Finsterkarspitze, 3029 m

Die Bödensee-Umrahmung über der Reichenberger Hütte.

Venedigergruppe, Lasörlingkamm, Defereggental, St. Jakob in Defereggen, Osttirol. Aufstieg 1800 (ab Vordere Trojeralm) - 2200 Hm (ab St. Jakob).

P Trojeralmtal nördl. von St. Jakob (1640 m, Tagesgebühr 5 €, nur Münzen) – Durfeldalm – Kesselsee – Satteltiefe – O-Grat Hainzenspitze – Ü Kesselpater (1 Stelle II) – Ü Finsterkarspitze (1 Stelle III) – Abstieg am Normalweg: oberer NW-Grat – SW-Flanke, Steig – Querung unterhalb des unteren NW-Grats in die Rote Lenke – Gösleswand SW- und Hauptgipfel – Bödensee - Reichenberger Hütte – Talabstieg über Rudolf-Kauschka-Weg und Durfeldalm oder Höhenweg direkt ins Trojeralmtal.
Die Auffahrt mit Rad ist bis zur Vorderen Trojeralm (ca. 1800 m) gestattet (offizielle MTB-Route). Die Tour kann mit Nächtigung in der Reichenberger Hütte entschärft werden, welche auch über den Lasörling-Höhenweg, aus dem Virgental (Iseltrail) oder von der Clarahütte erreichbar ist.

ÜbersichtKarte 1: Zugänge St. Jakob in Defereggen - Reichenberger HütteKarte 2: Bödensee-Umrahmung über die Durfeldalmdie fünf Gipfel überschreiten wir gegen den Uhrzeigersinn, der See liegt verdeckt hinter der Hütte

Obwohl sich aufgrund der Erderwärmung die Verhältnisse besonders auf unseren höheren Bergen stark ändern, lassen sich über die Bödensee-Umrahmung in der Osttiroler Lasörlinggruppe kaum Einschränkungen finden: Man ist mit kurzen Unterbrechungen auf gleich drei gestaffelten Kämmen unterwegs, was in diesem Gebiet ein Aussichtsfest sondergleichen ergibt. Gegenüber vielen anderen Dreitausendern ist hier der Fels auch an den kurzen Kletterpassagen noch kompakt geblieben und das Überschreiten der zu einer langen Schlangenlinie aufgereihten, imposanten Firste hoch über einer großartigen Berglandschaft macht echt Freude.
Wer die Zeit aufbringen will, sollte eine mehrtägige Kombination mit unserer Runde aus dem Virgental erwägen (s. im Archiv unter Rosenspitze – Reichenberger Spitze), die für sich allein schon eine Reise wert ist.

die Durfeldalm überm Trojeralmtal mit Blickrichtung Süden, ...... wo der Panargenkamm gegen Westen in Richtung Rieserferner ziehtam Ende des Fahrwegs bei einem kleinen Hüttchen verlassen wir den Rudolf-Kauschka-Weg rechts hinauf ...... in einen weiten Kessel zwischen den Südgraten von Hainzenspitze und Kesselpater (rechts)Kesselsee mit Villgratner Berge im Hintergrundüber grobe Blöcke hinauf zur Satteltiefe zwischen den beiden Gipfeln; am Kammfirst rechts der Mitte eine Messstation als kleiner weißer Punkt, den wir anstrebenauf der Satteltiefe: die zentralen Venedigergletscher, davor die begrünte Gösleswand am Ende der Überschreitungaus dem Sattel gelangen wir über den kurzen, harmlosen Ostgrat ...... hinauf zum Gipfelobelisken ...... der Hainzenspitze, 2930 m, wo sich die Fortsetzung des Panargenkamms offenbartTiefblick auf den Kesselseegenau gegenüber der Bödensee und die westlichen Venedigerauf der Hainzenspitze beginnt die Umrundung des langgezogenen Finsterkars; bald nach der Satteltiefe, im unteren Teil des Kesselpater-Westgrats, ...... die erste Kletterstelle an der gutgriffigen, runden Gratkantenach Überwinden der schönen Kletterpassage ...... gibt sich der Grat wieder zahmder Gipfelaufbau des Kesselpater wirkt wieder steiler, ...... ist aber auch keine Hexereihinter der Panargenscharte (genau überm Hainzenspitz) tauchen schon die Rieserferner aufvom Gipfelsteinmann des Kesselpater ...... erkennt man im Südosten hinter den Villgratnern gerade noch die höchsten Gipfel des Karnischen Hauptkammsam waagrechten First unserem nächsten Gipfel entgegenimmer wieder lustige Passagen am Gratauf dem kurzen Abstieg in die nächste Scharte ...... kommen wir heuer erstmals mit Neuschnee in BerührungRückblick zum Kesselpater, wir wenden uns ...... dem Südgrat der Finsterkarspitze zu; in der seichten Verschneidung der unteren Hälfte ...... sind die grasigen Schrofen nicht immer ganz festUlli kommt aus der Verschneidung ...... und findet oberhalb teilweise ganz gute Gamssteige vorwieder eine interessante Stelle an ultradünnen Felsplattendie Schlüsselstelle am Ausstieg zum Gipfelgrat: glatte Platte mit eher kleinen Haltepunktengewaltige Sicht am Gipfelgrat: im Osten über die Stampflesköpfe bis zum Großglocknerim Nordosten die Kriselachspitze überm Kleinbachtal und das Venediger-Gletscherdachauch hier wieder ein flacher GipfelfirstFinsterkarspitze, 3029 mRückblick auf den bisherigen Gratverlauf; mittlerweile sind auch die Dolomiten aufgetauchtVenedigerpanorama von der Daberspitze bis zum (zweiten) GeigerAbstieg von der Finsterkarspitze am Nordwestgrat, erst am luftigen Gipfelkamm ...... auf einen begrünten Vorgipfel, danach ...... über eine Felsstufe, an deren Fuß ein deutlicher Steig beginntvom folgenden Flachstück leitet der Steig links hinunter ins Finsterkar, somit kann man den turmbewehrten unteren NW-Grat einfach umgehen; unser nächstes Ziel: die grüngraue Gösleswand gleich dahinterunterhalb der Gratwände queren wir aus dem Finsterkar hinaus in die Rote Lenke, aus der ein markierter Steig auf die beiden Gösleswandgipfel führtRückblick aus der Roten Lenke auf den FInsterkarspitze-Nordwestgrat, den wir oben aus der Flachstelle nach hinten verlassen habenschnell steht man dann am Gipfelgrat der Gösleswand; wir laufen zuerst zum niedrigeren SW-Gipfel, hinter Erich wieder der Glocknerder bescheidene Umweg lohnt sich allemal, ...... hat man doch nur vom Südwestgipfel ...... den ungehinderten Blick auf Böden- und Göslesseelinks davon unsere ersten drei Gipfel, ...... rechts die verlockende Kulisse zwischen Keesegg und Rötspitze, ...... hier im Detail; Rosenspitze, Reichenberger Spitze und Hohes Kreuz im Archivauch im Norden zeigen sich viele der geheimsten Ecken der Venedigergruppe (s. Wiesbauerspitze oder Ogasilspitze)ganz nah auch die Gletscherkrone des Venedigersbeim Übergang zum Hauptgipfel schenken uns ein paar Höhenmeter mehr den ungehinderten Blick über die Satteltiefe vom Beginn unserer Überschreitung auf die Sextener DolomitenRückblick vom Haupt- zum SüdwestgipfelAbstieg in ein soeben begangenes Gemäldezufriedener Ausklang an der Reichenberger Hütte, ...... wo sich die gesamte Umrahmung im Bödensee spiegelt
(26.09.2026)

Literatur: Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Lienz-Tristach: Verlag Grafik Zloebl 2007.
Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.

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