Rosenspitze, SW-Gipfel, 3022 m
Ein Lieblingsberg Ludwig Purtschellers.
Venedigergruppe, Ströden, Virgental, Osttirol. Aufstieg 1300 (-1800) Hm.
P Ströden im hintersten Virgental (gebührenpflichtig) - Islitzer Alm – Umbalfälle – (Clarahütte, empfohlen, s. Archiv unter Iseltrail) – Dabertal – Leitbachtal – gesamter SW-Grat über Rosenlenkenkopf, 2809 m und Rosenlenke auf das Gipfelpaar der Rosenspitze – Sentenböden – Rudolf-Tham-Weg zur Reichenberger Hütte am Bödensee – Bachlenke – Großbachtal – Großbachalm – Stürmitzalm – Islitzer Alm – Ströden.
Ich stehe nicht an, die sich hier darbietende Aussicht als eine der großartigsten und dankbarsten in den Tiroler Bergen zu erklären. -
Fast auf den Tag genau vor 130 Jahren wurde die Rosenspitze erstmals erklommen. Der berühmte Innsbrucker Lehrer und Bergsteiger Ludwig Purtscheller, Erstbesteiger des Kilimandscharo, galt damals als einer der besten Kenner der Alpen, in denen er über 1700 Gipfel bestieg. Seiner kompetenten Meinung wird niemand widersprechen, der es auf diesen entlegenen 3000er schafft: Neben dem exzellenten Blick auf den Großvenediger und seine Trabanten (nur vom Hauptgipfel) entschlüsseln sich die geheimsten Winkel der Hohen Tauern, etwa die Hohe Grube, das von 15 Dreitausendern umrahmte hintere Umbaltal oder der fast schreckhafte Blick in die Riesenspalte des Daberthales – mit seinen entsetzlich steilen, grün angehauchten, wandgestuften Hängen eine der wildesten Schauplätze der Lawinen …
Wir kommen vom Gletschertor der Isel am Umbalkees, haben frühmorgens wegen der etwas unstabilen Wetterlage unsere Pläne geändert, wollen eher auf markierten Wegen bleiben. Auf dem Weg zur Reichenberger Hütte können wir jedoch dem Ruf der unter Kennern legendären Rosenspitze nicht widerstehen und steigen noch im Leitbachtal in gerader Linie auf den langen SW-Grat hinauf – ab der Rosenlenke der Weg des Erstersteigers, in neuerer Zeit kaum mehr begangen, teils steiles sandiges Geröll, weit oben eine kurze Kletterpassage aus den Schieferbändern der Nordseite auf den Grat hinaus.
Der heute übliche, unkompliziertere Aufstieg von der Reichenberger Hütte zum 38 m höheren Hauptgipfel führt von den Sentenböden an der Südseite in die Scharte zwischen beide Gipfel.
Die ausgedehnte Runde (oder die extravagante Abstiegsvariante von der Clarahütte) ist übrigens auch ohne Gipfelbesteigung eine äußerst lohnende Unternehmung.
Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Tristach: Zloebl 2007.
Gasser: Erlebnis Osttirol. Graz: Leopold Stocker Verlag 1979.




















































