Rondinaio, 1962 m – Monte Giovo, 1991 m

Toskanisch-Emilianischer Apennin, Parco dell’Alto Appennino Modenese, Pievepelago, Emilia-Romagna, Italien. Aufstieg 800 Hm.

P Lago Santo/Rifugio Bertagni, jeweils ca. 90 km von Modena oder Lucca – Lago Baccio – Klettergarten „Dei Celti“ am Nordufer (6 eingerichtete Urgesteinsrouten 3c – 6c) – Il Passetto – NW-Kamm Monte Rondinaio – Ü Altaretto – Grotta Rosa – Monte Giovo – Abstieg am N-Grat zum Passo Boccaia – Rifugio Vittoria – P.

ÜbersichtKartedie teils luftige Gratüberschreitung führt uns über den spannendsten Abschnitt des apenninischen Grenzkamms zwischen Emilia und Toskana
Der toskanische Apennin zeigt sich über weite Strecken als waldreiches Mittelgebirge, ähnlich den Höhenzügen um den Monte Penna. Zu den Ausnahmen, die auch Bergsteigerherzen höherschlagen lassen, zählt neben den ganz im Nordwesten der Toskana gelegenen Apuanischen Alpen auch unser felsiger First, der auf gerader Linie zwischen Modena und Lucca Provinzgrenze und Wasserscheide zwischen Emilia-Romagna und Toskana zieht. Die Gegend erinnert an die steirischen Zentralalpen: von Seen durchsetzte grüne Kare, manchmal gekrönt von fotogenen Zackengraten, ähnlich wie Hirschkarlgrat oder Hahnenkamm in den Triebener Tauern. Wir befinden uns zwar weit ab von den zu jeder Jahreszeit überlaufenen Touristenzentren Florenz, Lucca oder Pisa, an schönen Wochenenden jedoch wird man dank des hoch gelegenen Ausgangspunkts am Lago Santo auf den Gipfeln auch kaum allein sein. Am Gipfelkreuz des Monte Giovo trafen wir sogar auf eine Gruppe Mountainbiker, welche anschließend über den NW-Grat abfuhren; in Italien scheint es auf den Bergen tatsächlich noch genug Platz für beide Rassen zu geben.

der Aufstieg beginnt unterhalb des Lago Santo auf breitem Saumweg; durch ein Waldstück ...... erreichen wir in kurzer Zeit den romantischen Lago Baccio. Von hier sehen wir bereits auf den Mittelteil der Überschreitung, die beiden Hauptgipfel stehen außerhalb der Bildränder. Nur wenige Schritte weiter ...... passieren wir den kleinen Klettergarten „Dei Celti“ ...... mit sechs eingerichteten Routen (Klebehaken)durchs anschließende Kar (drei mehr oder weniger gut markierte Varianten, die oben zusammenlaufen) steigen wir am Fuß der Gratwände ...... hinauf zum Passetto auf 1850 m, wo wir erstmals über einen Großteil unseres Grates bis zum Monte Giovo blicken. Links die Südkante des Altaretto (klassische Alpinkletterei, Licht-Schatten-Grenze), wir werden die schmale Schrofenwand links davon erklimmenzuvor aber noch auf dem NW-Kamm zum Monte Rondinaio, erst über Gras, ...... zuletzt über einen Blockgratam Gipfel gegen NW der gesamte Grat zum Giovoder Hauptkamm des Apennin gegen Ostenim Westen die Apuanischen Alpen, wo die Höhepunkte des toskanischen Alpinismus auf uns warten; der Name leitet sich von einem antiken ligurischen Volksstamm abam Beginn der Überschreitung; die ersten Grathöcker ...... kann man ohne viel Mühe ersteigen oder überkletternRückblick zum Rondinaio ganz hintenkleine gutartige Felszähne laden zum Überklettern ein, ...... während sich der schmale Steig auf der ersten Etappe ständig in der rechten Gratflanke hältdas ändert sich am Altaretto; im Bild die schneidige Südkante („Il Dio delle piccole cose“, III-IV, wie ortsüblich großteils selbst abzusichern), die Steigspuren leiten ganz links über die steilen Schrofen auf den GipfelUlli in der schmalen Südflanke links der Kanteknapp unterm Gipfel der letzte Stand der SüdkanteTiefblick vom Stand auf die Kante und hinüber zum Rondinaiovom Gipfel des Altaretto ...... geht es weiter über einen flachen Sattel ...... zum letzten Steilaufschwung des Grates, den Gipfelfelsen der Grotta Rosaein funkelnagelneues Stahlseil ...... plus Bohrhakenlasche am Gipfel der Grotta Rosa, dahinter schon der Monte Giovoder verbleibende Gratverlauf - hier der Blick auf den Lago Santo - ...... ist nur mehr ein SpaziergangBergradler am Monte Giovo, dahinter unser Gratder Gipfelblick ähnlich wie am Rondinaio - die Alpi Apuane, bei uns weitgehend unbekannt, bieten Abenteuer der Sonderklassewährend die Mountainbiker den NW-Grat hinuntersausen, ...... bevorzugen wir den kürzeren Nordgrat ...... hinunter zum Passo Boccaia und weiter rechts abwärts ...... zurück zum Lago Santo; im SO die Femmina Morta
(16.10.2021)

Literatur: Heitzmann/Gabriel: Toskana Nord. Florenz- Apennin – Apuanische Alpen. München: Rother Wanderführer 2016.

Links zu weiteren Wanderungen und Klettertouren in Italien (südlich der Alpen) im nature-classic-Bericht zum Corno Grande.

© 2018 Ulli & Erich Haderer | nature-classic@gmx.at

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