Lenkspitze, 3105 m - Arventalspitze, 3083 m
„Tanz auf dem Vulkan“.
Venedigergruppe, Prettaukamm, Defereggental, Arvental, Erlsbach, Osttirol. Aufstieg je nach Startpunkt und Gipfelziel 1300-2200 Hm.
P Oberhausalm im hinteren Defereggental, Mautstraße von Erlsbach 6 km westl. von St. Jakob in Defereggen (Mautgebühr 9 €); oder mit MTB schon am P zu Beginn der Mautstraße (Tagesgebühr 5 €) – Seebachalm – Jagdhausalm – Arventalalm (bis hierher mit Rad auf der „Rieserfernerrunde“) – Talweg (Radfahrverbot!) bis knapp vor der Stallung auf 2250 m – Wiesenhänge nordwestl. hinauf ins Südkar – Rinne in die Scharte, 2917 m (italienischer Grenzstein g 29) – knapp links des SW-Grats an der Staats- und Nationalparkgrenze auf die Lenkspitze (Pizzo Lungo; Steinmann, windschiefes Gipfelkreuzchen, Handymasten) – event. Ü auf den 15 m niedrigeren rein italienischen NW-Gipfel (kurze Kletterstelle, großes Gipfelkreuz) – Abstieg zurück ins S-Kar bis auf ca. 2600 m und knapp unterhalb der Felsen des Arventalspitze-SO-Grats Aufwärtsquerung auf Gamsfährte im Steilgras ins nächste Kar – S-Kar/oberster SW-Grat auf die Arventalspitze (Alprechspitze, Pizzo di Alpre, in den Karten immer noch „Affentalspitze“) – Abstieg direkt ins Arvental.
Eine höchst eigenartige und dennoch großartige Gipfelkombination in einem der hintersten Winkel Österreichs: Seit Erfindung des E-bikes sind die früher kaum besuchten Gipfel in greifbare Nähe gerückt und für Dreitausender relativ einfach zu haben. Obwohl mittlerweile auf beiden Bergen Gipfelkreuze stehen, sind die Anstiege aber bislang mehr oder weniger weglos geblieben. Die steilen Grashänge zu Beginn sind gut begehbar, ebenso die darauf folgenden begrünten Schutthänge. Darüber wandelt sich das Gelände und der immer schneller voranschreitende Zerfall dieser pittoresken Gebirgslandschaft wird deutlich. Schottrig-erdig-sandige Steilflanken, im Abstieg viel angenehmer zu begehen als bergwärts, erinnern an ähnliche Gegebenheiten am Ätna oder Fujiyama. Bei leichter Bewölkung in Verbindung mit Saharastaub ist dann der Tanz auf dem Vulkan im Weltuntergangsszenario perfekt und die tollen Gipfelausblicke und nie gesehenen Einblicke in die aufregende Umgebung (Rieserferner, Zillertaler, Glockhauskamm u.s.w.) werden noch einmal gruseliger. Trotz der vergleichsweise geringen technischen Schwierigkeiten sind beide Gipfel nichts für den steigverwöhnten Genusswanderer, wobei sich die Lenkspitze vergleichsweise etwas harmloser gibt. Im Gipfelbereich der Arventalspitze allerdings wird ein Ausgleiten an den blechdünnen Felsschichten der schmalen Bänder kaum verziehen.
Literatur: Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Lienz-Tristach: Verlag Grafik Zloebl 2007.
Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.














































