Schaftrempel, 1709 m

Hochschwab, St. Ilgen, Steiermark. Aufstieg 900 Hm.

P Bodenbauer – Rabensteinwald und NW-Rinne auf den Rabenstein – Ü Fuchsgrabenkopf – Pillstein-Hauptgipfel – Schaftrempel (Schafträmpl) – Pillsteiner Alm – Hahnkogel – Stangental.

ÜbersichtKarteSchaftrempel mit unserer Hinterwäldlerroute aus ONO
Der breite Messnerin-Stock - im südlichen Hochschwab zwischen Tragöß und der Häuselalm gelegen – gibt aus Sicht genussfixierter Tourengeher wenig her, weshalb es im Winter sehr ruhig um diesen Berg ist und man in den Registern neuzeitlicher Schiführer vergeblich danach suchen wird. Angesichts der Fülle an großartigen Hochschwab-Abfahrten möchten wir auf folgende Tour nur Experten aufmerksam machen, welche all die bekannten Gustostückerl rund um den Bodenbauer bereits kennen und einmal aus außergewöhnlichem Blickwinkel begutachten möchten. Dabei sollte man allerdings schweißtreibender Plagerei in nicht immer schigemäßem Steilwaldgelände nicht ganz abhold sein.
Der fünf Kilometer lange Ostkamm der Messnerin zum St. Ilgner Tal hin trägt ein paar baumfreie Gipfel, Schaftrempl und die Pillsteine, von denen man den Großteil der herrlichen südseitigen Hochschwababfahrten quasi vom ersten Rang aus bewundern kann. Den Pillstein-Ostgipfel, 1581 m, mit Kreuz, ersteigen Einheimische manchmal von Tragöß durch Haring- und Schlaggraben. Wir suchen tapfer unseren Weg auf der viel zerklüfteteren Nordseite zwischen Fuchsgraben und Bettlerkar, eigentlich vor der Haustür des Bodenbauer. Den finalen Übergang vom Schaftrempel auf die Messnerin verweigern wir, für die steilen, gefährdeten SO-Hänge über dem Stiegental ist es definitiv zu spät. Das Abenteuer ist aber auch so noch nicht zu Ende; nach der herrlichen Schiwanderung zurück zur Pillsteiner Alm wartet noch das Stangental mit Dschungelkampf und Sprungstelle.
Hat jemand die Nase noch immer nicht voll, kann er vielleicht noch (bei besten Verhältnissen) die Überschreitung der Messnerin von Süd nach Nord versuchen (Tragöß – Reiterberg – Messnerin – Sperperkogel – Scheideck – Klammboden – Klammhöhe – Tragöß). Zur Erholung empfehlen wir hingegen die gegenüber liegende Runde über den Karlhochkogel, auch nicht alltäglich, aber wesentlich genussvoller.

Aufbruch vom Bodenbauer im hintersten St. Ilgener Tal: der Zinken, von dieser Seite ein anspruchsvoller Kletterbergim Westen der Buchbergkogel; während rechts die viel begangene Schiroute zur Häuselalm verläuft, wenden wir uns scharf nach links ...... in den selten betretenen Rabenwald, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagenBlick vom Rabenstein-Nordwestkamm auf die Messnerin; wir steigen links auf den Schaftrempelvom Rabenstein selbst hat man guten Einblick in den Karlgraben; die schattige Schluchtrinne in Bildmitte rechts unterm Fölzkogel ist die Waschenriegelschlucht (s. Archiv Karlhochkogel)auf dem netten Kamm zwischen Fuchsgrabenkopf und Pillstein hat man schon fast gewonnenPillstein-Ostkamm, dahinter Schaftrempel und MessnerinGipfelpanorama vom Pillstein Hauptgipfel gegen den Uhrzeigersinn, beginnend im Osten: Windgrube (rechts) bis Karlhochkogeldaran anschließend Trawies und Hochschwab-Südwändeim Norden berühmte Südabfahrten wie Zagelkar, Rauchtal, Schönberg sowie das Dippelkardaneben Zinken und Hochsteinhinterm markanten Buchbergkogel verborgen die beliebte Häuselalm, links Sonnschienalm und Ebensteindie Fortsetzung des westlichen Plateaus mit dem Brandstein; angesichts dieses Panoramas bekommt man ein ungefähres Gefühl für die Weite der Hochschwab-Gesamtüberschreitung (s. Archiv)zuletzt noch der Grat zur Messnerin und links hinten der Trenchtling; wir marschieren noch weiter bis zum SchaftrempelUlli knapp unterm Gipfelder Weiterweg auf die Messnerin ist uns zu riskant; die Befahrung des Stiegentals (links die SO-Flanke hinunter) erfordert sichere Schneelage und frühen Aufbruchvom Gipfelhang des Schaftrempl arbeiten wir uns wieder hinüber zur Pillsteiner Alm und anschließend durch den Sattel zwischen Bettlerkarkopf und Hahnkogel ...... das abenteuerliche Stangental hinunter ins Tal, welches wir 3.5 km südöstlich des Bodenbauer erreichen
(29.01.06)

Literatur: Horn: Skitouren im Hochschwab. Linz: Oberösterreichischer Landesverlag 1984; vergriffen. Beschreibt nur den Normalweg von SO (Tragöß) auf den Pillstein und die Möglichkeiten an der Messnerin selbst.

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