Rosenspitze, 3060m, Reichenbergerspitze

Venedigergruppe, Ströden, Virgental (oder St. Jakob in Defereggen), Osttirol. Aufstieg 1300 (-1800) Hm.

P Ströden im hintersten Virgental (gebührenpflichtig) - Islitzer Alm – Umbalfälle – (Clarahütte, empfohlen, s. Archiv unter Iseltrail) – Dabertal – Leitbachtal – gesamter SW-Grat über Rosenlenkenkopf, 2809 m und Rosenlenke auf das Gipfelpaar der Rosenspitze – event. Übergang Reichenberger Spitze - Sentenböden – Rudolf-Tham-Weg zur Reichenberger Hütte am Bödensee – Bachlenke – Großbachtal – Großbachalm – Stürmitzalm – Islitzer Alm – Ströden. - Oder Abstieg von der Reichenberger Hütte durchs Trojeralmtal nach St. Jakob in Defereggen.

ÜbersichtKarte Hüttenrunde mit Rosenspitze-SW-Grat; die Karte der Verbindung Reichenberger Spitze mit Rosenspitze-Normalweg bei den Fotos am Ende der Bilderfolgedie „doppelgiebelige“ Rosenspitze von Südosten (Weißes Beil, Panargenkamm)

Ich stehe nicht an, die sich hier darbietende Aussicht als eine der großartigsten und dankbarsten in den Tiroler Bergen zu erklären. -
Fast auf den Tag genau vor 130 Jahren wurde die Rosenspitze erstmals erklommen. Der berühmte Innsbrucker Lehrer und Bergsteiger Ludwig Purtscheller, Erstbesteiger des Kilimandscharo, galt damals als einer der besten Kenner der Alpen, in denen er über 1700 Gipfel bestieg. Seiner kompetenten Meinung wird niemand widersprechen, der es auf diesen entlegenen 3000er schafft: Neben dem exzellenten Blick auf den Großvenediger und seine Trabanten (nur vom Hauptgipfel) entschlüsseln sich die geheimsten Winkel der Hohen Tauern, etwa die Hohe Grube (s. Archiv Wiesbauerspitze), das von 15 Dreitausendern umrahmte hintere Umbaltal oder der fast schreckhafte Blick in die Riesenspalte des Daberthales – mit seinen entsetzlich steilen, grün angehauchten, wandgestuften Hängen eine der wildesten Schauplätze der Lawinen …
Wir kommen vom Gletschertor der Isel am Umbalkees, haben frühmorgens wegen der etwas unstabilen Wetterlage unsere Pläne geändert, wollen eher auf markierten Wegen bleiben. Auf dem Weg zur Reichenberger Hütte können wir jedoch dem Ruf der unter Kennern legendären Rosenspitze nicht widerstehen und steigen noch im Leitbachtal in gerader Linie auf den langen SW-Grat hinauf – ab der Rosenlenke der Weg des Erstersteigers, in neuerer Zeit kaum mehr begangen, teils steiles sandiges Geröll, weit oben eine kurze Kletterpassage aus den Schieferbändern der Nordseite auf den Grat hinaus.
Der heute übliche, unkompliziertere Aufstieg von der Reichenberger Hütte zum 38 m höheren Hauptgipfel führt von den Sentenböden an der Südseite in die Scharte zwischen beiden Gipfeln und von dort - ähnlich wie am SW-Gipfel  - am Grat bzw. knapp darunter auf schmalen Bändern der Nordseite zum höchsten Punkt. Als Familientour (Georg Zlöbl) würde man auch diesen Anstieg heute nicht mehr bezeichnen. Die Fotos der Besteigungen von der Reichenberger Hütte aus sind am Ende der Bilderreihe zu finden.
Bei der Gelegenheit kann man auch gleich der benachbarten Reichenberger Spitze, 3030 m, einen Besuch abstatten. Der Nordwestgipfel ist nur wenig niedriger als der Hauptgipfel. Speziell wenn man aus Süden kommt, scheint der NW-Gipfel höher, weshalb wir den Hauptgipfel in der Hitze des Gefechts rechts liegengelassen haben. Kommt man von der Rosenspitze, quert man gleich möglichst hoch hinüber in die flache obere Scharte und erhält den zerklüfteten Nebengipfel fast geschenkt.
Die ausgedehnte Runde (oder die extravagante Abstiegsvariante von der Clarahütte) ist übrigens auch ohne Gipfelbesteigung eine äußerst lohnende Unternehmung.
Vor der Haustür der Reichenberger Hütte wartet noch die eindrucksvolle Bödensee-Umrahmung.

wir befinden uns bei der Einmündung des Daberbachs ins Umbaltal, zwischen den berühmten Wasserfällen und der Clarahütte (Zustiegsbilder s. im Archiv unter Iseltrail); links unser Steig in Richtung Reichenberger Hüttenach kurzem Abstieg überqueren wir die noch junge Isel ...... und marschieren auf gutem Steig ins wolkenverhangene Dabertal hinaufoben an der Talgabelung ...... verziehen sich die Nebel; Blick gegen WNW ins Karbachtal und den langen Südgrat zur Daberspitze, rechts Hohes Kreuzetwas weiter links das fast 3000 m hohe Rotenmanntörl, das den Übergang ins Defereggental ermöglichtdas Wetter entwickelt sich nicht so schlecht und wir verlassen noch vor der Daberlenke den Weg links hinauf ...... auf den vorerst breiten Kammrücken des gesamten SW-Grats der Rosenspitzeschon von hier gewinnt man interessante Einblicke in verborgene Winkel der Venedigergruppeauf der Südseite des Kammes satte Wiesen ...... mit Unmengen von Edelweißauf der Höhe des Rosenlenkekopf, 2809 m, verschärft sich der Kammüber ein paar einfache Kraxelstellen ...... hinunter in die Rosenlenkeder weitere Anstieg am eigentlichen SW-Grat, dem Weg des Erstersteigers Ludwig Purtscheller (anno 1896) ist großteils etwas bröcklig und wird heutzutage nur mehr selten begangenam besten hält man sich immer knapp neben dem Gratim Süden Daberlenke und der Panargenkamm: von rechts Keesegg, Panargenscharte und AlplesspitzeRückblick in Richtung Rotenmanntörlim Westen Hohes Kreuz und Daberspitzeim Norden Daber- und Umbaltal, in den Wolken verborgen die Dreiherrenspitze, rechts der Großschoberurplötzlich lüftet auch die Rötspitze ihren Schleiernoch ein Rückblick auf die Gabelung des Dabertals; der Kamm wird zur Schneidezuerst bequeme Schieferbänder in der Nordseite, ...... welche man an geeigneter Stelle rechts hinauf zum Grat verlässtso finden wir uns am SW-Gipfel wieder; der heute übliche Aufstieg führt von rechts ...... über die Schutthänge der Südseite in die Scharte zwischen beiden Gipfeln; die Fotos zur benachbarten Reichenberger Spitze (rechts) und zum Rosenspitze-Normalweg findest Du am Ende der Bilderfolgeauf dem westlichen Teil der weitläufigen Sentenböden (links Rosenlenke, dahinter Daberspitze) ...... erfreuen uns immer wieder prächtige Blumenpolsterim Osten der lange Grat von der Reichenberger Spitze zur Grauen WandRückblick auf die Rosenspitze, jetzt erkennt man den heute üblichen Normalweg in die Scharte zwischen den beiden Gipfelnan der Südkante der Sentenböden gegen Trojeralmtal und den Auslauf des Panargenkamms; von hier steigen wir ...... durch eine kurze Schlucht auf den bereits sichtbaren ...... Rudolf-Tham-Weg in Richtung Reichenberger Hütte abRückblick auf den gestreckten Giebel der Rosenspitzevor uns das Finsterkar mit seiner interessanten Umrahmung (s. Archiv unter Finsterkarspitze)hinter der Hütte der düstere Panargenkamm: von links Alplesspitze, Panargenscharte, Keesegg und Panargenspitzevor der Hüttentür der malerische Bödenseevon der Bachlenke steigen wir links hinunter ins Großbachtal; in unserem Rücken ...... der grüne Bachlenkenkopf, ein beliebter HüttenbergTiefblick ins Großbachtal, rechts hinten das Gletscherdach des Großvenedigerkaum jemand verirrt sich heute noch ins entlegene Bachlenkenkaraus der sich verengenden Großbachschlucht ragen Quirl und Ogasilspitze (winterliche Besteigung s. Archiv)Rückblick auf die Bachlenkeauf einem kleinen Wiesenplateau hoch über der Schlucht die Großbachalmjenseits der Schlucht das einsame Rasbachkar mit dem Kleinschober rechts und dem Verbindungsgrat Großschober - Rosenspitzevon der Großbachalm führt ein extrem steiler Fahrweg ...... in unzähligen Kehren (Rückblick zum Kleinschober) ...... vorbei an der Stürmitzalm (von links Toinigspitze, Kriselachspitze und Kleinbachtal) ...... hinunter zur Islitzer Alm und zum Ausgangspunkt unserer Runde in Ströden

Hier folgen die versprochenen Bilder zur Reichenberger Spitze und Rosenspitze von Süden, die zwei Monate später entstanden sind.

Karte der beiden Gipfel über die Sentenbödenam Fuß der Grauen Wand beeindrucken die langen Morgenschatten des türmereichen Verbindungsgrats über die Reichenberger- zur Rosenspitzeden größten Schatten wirft hier der nur wenig niedrigere, flachere Nordwestgipfel hinter der besonnten Pyramide des Hauptgipfels der Reichenberger Spitzeaus dieser Perspektive scheint der NW-Gipfel beinahe höher, deshalb zielen wir instinktiv auf die breite Scharte links der Bildmitteauch die Gratfortsetzung zur Rosenspitze trägt wilde, im Verfall befindliche Zackenselbst noch von hier oben scheint der NW- noch höher als der HauptgipfelPrachtblick aus der flachen Schartenkehle auf den Großvenediger; von hier rechts hinauf ...... in kurzer Zeit und überraschend gutem Fels ...... auf die langgezogene Schneide des NW-Gipfels, wo sich die Höhenverhältnisse deutlich relativierenauf der scharfen Schneide sind wir Teil des Schattens geworden; Gipfelblick nach Nordwesten auf Rosenspitze und Großschober, dahinter halb versteckt Dreiherrnspitzebald unterhalb der Scharte queren wir die Schutthänge auf vereinzelten Gamsfährten hinüber unter die Scharte unterm Rosenspitze-SW-GipfelRückblick aus der Scharte, die Querung verläuft angenehmer und schneller als vermutetder SW-Gipfel der Rosenspitze, den wir vor zwei Monaten über den dahinterliegenden Grat erreicht haben, ist von hier aus in kurzer, nicht allzu schwieriger Kletterei erreichbarBlick übers Daber- und Umbaltal auf Rötspitze und DreiherrnspitzeUlli am SW-Grat zum Hauptgipfel; zu Beginn kann man durchaus ...... der teils bröckligen und ausgesetzten Schneide folgenRückblick zum SW-Gipfel, links das Keesegg des Panargenkammsin weiterer Folge bieten sich die schmalen Schieferbänder knapp unterhalb der Gratschneide an; die hart gefrorenen Schneereste der Nordseite machen uns allerdings ohne Steigeisen zu schaffen - doch keine „Familientour“ (Zlöbl)die beiden Gipfel der Reichenberger Spitze, endlich im richtigen Verhältnis; dazwischen ein Teil der „Bödensee-Umrahmung“ (s. Archiv unter Finsterkarspitze)der östliche Teil der Sentenböden ist ein Paradies für Mineralogen, s. auch die Ausstellungsvitrinen auf der Reichenberger HütteRückblickarktische Eindrücke auf den unteren Sentenbödenbeim Abstieg nach St. Jakob in Defereggen kann man von der Hütte entweder gleich runter ins Trojeralmtal oder auf dem Rudolf-Kauschka-Höhenweg - ...... mit umfassenderem Blick auf die Villgratner Berge - ...... und über Durfeldalm und Knappengruben erst viel weiter unten ins Tal gelangen
(21.07.+27.09.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Tristach: Zloebl 2007.
Gasser: Erlebnis Osttirol. Graz: Leopold Stocker Verlag 1979.



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