Gatterspitze, 2430 m.

Abschreckende Felszinne mit zahmer Rückseite.

Karnischer Hauptkamm, Kartitsch, Osttirol. Aufstieg 1000 Hm.

P Sportplatz Kartitsch, ca. 10 km sö. von Sillian – Winkler Tal – Talschlusswandsteig zur Unterstandshütte und Prinz-Heinrich-Kapelle auf dem Obstanser Boden – SO-Flanke/SW-Grat zum Gipfel.

ÜbersichtKarteBlick von O über Erschbaumer und Winkler Tal auf den Karnischen Hauptkamm

Das Winkler Tal (nicht zu verwechseln mit dem Winkeltal gleich ums Eck hinter Außervillgraten) ist das wildeste unter den Seitentälern der westlichen Karnier. Es endet abrupt mit einer 400 m hohen Steilwand, durch die ein schneidig angelegter Auftriebssteig mit unzähligen Stufen und zwei Holzbrücken wie eine gut getarnte Schlange hinauf zum Obstanser Boden zieht. Meist wird man die Schi auf dieser eindrucksvollen Etappe tragen, zuweilen geht auf den langen Querungen ohne Steigeisen nichts mehr; mehrere Quellen können bei tiefen Temperaturen abschüssige Blankeispassagen hervorzaubern. Die Gatterspitze ist der rechte Begrenzungspfeiler dieser Talschlusswand. Wie ein Schiberg sieht sie beim Anmarsch keinesfalls aus, auch nicht aus dem benachbarten Schustertal. Lediglich auf der Südwestseite lässt sie uns eine Chance und bereichert das Schitourenprogramm um die Obstanser-See-Hütte (Pfannspitze und Eisenreich) um eine dritte eigenwillige Alternative. Gestuftes Gelände mit vielen romantischen Heuschupfen führt zu einem steileren Schlusshang. Bei zähen Verhältnissen holt man hier bzw. oben am Gipfelgrat möglicherweise zum zweiten Mal die Steigeisen aus dem Rucksack.

auch von NW (Abfahrt vom Weißen Knoten über dem Schustertal) würde man die Gatterspitze (Bildmitte) nicht für einen Schiberg halten, die Rinne rechts des Gipfels gereicht dem Normalverbraucher nicht zur FreudeBlick ins Winkler Tal, hinter dem breiten Einschnitt der Obstanser Boden, rechts die Gatterspitzeim Talschluss finden sich interessante Ziele für Eiskletterer; der Steig zieht in weitem Zick-Zack durch die gesamte Wandbreite zur Höhedie erste absturzgefährdete Stelleteilweise mit Seilgeländer gesichert ...... quert die Steiganlage durch einen senkrechten Wandabschnittdie erste Holzbrücke überspannt einen gefrorenen Bachlauf, der sich direkt unterhalb in einem Eisfall von beträchtlicher Höhe fortsetztan der zweiten Holzbrücke ...... stellt sich uns heute kein Hindernis entgegenein originelles Felsentörl entlässt uns ...... zur Prinz-Heinrich-Kapelle und zur neuen Unterstandshütte ...... am Rand des Obstanser Bodensdas Wetter ist alles andere als freundlich, die Sicht aber ausreichend; rechts die Gipfelflankeder Schlusshang ist teilweise so hart gefroren, dass wir die Steigeisen anlegenauch der Südwestgrat ...... wäre heute ohne Steigeisen kaum zu machennach einer letzten kurzen Stufe ...... stehen wir schließlich beim Gipfelkreuz - die ersten Besucher seit einem Monat
(27.12.2014)

Links zu weiteren empfehlenswerten Schitouren in der unmittelbaren Umgebung findest Du im Anhang unserer Tour aufs Wildkarlegg.

Literatur: Zink: Skialpinismus in den Karnischen Alpen. 101 Skitouren von Innichen bis Villach. Mailand: Versante Sud 2015.
Mariacher: Schitouren in Osttirol, Band 3. Tristach: Bookz 2013.

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