Hintereggkogel, 2638 m

Venedigergruppe, Frosnitzkamm, Matrei, Zedlach, Osttirol. Aufstieg 1200 (-1400) Hm.

P Zedlach oder besser kurz vor dem Berggasthof Strumerhof (3 km von Zedlach, 8 km von Matrei) – Lackenwald - Wodenalm – SO-Sporn Planlissbichl – Wodentörl – Hohes Feld - Hintereggkogel.
Achtung: Entgegen der Darstellung in der neuen AV-Karte Venedigergruppe ist der Steig nur bis zur Wodenalm markiert und ausgeschildert. Das folgende erdige Steilgelände erfordert Trittsicherheit und ist bei Nässe kaum zu begehen, der aufgesetzte felsige Gipfelkegel ist zurzeit mit einem langen, teilweise aufgerauten Handlaufseil abgesichert, welches nicht der geltenden Klettersteignorm entspricht!

ÜbersichtKarteder südöstlichste Ausläufer der Venedigergruppe von Süden (Kl. Zunig)Plan Aufstieg

Der Hintereggkogel thront als mächtiger Ausläufer des Ochsenbug mehr als 1600 m über Matrei in Osttirol. Der unscheinbare Planlissbichl, früher Zedlacher Wiesenspitze, ist eine aussichtsreiche, baumfreie Wiesenkuppe, Zwischenstation auf dem Weg zum knapp 500 m höheren Gipfel, die wir Mitte Mai bei Neuschnee erreicht haben. Der Weiterweg bei Schneeschmelze über den teils ausgesetzten Erdsteig wäre tückisch gefährlich gewesen. 11 Tage später ist der schmale Pfad durchs Labyrinth der Raslklüfte trocken und lässt die folgenden 400 Hm flott überwinden. Eine Überraschung bietet der steile zuckerhutartige Gipfelaufbau, den man an einem langen Seemannstau älterer Produktion hinaufturnt. Eine Sanierung steht dringend an, eine Zwischenverankerung dreht sich bzw. ist kurz vor dem Ausbrechen. Gleich hinterm Gipfelkreuz ein fotogener Felsturm und der scharfe Grat über die schaurige Bretterwand zum Ochsenbug, ganz zu schweigen von der herrlichen Rundsicht.

gut 400 Hm Waldanstieg durchs „Zedlacher Paradies“ mit seinen uralten Lärchen bringen uns auf die Wodenalmwährend die Schneeschmelze auf den hohen Bergen ums kaum 30 km entfernte Lienz zu den Eisheiligen schon weit fortgeschritten ist, stoßen wir hier schon in 1800 m Höhe auf die weiße Pracht; Blick gegen ONO auf die Granatspitzgruppe der frei stehende Wiesengipfel des Planlissbichl sticht kaum jemandem sonderlich ins Auge, sind es doch noch knapp 500 Hm auf den großen Bruder; die Aussicht ist aber schon von hier grandios; heute mit von der Partie: Reinhold vom ÖTK Dölsach, hinter Ulli der Gr. Zunig (s. Archiv)überm Virgental die hohen Berge der südwestl. Venedigernur im Norden ist uns die Fernsicht versperrt: von links Ochsenbug (s. Archiv), Bretterwand und Hintereggkogelder Weiterweg führt übers Wodentörl die steilen Grashänge empor, welche im Moment durch die Schneeschmelze stark durchfeuchtet werden und den schmalen erdigen Steig in eine gefährliche Rutschfalle verwandelndie südlichen Granatspitzberge überm Iseltalkniewir gehen diesmal daher nur mehr wenige Meter übers Wodentörl hinaus ...... um den Rückblick über den Planlissbichl hinweg zu genießennur elf Tage später ist am Planlissbichl der Sommer eingekehrt, Schnee nur mehr am Gipfeldach des OchsenbugWodenalm und Planlissbichl bereits tief unter uns; Ulli zwischen den „Raslklüften“, Tiefblick auf Matrei und das Iseltaldie meist parallel verlaufenden Klüfte evozieren die Vorstellung eines sich Schicht für Schicht wie eine Zwiebel schälenden Berges; der Parkplatz liegt gleich hinterm Forststraßenknick am linken Bildrandnach oben hin verschärft sich der steile Schrofenhang zum Grat mit den aufgesetzten „Raslköpfen“, ...... der nach der anderen Seite einen Blick in die schaurige Bretterwand und auf die Gipfelkalotte des Ochsenbug (s. Archiv) bietetweiter über den First empor ...... aufs Hohe Feld, 2444 m; rechts hinten unser Gipfel, dessen kurze Südwand uns noch eine Überraschung bereiten wirdzuvor aber wechseln wir hinüber in das offene Hochkar der Westseite, wo sich die Raslklüfte fortsetzenwie ein Schiffsbug ragt der gewaltige Gipfelblock aus den Schrofenhängen, ...... an dessen Wandfuß wir zurück nach Osten ...... in ein kleines Schartl mit schönem Blick auf den Hochschober querenknapp unterm scharfen Ostgrat beginnt der Aufstieg am glattwandigen Gipfelklotz ...... an einem in die Jahre gekommenen SchiffstauUlli ist an einer sehr beweglichen Zwischenverankerung angelangt, die in absehbarer Zeit ausbrechen kannam Hintereggkogel, einem feinen Gipfel ...... mit herrlichem Panorama, hier gegen WNW zum Ochsenbugweiter im Uhrzeigersinn gegen Norden auf die östlichen Venediger und den TauernhauptkammBlick übers Tauerntal auf die Granatspitzgruppe mit dem Nussingkogel (s. Archiv), rechts hinten unter der letzte Wolke der Großglocknerüberm Ostgrat und Matrei die Schobergruppeüber Wodenalm und Virgental der Zunig und der beginnende Lasörlingkammim Südwesten reicht der Blick über den Doppelgipfel des Lasörling bis hin zur Rieserfernergruppe
(13.bzw. 24.05.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.

 

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