Schönjöchlspitze, ca. 2350 m

Karnischer Hauptkamm, St. Lorenzen im Lesachtal, Kärnten. Aufstieg 1200 Hm.

P Mühlenstüberl, Obergail, gut 5 km sö. von St. Lorenzen – Forststraße (zu Beginn bergab) ins Obergailer Tal - Obergailer Alm – Enderberghütte – Kar bis knapp unters Jöchl – NW-Flanke/N-Grat auf die Schönjöchlspitze.

ÜbersichtKartedas schöne Kar zwischen Edigon (links) und Raudenspitze mit dem Schönjöchl an der Staatsgrenze; unser Gipfel überragt das Jöchl um ca. 50 Hm und wird vom runden Felsbuckel links der Bildmitte verdeckt
Fast auf den Tag genau Ende Dezember vor 10 Jahren sind wir schon einmal ins Obergailer Tal gespurt – mit Ronja im Tourenschlitten. Damals haben wir im Kar auf 1800 m wegen Schneemangels kehrtgemacht. Mittlerweile lässt die weiße Pracht regelmäßig in den Nordalpen auf sich warten, während sich in Kärnten und Osttirol immer öfter bemerkenswerte Schneemengen auftürmen.
Heute vollenden wir diesen Lesachtaler Schitourenklassiker, nach vorherrschenden Grautönen beim Aufstieg dürfen wir am Gipfel ein Stimmungskarussell mit Seltenheitswert bewundern: Die Nebel kommen und gehen, zaubern ein transzendentes Wechselspiel von Farbe, Licht und Schatten zwischen die hoch aufragenden, verschneiten Zinnen.
Im Bildteil haben wir auch ein paar der Fotos von damals eingeschmuggelt; unfassbar, was in den wenigen Jahren alles geschehen ist.

die Madonna an der Forststraße ins Obergailer Talfast am Tag genau zehn Jahre zuvor: unsere 13 Monate alte Ronja ist in ihrem Tourenschlitten mit dabeiauf der Obergailer Alm kommen die beeindruckenden Nordwände voll zur Geltung; will man auf die Wasserköpfe oder die Letterspitze (s. Archiv), zweigt man links ab, wir halten uns rechts ...... entweder gemütlich auf der Forststraße über die Enderberghütte ...... oder steiler direkt durch den Graben abkürzend ...... hinauf ins Kar; im Dezember 2011 akuter Schneemangelden Schlitten müssen wir bald einparken, ...... aber auch auf Schi macht es bald keinen Sinn mehrzehn Jahre später Gott sei Dank eine ganz andere Situationauf ca. 2100 m kann man bei geeigneten Verhältnissen aus der Karmulde links in die steile Edigon-Nordwestflanke queren (bis 40°; Steigeisen am Gipfelgrat); wir halten uns heute gerade hinauf ...)... bis knapp unters Schönjöchl und streben den kurzen Nordgrat auf den Gipfel andie Raudenspitze im Rücken ...... steigen wir zum Schidepot hinauf ...... und legen die letzten Meter zu Fuß zurückUlli kurz vor dem Ausstieg zum Gipfel, rechts unten der Auslauf der Edigon-Nordwestflankeam Gipfel hält die Wetterküche ein unvergleichliches Menü bereitfast im Sekundentakt ändern sich die Stimmungen; im Osten die Gratfortsetzung zum Edigon ...... sowie der Blick auf die höchsten Karnierauch im Südwesten ...... lässt sich der Regisseur nicht lumpen ...... und baut ständig kreative Spezialeffekte ein; wir sind so begeistert, dass wir gleich drei Tage später aufs Hochalpl steigen müssen (s. Archiv)der nächste Vorhang über der Raudenspitze ...... ist einen Moment später wieder gefallen; da schaun's, die Zweiaber auch der Blick nach Österreich hinein ist nicht zu verachtenzurück zum Schidepot ...... und hinein ins nächste Vergnügenflott schwingen wir ...... die ideale Mulde hinunterlinks der Gamskofel, ein Obergailer Hausberg, beliebt auch bei Schneeschuhwanderernden Umkehrpunkt von 2011 überragt der breitschultrige Marchkofel mit dem 50 m niedrigeren Mittagskofel (links davon), an dem sich im Jänner 2013 ein tragisches Lawinenunglück ereignet hatRückblick auf den langen Raudenspitze-NordgratForststraßenabfahrt 2011ein letzter Blick auf Hochstadel und Lumkofel„Na? Seit drei Monaten auf den Beinen! Obergail - supergeil!“
(28.12.21)

Literatur: Zink: Skialpinismus in den Karnischen Alpen. Mailand: Versante Sud 2015.
Sagmeister/Wutte: Kärnten West. München: Rother Skitourenführer.

© 2018 Ulli & Erich Haderer | nature-classic@gmx.at

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