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Cherrapunji, ca. 1500 m

Zu den Wasserfällen am feuchtesten Fleck der Erde.

Meghalaya, NO-Indien. Ca. 50 km ssw. Shillong, ca. 150 km südl. Guwahati (Flughafen).

Übersicht IndienKartebeim Landeanflug auf Guwahati kann man bereits die Bergstraße aus dem Tal von Assam hinauf nach Meghalaya (Wolkenland) ausmachenDschungelpfad an den Meghalaya-Nordhängen

Die Fahrt auf der von Schlaglöchern übersäten Bergstraße von Guwahati (1500 km östl. von Delhi) hinauf nach Shillong, der Hauptstadt des Bundesstaates Meghalaya, gleicht einem Höllenritt. Selbst mit der Polizeieskorte, die uns immer wieder aus den endlosen Lastwagenkolonnen holt, brauchen wir mehr als doppelt so lange, als uns der Routenplaner von Google-Maps vorgaukeln will. Shillong selbst liegt in malerischer Unübersichtlichkeit verteilt auf steilen, grünen Hügeln und hätte in etwa das Flair eines Luftkurortes - wäre da nicht der immerwährende, zähe Verkehr, der die Stadt bis in die Nacht hinein verstopft.

zu Gast beim Polizeipräsidenten des Bundesstaates, ein typisches Wohnhaus im Meghalaya-Stildie Einrichtung ist eher spartanisch und erinnert an die Regierungs-Gästehäuser in Bhutan; die Wände sind nicht mit Plastikfarbe gestrichen sondern bestehen aus einem traditionellen Baustoff auf Leimbasis, der sich bei Erdbeben als extrem widerstandsfähig erweist

Durch teils enge Täler geht's noch weiter hinauf auf die baumlose Hochfläche Meghalayas („Wolkenland“), von den Engländern seinerzeit Little Scottland genannt. Rund um das Dorf  Cherrapunji bricht der Südrand des Plateaus steil ab ins Tiefland von Bangladesch. Der Monsun zieht aus dem Golf von Bengalen übers Gangesdelta herauf und bleibt teilweise an den steilen Flanken hängen. Die Wolken kühlen ab und entladen ihre Feuchtigkeit - mit einer Entschlossenheit, wie sie ähnlich nur noch auf der Insel Kauai (Hawaii) zu finden ist. Zum Vergleich: In Österreich bewegt sich die jährliche Niederschlagsmenge von 500 mm (Weinviertel) bis max. 3.000 mm (Alpenvorland). In Cherrapunji steht der Rekord bei 9.300 mm in einem Monat (Juli 1861), der Jahresrekord bei 26.500 mm. Was aber nicht heißen muss, dass man vor lauter Nebel die Landschaft mit seinen tief eingeschnittenen Schluchten und Wasserfällen nie zu Gesicht bekommt. Ganz im Gegenteil, in den Regenpausen (s. Fotos) entstehen bald Ideen zum Anlegen eines Rimtrails entlang der Abstürze (einige Unterstände an den Aussichtspunkten gibt es bereits). Oder sollten wir beim nächsten Mal vielleicht ein paar Mehrseillängenrouten zwischen den Wasserfällen einbohren (ein Sportkletterklub existiert nämlich auch schon in Shillong)? ...

unterwegs hinauf zum Hochplateau, Flusstal bei UmlympungBauernhaus am Flussdie baumlose Hochfläche am Scheitel des „Wolkenlandes“, von den Engländern seinerzeit Little Scottland genannthier sammeln sich die überreichen Niederschläge in kleinen Bächen, ...... die sich immer tiefer eingraben ...... und sich in kleinen Kaskaden ...... dem Hochflächenrand nähernnahe der Kante bilden sich kleine Gumpen, ...... bevor das Wasser jäh in die Tiefe stürztdie Seven Sisters Falls, wenige Kilometer nördl. von Cherrapunjidas „Ortszentrum“ von Cherrapunjidie artenreiche Pflanzenwelt des Plateaus ...... sollte angesichts der Feuchtigkeit und des milden Klimas nicht überraschenund das Spiel der Elemente beginnt von neuem: ...die Wasser sammeln sich ...... und stürzen über den wohl berühmtesten Fall der Region, ...... den an die 80 m hohen Nohkalikai Wasserfallder Fall trägt den Namen einer bedauernswerten Mutter, die an ebendieser Stelle verzweifelt in die Tiefe sprang, nachdem ihre hübsche Tochter vom bösen Stiefvater, einem wahren Wolf im Schafspelz, heimtückisch zerstückelt worden war

Wie wär's mit einem Ausflug hinunter ins Tal von Assam zum Kaziranga Nationalpark oder nach Südindien zu den Nandi Hills bei Bengaluru? Oder ihr begleitet uns auf eine ausgedehnte Rundreise durch Rajasthan.
(29.10.2011)

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