli & Erich Haderer | nature-classic@gmx.at

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