Hoher Stierbichl, 2620 m – Rudnig, 2429 m

Einsamer Gang auf die nordöstlichsten Villgratner.

Villgratner Berge, Hohe Tauern, St. Johann im Walde, Osttirol. Aufstieg 2000 Hm.

P 1 km nw. der Kirche von St. Johann im Walde – für den öffentlichen Verkehr gesperrte Straße über den Steinbruch zum Weiler Michelbach – Forststraße Wirtsalm bis hinter die letzte Kehre auf etwa 2000 m (bis hierher 11 km, E-Bike extrem sinnvoll) – neues Ansitz-Hüttl am breiten O-Sporn des Stierbichl – weglos O-Flanke/obere SO-Flanke (schöner Blick auf den Stierbichlsee) – Hoher Stierbichl – Ü Mausköpfe – Rudnik – Abstieg SO-Flanke zum Endpunkt der Forststraße.
Bei starkem Betrieb im Steinbruch ist die Wirtsalm eventuell auch noch langwieriger, aber ruhiger über die Forststraße von Schlaiten/Göriach erreichbar.

ÜbersichtKartenur bei Neuschnee in der Höhe ist der Stierbichl sogar von der Lienzer Talschaft aus zu erkennen, ansonsten versteckt er sich gut und verschmilzt mit dem langen Rotstein-Nordostkammvom Rotstein selbst allerdings hat man uneingeschränkten Blick auf unsere weglose Runde über den nordöstlichen Ausläufer der Villgratner Berge (früher Deferegger Alpen)

Völlig einsamer Seitenkamm, der vom Bockstein in nördlicher Richtung abzweigt. Außer dem Rudnig, auf den noch markierte Wege führen, sind die Gipfel allesamt nur weglos und sehr langwierig zu erreichen.
Diese Charakterisierung des „Tauernfuchs“ Manfred Poleschinski sagt schon recht viel über diese weltferne Runde aus. Der überlange Zustieg lässt sich bei rücksichtsvollem Verhalten mit dem E-Bike erträglich gestalten, am besten an werkfreien Tagen (Steinbruch!). Wer Freude an weglosem Gelände hat, wird am Ende des Tages zufrieden sein. Schon bald nach dem Raddepot treffen wir auf einen Weißen Enzian (Weißling, Albino), der extrem selten vorkommt und im Volksmund als besonders heilkräftiger Anzeiger vergrabener Schätze gilt. Ein paar hundert Höhenmeter weiter oben stoßen wir auf den felsumgürteten Stierbichlsee, Eisschollen verstärken noch das hochalpine Ambiente. Am Gipfel und auf dem sanft geschwungenen Kamm über die Mausköpfe hinüber zum Rudnig kann man sich dann nicht sattsehen am unermesslichen Bergpanorama des zentralen Osttirol.
Wer tiefer in die Geheimnisse dieses bezaubernden Gebirges eindringen möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf die 80 km lange Gesamtüberschreitung des Villgratner Hauptkamms.

wir verlassen das Iseltal gleich hinter St. Johann im Walde auf einer für den allgemeinen Verkehr gesperrten, windungsreichen Asphaltstraße in Richtung Michelbachschon bald eröffnet sich ein feiner Blick nach Norden gegen den Tauernhauptkammnach 500 Hm erreichen wir den Weiler Michelbach, ...... gleich dahinter zieht das mit einem Wasserfall steil ins Iseltal abstürzende Michelbachtal hinein gegen die Zarspitzen ins Herz des Gebirgesim Gebiet der Wirtsalm ein Prachtblick auf den Glocknerwie verlassen die Forststraße an der Waldgrenze auf ca. 2000 m (dort wo sie flach in Richtung Rudnig zieht) und steigen weglos die breite Ostflanke des Hohen Stierbichl emporetwas weiter oben treffen wir sogar auf den extrem seltenen Weißen EnzianBlick übers Michelbachtal auf den Rotsteinvon einer flachen Schulter südöstlich unterm Gipfel ...... blicken wir auf den felsumgürteten Stierbichlsee hinunter, darüber das Schneidegg; von dessen kleiner Felskanzel rechts unterm Gipfel ...... beobachtet uns eine Gamsumfassende Aussicht am Gipfel des Hohen Stierbichl: überm Iseltal die Schobergruppeim Südosten das Drautal mit dem Kärntner Tor zwischen Kreuzeckgruppe und Lienzer Dolomitenüberm Michelbachtal Munzal- und Zarspitzendann der Verbindungskamm zum 135 m höheren Schneideggim Westen reicht der Blick bis zum Hochgall der Rieserfernergruppedaran anschließend Defereggental, Lasörlingkamm und der Hauptkamm der Venedigergruppe (links hinten Rötspitze und Lasörling)Blickrichtung Nord auf unseren Weiterweg über den Grat in Richtung Rudnig, gegen Matrei und den Felbertauernendlich der flache Buckel des Rudnig und das Kalsertal mit dem GlocknerAbstieg vom Hohen Stierbichl, es folgt ein genussreicher Gratkamm mit mehreren kleinen Erhebungen, ...... deren höchster in der Karte als Mauskopf aufscheintRückblick auf Stierbichl und Schneidegg, rechts das Grünalmtal, welches zum Deferegger Seenparadies führtirgendwann stehen wir vor dem letzten Gipfel, ...... dem Rudnig; er ist der einzige Berg des ganzen Kammes, auf den auch ein markierter Anstieg führt - nämlich von Norden aus dem Defereggentalnoch ein letzter Rückblick auf unseren alpinen Spaziergang, ...... dann machen wir uns an den Abstieg; das Wetter zieht langsam zu, wir genießen noch den seltenen Anblick: Isel- und Drautal in gerader Linie, von Ainet über Lienz bis zum Kärntner Tor bei Oberdrauburgmit etwas Gespür findet man problemlos direkt über die Rudnig-Südostflanke hinunter, ...... der Beginn der Forststraße ist von weitem zu erkennen; die grüne Bilddiagonale zeigt unseren Aufstieg zum Stierbichlohne Rad wäre der Rückweg doch ganz schön weit; Ulli zurück auf der Wirtsalm
(04.06.2026)

Literatur: Poleschinski: Villgratner Berge (Deferegger Alpen). Gebietsführer für Bergsteiger, Kletterer und Wanderer. Bad Ischl: Poleschinski 2016.

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