Teblenspitze – Schneidegg, 2766 m

Villgratner Berge, Hohe Tauern, Schlaiten/Göriach, Osttirol. Aufstieg 1700 Hm.

P Schlaiten/Göriach – 10 km Forststraße über die Klosterfrauenalm zum höchsten Punkt der Straße, ca. 2000 m, im Bereich der Michelbachalm (mehrere Viehgatter und Bachübergänge; E-Bike von Vorteil) – zu Beginn Jagdsteig, dann Wildspuren in großer Rechts-Links-Schleife auf den Südsporn und über einen Vorgipfel auf die Teblenspitze (auch der Ostgrat wird begangen, sichtbare Steinmänner, aber steiler) – Ü Schneidegg-SO-Schulter - N-Gipfel (hölzernes Fünfbein als Gipfelzeichen) – SW-Gipfel (am Übergang stellenweise leichte Kletterei, I-II) – Abstieg S-Grat in die tiefe Scharte vor dem Steilaufschwung des P. 2723 – SO-Rinne hinunter in die Ganitz – genau nach S zum rechten muldenartigen Ausgang mit folgendem rampenartigen Sporn – leicht fallende Querung gegen O zurück zur Michelbachalpe (Wasserfall, Abfluss der Ganitzseen) – mit Rad in 30 Minuten zurück zum P.

ÜbersichtKarteunsere einsame, weglose Runde von Süden (Munzalspitze)

Die Fortsetzung des Kammes vom Rudnig zum Stierbichl ist ebenso weglos und aussichtsreich, aber auch etwas schwieriger. Wegen der Entlegenheit kann ein E-Bike vorzügliche Dienste leisten, man spart dann mindestens vier Stunden Forststraßenzu- und -abstieg. Vorsicht wegen der vielen freilaufenden Rinder oberhalb der Klosterfrauenalm! Die weiten Schrofenhänge der Herdleiten entschädigen mit ungewohnten Blicken auf den Villgratner Hauptkamm vom Rotstein bis zum Bockstein, der Übergang von der zweikuppigen Teblenspitze zum Schneidegg gestaltet sich durch die Seen auf beiden Seiten überraschend abwechslungsreich. Der anschließende Grat vom (in den Karten bezeichneten) N-Gipfel auf den 11 m höheren SW-Gipfel und in die darauf folgende tiefe Scharte bietet anregende Kraxelstellen, der folgende N-Grat zu P. 2723 ist abweisend steil, stellenweise grasig und lässt nur bei den wenigsten den Wunsch aufkommen, ungesichert weiterzuklettern. Die folgende Greinspitze wäre wieder problemlos zu überschreiten.
Der Abstieg durch die südostwärts gerichtete Grasrinne ist zu Beginn steil, aber hindernislos. Zum Rad zurück kommt man entweder direkt über den Unteren Ganitzee (steiler) oder auf der von uns gewählten Option durch das kleine Törl (ebenfalls See) am Südwestrand des weiten Kessels.
Wer tiefer in die Geheimnisse dieses bezaubernden Gebirges eindringen möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf die 80 km lange Gesamtüberschreitung des Villgratner Hauptkamms.

der Weiler Michelbach über dem Iseltal, rechts der Rotenkogel (s. Archiv)etwas höher eröffnet sich der Blick ins Kalser Tal und zum Glocknergegenüber die Wirtsalm, Weiße Wand und Rudnigheute begehen wir die Fortsetzung des vom Rudnig bis zum Bockstein ziehenden Seitenkamms der Villgratner: rechts Stierbichl, dann Schneidegg-Südostschulter und links die beiden runden Kuppen der Teblenspitzelang ist der Weg ins Michelbachtal: über die Klosterfrauenalm (im Bild) müssen wir noch hinauf bis an den Fuß der Zarspitze, wo wir uns dann nach rechts wendender Wasserfall an der Steilstufe hinauf zur Michelbachalmdie über 10 km lange Forststraße wird wieder flacher; Vorsicht, jede Menge Rinder, die teilweise am Weg grasen oder lagern!Ohrenspitzen und Bockstein schließen das Tal abdie Michelbachalm ist die letzte im Talganz hinten überqueren wir den Michelbach und steuern gegen Norden auf unsere Gipfel zubereits hoch über der Alm und dem Raddepot ...... steigen wir im weiten Bogen über die hindernislose Herdleiten ...... auf den Südsporn der Teblenspitze und entschlüsseln die umliegenden Gratgipfel; die interessante Gratstrecke über Zar- und Ohrenspitzen bis zum Bockstein ist mit leichter Kletterei verbunden (s. Archiv Bergsteigen; im Archiv Schitouren die faszinierenden, aber entlegenen Freerides auf Zarspitze und Paterskopf)Blick nach Süden übers Tal hinweg auf Rotstein (links) und Munzalspitzeein Stück weiter den Südsporn hinauf ...... wird bereits der Untere Ganitzsee sichtbar; der Abstieg wird uns aus der tiefen Scharte rechts entlang der Bilddiagonale nach unten führenvon der Spornschulter (im Hintergrund Glockner und Hochschober) ...... schauen wir auf den Ostkamm hinunter, welcher allerdings steiler als unser Südsporn istdie letzten Meter vom Vor- auf den Hauptgipfel der Teblenspitze; wir sind schon gespannt auf den finsteren Schneidegg-Grat im Hintergrund, ...... den wir bis in die Scharte vor dem P. 2723 (links) überschreiten werdenRückblick vom Teblenspitz-Haupt- auf den Vorgipfel und den abfallenden OstkammAbstieg in den Sattel vor dem Schneidegg, links der Obere Ganitzseerechts unten der kleine Teblensee gegen die SchobergruppeOberer Ganitzseedie beiden Ganitzseen mit (von links) Teblenspitze, Zarspitze und dem Dreigestirn Gumriaul, Gölbner und Bockstein aus ungewohnter Perspektiveauf der Schneidegg-Südostschulter; das hölzerne Fünfbein am Nordgipfel ist gerade noch zu erkennen, rechts unten ...... der Stierbichlsee mit dem Auslauf des Kammes zum Rudnigvom Schneidegg-Nordgipfel der Rückblick auf die Teblenspitze ...... und der weitere Gratverlauf zum 11m höheren Westgipfelim Gratverlauf tauchen immer wieder kleinere Kletterpassagen auf, zuerst ein kleiner Turm, ...... dann eine kurze Plattenwand (rechts), ...... die im Abstieg überwunden werden mussUlli kurz vor dem Südwestgipfelrechts unten das Grünalmtal, ...... links die Ganitz, ganz hinten erkennt man sogar noch die Hohe Warte des Karnischen Hauptkamms und den Monte Peralbavor uns das Herz der Villgratner Berge (Deferegger Alpen); beim Pfeil werden wir uns vom Grat verabschiedenam Abstieg vom höchsten Punkt unserer Runde noch einmal Oberer Ganitzsee, Teblenspitze und Rotsteinnoch ein paar Kraxelstellen ...... im schönen Gratverlaufeine Scharte zum Unteren Ganitzsee, ...... eine weitere, durch die wir auf die andere Seite schlüpfenUlli steht in der tiefsten Scharte vor dem Steilaufschwung zum unbenannten P. 2723die Scharte von Westen, jenseits des Grünalmtals; die folgenden Steilstufen ...... sind wegen des unzuverlässigen, teils rasendurchsetzten Gesteins mehr gefährlich als lohnend, ...... aus diesem Grund verlassen wir den Grat über die südostseitige Grasrinne; im Hintergrund Wild- und Hochgall der Rieserfernergruppedie Rinne ist nur zu Beginn steil, ...... ansonsten aber hindernislosauf leicht begrünten Moränensträngen durchqueren wir die Ganitz in südlicher Richtung ...... und halten auf die kleine Seenlacke am rechten Ausgang des Kessels zu; unweit des letzten Schneeflecks ...... stoßen wir auf dieses Raufußhuhngelegeüber einen breiten rampenartigen Sporn verlassen wir das Kar gegen Südwestenweiter unten erreichen wir schließlich in weitem Bogen wieder unsere Räder hinter dem flachen Rücken am höchsten Punkt des Michelbachtal-Forstweges
(14.06.2026)

Literatur: Poleschinski: Villgratner Berge (Deferegger Alpen). Gebietsführer für Bergsteiger, Kletterer und Wanderer. Bad Ischl: Poleschinski 2016.

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