Kl. Nock, 2224 m

Der „Avventura-Klettersteig“ (B/C) über der Speikbodenalm.

Zillertaler Alpen, Mühlwalder Kamm, Sand in Taufers, Südtirol. Aufstieg 400-1400 Hm.

P Talstation Speikbodenbahn (2 km nordwestl. von Sand in Taufers, 17 km von Bruneck) – Gondelbahn, Wanderwege oder Radroute zur Bergstation Speikboden (für Konditionsjäger existiert ein schmaler Steig direkt unter der Gondeltrasse; Klettersteig-Leihausrüstung in der Station erhältlich) – Forststraße gegen Norden leicht absteigend zur beschilderten Abzweigung - Ferrata durch die NO-Flanke – Kl. Nock – Abstieg SW-Kamm/schöner Plattensteig zur Bergstation.

ÜbersichtKarte; auf der gewohnten AMap sind die italienischen Wanderwege nicht bezeichnet, auch die Liftsituation ist hier noch nicht vollständig aufgeführt; einen guten Überblick über alle aktuellen Features gibt das folgende ...... Panorama; Blickrichtung West; hier sind neben den Wanderwegen und Gipfeln auch alle vier Klettersteige zu erkennen, unsere Ferrata ganz rechtsein gutes Dutzend fantasievoller Überraschungen wartet im „Avventura“ auf ihre Überlistung; wir müssen auf der Ferrata wesentlich mehr Auf-und Ab-Passagen und Quergänge bewältigen als auf der Skizze ersichtlich, sodass eingefleischte Klettersteiggeher durchaus auch auf ihre Rechnung kommen

Die Speikbodenalm im Südtiroler Ahrntal wurde mit zahlreichen Attraktionen für actionfreudige Familien ausgebaut. Neben dem hier behandelten Klettersteig existieren noch drei weitere: der leichte Piraten-Kinder-Klettersteig (A/B) sowie der Michl-Klettersteig (B) als Zustiegsvariante zum Speikboden-Klettersteig (C) auf den höchsten Gipfel der Alm-Arena. Auf unserem „Avventura“ sind etwa ein Dutzend Fun-Elemente eingebaut, die an Hochseilgärten erinnern. Dennoch ist er auch für konservative Klettersteigler interessant. In der von Weitem harmlos wirkenden Waldflanke verstecken sich eine Menge steiler Felsen, für den relativ geringen Höhenunterschied sammeln sich aufgrund der zahlreichen Auf-und-Ab-Strecken und Quergänge viel mehr Klettermeter an als erwartet. Im Anschluss an den Klettersteig bietet sich noch eine aussichtsreiche Kammwanderung rund um die Alm über Gr. Nock, Seewassernock, Speikboden und Sonnklarnock an.
Wundert euch nicht über die vielen Leute auf den Bildern – wir haben diesmal den harten Kern der ÖTK-Sektion Dölsach aus Osttirol mit dabei.

von der Speikbodenalm hoch über Sand in Taufers schauen wir nach Osten aufs Durreck der Rieserfernergruppe; unterhalb der Gondelbahn-Bergstation (halb verdeckt in der Mitte) laufen wir ca. eine Viertelstunde auf einem Forstweg links hinunter ...... zum Einstieg des „Avventura“meist bekommt ihr auf unseren Bildern nur Ulli und Berge, Berge, Berge zu sehen; heute sind wir zu neunt unterwegs - Ulli voraus, gefolgt von den drei Kidsgleich nach dem ersten Aufschwung ein längerer Quergang - eine Eigenheit der Ferrata, die uns insgesamt mehr Klettermeter bewältigen lässt als vermutetnach dem Klettersteig-Training im Oberdrauburger Kletterpark (s. Archiv) ist der Dölsacher Nachwuchs flott unterwegsin der von Weitem unscheinbaren, bewaldeten NO-Flanke des harmlos wirkenden Kl. Nock verstecken sich doch eine ganze Menge herausfordernder Felsformationengleich zu Beginn des nächsten Quergangs ...... eine Dreiseilbrücke, ...... die souverän gemeistert wirddie Querung ist aber noch nicht zu Ende - hinter einer geneigten Riesenplatte ...... geht es über eine Art Bretterstiege ausgesetzt wieder in die Tiefeder nächste Quergang um ein exponiertes Eck ...... stellt uns prompt vor die nächste Herausforderung: eine leicht überhängende BügelleiterUllis Gefolge umfasst heute jede Altersstufe zwischen 8 und 70 Jahrennach der Bügelleiter geht's gleich wieder hinunter: im lästigen Schrofengelände haben die Erbauer eine wunderbare Steintreppe gebasteltlinks unterhalb der Seiltänzer erkennt man ein abwärts führendes Drahtseil - ...... es markiert den Notabstieg des „Avventura“ nach ungefähr dem ersten Drittel; wir aber hangeln uns die Pfeilerkante hinauf ...... zur nächsten Leiterselbst wenn man sie einzeln begeht, hält sie mit leichtem Schwanken bei Launedas nächste Wegstück erinnert an einen Hochseilgartendie Seilschlaufenbrücke bereitet den Kindern sichtlich Vergnügen, einer spaziert sogar am rechten Handlaufseil hinüberauch die Stammstiege erfreut sich hoher Akzeptanzbei der Kugelstrecke hatten offensichtlich die Erbauer ihren Spaß: die erste Kugel rotiert beim Draufsteigen und lässt kurz den Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen, alle weiteren sind jedoch fest verschraubtdie Bretterbrücke wirkt daneben vergleichsweise harmloswir nähern uns dem finalen Highlight des „Avventura“ - der freistehenden Leiter; es müsste mittlerweile klar sein, dass wir sie nicht direkt angehen dürfen, sondern sie uns weit links ausholend ...... über eine Reihe weiterer Schmankerl verdienen müssen - hier die Einholmleiterüber einen netten, luftigen Quergang - es soll noch immer nicht der letzte sein - ...... geht es endlich auf die Leiter - hoch hinaus über Ahrntal und Zillertaler Hauptkammdie Buben, keiner älter als zehn, halten bewundernswert durch; Matteo wird der erste am Gipfel seinauf kompaktem, gutgriffigem Fels überwinden wir noch die „Stirnwand“ des Kl. Nock ...... und betreten bald darauf die Gipfelfläche; Blick gegen Osten auf die höchsten Gipfel der Rieserfernergruppelinks davon ganz hinten an der glitzernden Dreiherrnspitze das Dreiländereck Salzburg - Osttirol - Südtirolgroße Freude und Berg Heil!wer noch Lust hat, überschreitet anschließend mit gut 300 Höhenmeter Mehraufwand den aussichtsreichen Gipfelkranz um die Speikbodenalmbeim Abstieg betreten wir eine bewundernswerte Spezialität diese Gebietes - ...... künstlerisch akkurat „geflieste“ Steige, wie wir sie auch in hochalpinen Regionen etwa am Lenkstein drüben finden (s. Archiv)in weitem Bogen geht es gemütlich unter der Speikboden-Nordflanke - dort wartet der nächste Klettersteig auf den höchsten Gipfel im Bereich der Alm - ...... vorbei am Piraten-Kinder-Klettersteig mit aufregenden Details auch für kleinere Kinder (etwa Kletternetz, Rumfass, Steuerrad und Anker, Schiffsglocke und Aussichtsturm) ...... hinunter zum Waldrutschenpark mit gleich vier gigantischen Gleitröhren nahe der Bergstationdie letzten Strahlen der Abendsonne beleuchten die zufriedenen Gesichter der Teilnehmer am Vereinsausflug des ÖTK Dölsach aus Osttirol
(19.09.2026)

Literatur: Zelger: Klettersteigatlas Südtirol – Dolomiten – Gardasee. 119 Klettersteige für Anfänger und Könner. Bozen: Athesia-Tappeiner Verlag 2024.

Rechtliche Informationen

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.