Säbelspitz, 2159 m

Karnischer Hauptkamm, Birnbaum, Lesachtal, Kärnten. Aufstieg 1200 Hm.

P Niedergail, ca. 4 km südöstl. von Liesing im Lesachtal, 20 km westl. von Kötschach-Mauthen – Forststraße (zu Beginn leicht fallend) ins Niedergailer Tal – Kreuthner Hütte – Gailtaler Alm – Podlanigalm – Sattel Kreuzleithöhe – SSW-Kamm Säbelspitz. – Abfahrt über die Aufstiegsroute oder rassiger direkt über WSW-Flanke und Simonswald zum Bach und jenseits (zu Beginn links haltend mit ca. 70 m Gegenaufstieg zur Hütte auf 1514 m bzw. zum Ziehweg südl. der Kreuthner Hütte.

ÜbersichtKarteunsere spannende Abfahrt durch die Westflanke des Säbelspitz
Der durchaus reizvolle Niedergailer Talschluss wird von Schitourengehern verhältnismäßig selten aufgesucht. Die steile Auffahrt von Oberring bzw. Liesing verlangt oft Ketten oder Allradantrieb, die meisten entscheiden sich dann für die beliebte Standardtour über dem Talanfang, dem Mittagskofel. Mit ca. 5 km Talmarsch und der Überlistung einiger bockiger Gräben überm Talschluss verschafft man sich aber Eintritt zu einem bezaubernden Playground für Schialpinisten. Im beeindruckenden Halbrund zwischen den Wasserköpfen und unserem Säbelspitz bleiben keine Wünsche offen: Selbst wilde Gesellen wie Letterspitze und Kesselkofel lassen sich bei besten Verhältnissen mit Schi ersteigen, besonders ausdauernde Helden überqueren sogar das Niedergailer Joch und erklimmen auf italienischem Gebiet die steile Westflanke der Biegenköpfe. Als zahmste Kandidaten bieten sich die Kreuzleithöhe und eben unser Säbelspitz an, Letzterer mit einer hochinteressanten direkten Abfahrtsvariante. Vom Fuß des Gipfelaufschwungs fahren wir in scharfem Winkel schräg rechts in die WSW-Flanke ein (Vorsicht: auch zu Mittag oft noch sehr hart), weiter unten leicht links haltend über die schwer einsehbaren kleinen Rinnen und Rampen zwischen den beiden auffälligen Schluchten. Wo diese sich vereinen nicht links auf den ebenen Boden, sondern eher rechts geradlinig über baumfreie Hänge, dann links einer Waldschulter die abschließende Mulde hinunter zum Bach (s. Fotos). Der Wiederaufstieg zum Sommerweg wird angesichts des soeben bestandenen herrlichen Pulverabenteuers niemanden stören.

am Zustieg durchs Niedergailer Tal, hinten der mächtige Kesselkofelvorbei an der Kreuthner HütteBlick vom Talschluss auf den Karnischen Hauptkamm, die Grenze zu Italiender Aufstieg zu den Böden unterm Niedergailer Joch; auf den Kesselkofel gelangt man am einfachsten übers Lahnerjoch und die Südseiteam Ende der Hangquerung unter den Vorbauten des Kesselkofel auf etwa 1700Blick gegen Nordwest auf Letterspitze, Obergailer Joch und Wasserköpfeoberhalb der Podlanigalm ...... erreichen wir den Verbindungskamm zwischen Kreuzleithöhe und Säbelspitz; im Hintergrund das eindrucksvolle Biegengebirgelinks anschließend die höchsten Spitzen des Karnischen Hauptkamms: der Rauchkofel ist eine der beliebtesten Standardschitouren des gesamten Gebiets (s. Archiv)Ulli auf dem aussichtsreichen Kamm; bei der Abfahrt queren wir vom Fuß des Gipfelaufbaus gleich links in die Westflanke die letzten Meter zum Gipfeldas Gipfelpanorama beginnen wir gegen den Uhrzeigersinn im Südosten mit Hohe Warte und Mooskofelgruppeauch die Gipfel des Plengemassivs und die unnahbar scheinenden Wände von Hinterer Mooskofel und Gamskofel (ganz rechts) werden mit Schi erstiegengegen Nordosten der Gratzug Stallon - Runseck (s. Archiv)im Nordwesten das Lesachtal und die Lienzer Dolomitender Mittagskofel ist der meistbesuchte Schiberg über dem Niedergailer Tal, obwohl sich hier 2013 ein folgenschweres Lawinenunglück ereignetenoch weiter links erreichen wir wieder den Grenzkamm ...... mit Blick auf unsere Aufstiegsrouteim Süden schließt sich der Kreisdie Einfahrt in die Westflanke ist steil ...... und kann noch zu Mittag ziemlich hart seindie herrliche Abfahrt wird gekrönt vom Wolayer Kopfdie hindernislosen Hänge gerade hinunter bis zur Kante, wo es etwas knifflig wird: man überquert eine seichte Runse (die sich bald zur Schlucht vertieft) nach links und fährt auf einen freistehenden Baum zu, ...... danach sucht man sich seine Linie durch eine Reihe von kurzen Mulden und Rampen, das Gelände ist steiler als es den Anschein hat; vom so erreichten schrägen Plateau nicht in die Schlucht hinunter ...... sondern wieder rechts haltend über eine kurze Steilstufe ...... in die kurze Schluchtweitung hinunter und vom tiefsten Punkt gleich rechts hinüber auf den baumfreien Sporn links der GrabenfortsetzungRückblick auf die Steilstufe des Mittelteils zwischen den beiden Schluchtrinnengenüssliche Abfahrt am Sporn, unten genau in Bildmitte ...... in die abschließende Pulvermulde hineintraumhaftes Schwingen ...... bis hinunter zum Bachdie Schi bilden die Vorhutder Altmeister checkt das Gelände, ...... die Lady folgt behändedie ca. 70 Höhenmeter Gegenaufstieg, ...... vorbei an der kleinen Hütte, trüben das tolle Gesamterlebnis nicht im Geringsten
(03.02.22)

Literatur: Zink: Skialpinismus in den Karnischen Alpen. Mailand: Versante Sud 2015.

© 2018 Ulli & Erich Haderer | nature-classic@gmx.at

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen. Mehr dazu lesen Sie unter Datenschutz.