Pirkacher Wände, ca. 650 – 900 m
Vergessenes Klettergebiet für fortgeschrittene Entdeckernaturen.
Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Drautal, Oberpirkach, Kärnten. Aufstiege bis 300 Hm.
Mehrere Zugänge, auch mit Rad: Klettersteig-/Hochstadelhaus - P Pirkach, 5 km wnw. von Oberdrauburg – Forstweg in Richtung Hochstadelhaus.
Oder von einer großen Ausweiche an der Nordseite der B 100, 500 m westl. der Landesgrenze Kärnten-Osttirol – über Straße und Bahn, danach rechts 500 m flussaufwärts und über die Radwegbrücke, dahinter rechts über das Zaungatter und zum Forstweg.
Untere Wände: noch im Tal, bevor die Hochstadelstraße ansteigt, über den Weidezaun am Waldrand südlich zurück und auf Traktorspuren unter die beiden hellen Steilwände, die von einem in den Wald herabreichenden Pfeiler getrennt werden (hoch darüber die ausgesprengte Hochstadelstraße) – undeutliche Steigspuren hinauf zu teils alten Fixseilen, rechts oberhalb des Pfeilerfußes der Einstieg zu Piri Piri, 8+ (7+/8- A0), 4 Seillängen; rechts und links davon Fixseile zu den beiden Klettergärten in den weißen Wandfluchten. Vorsicht!
Obere Wände: die Hochstadelstraße (oft in schlechtem Zustand, Fahrverbot ausgenommen Hüttengäste während der Saison) zur ersten Kehre, hier rechts auf undeutlichen Spuren im steilen Wald hinauf zum höchsten Punkt der Rinne, dem Einstieg zu El Dictator, 8+/9- (7+/8- A0), 10 Seillängen. -
Folgt man der Straße weitere 200 m, zweigen beim Rand einer kurzen Asphaltstrecke (Steinmann) erneut undeutliche Steigspuren ab, welche in einen schottrigen, baumbestandenen Winkel hinaufführen. Hier die Route Chicken Wing, 7, 6 Seillängen. Im linken, oberen Winkel noch eine begonnene Route, die am dritten Zwischenhaken endet.


Achtung, keiner der üblichen Klettergärten! Abenteuergelände bereits an den Zustiegen besonders zur Unteren Wand mit alten Hilfsseilen in anspruchsvollem Klettersteig-Gelände. Laut den Locals werden beide Bereiche mit ihren vorwiegend schwierigen Routen kaum mehr besucht. Fremdlinge sollten auch nur bei einer Begutachtung wissen, was sie tun. Die als ortsüblich anzusehenden, eher weiten Bohrhakenabstände sind fast generell ernster einzustufen als vergleichsweise in den Nordalpen. Die mit Abstand leichteste Route Chicken Wing schaut man sich besser an Hochsommertagen an, bei tiefer stehender Sonne eher schattig-düsteres Ambiente.
Der Untertitel des Berichts kann ernstgenommen werden. Drei Kurzzitate zu El Dictator aus dem Messini-Führer können die Pirkacher Wände hervorragend charakterisieren:
Ausdauernde, geniale Sportkletterlinie an gutem, aber oft schwer zu lesendem Fels.
Wer in den Unterarmen müde werden will, ist hier genau richtig.
Achtung: Fixseile unbedingt überprüfen!
Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Versante Sud 2019.












