Olymp, 2918 m. „Mytikasrinne“

Freeriden am Götterberg.

Litóchoro, Zentralmakedonien, Griechenland. Aufstieg 1800 Hm.

Reiseinfos Griechenland - Olymp - weitere Touren in Griechenland

Griechenland, vielgeliebtes Paradeurlaubsland, vermag bei jedem Besuch aufs Neue zu überraschen. Beste Reisezeit naturgemäß das Frühjahr - die im Blumenmeer versinkende ländliche Idylle ist unbeschreiblich. Auf unserer siebenwöchigen Balkanreise haben wir das Land von Thrakien bis zu den Südspitzen des Peloponnes durchstreift. Die großteils wenig bekannten Schönheiten der Pelopsinsel, welche wir uns genauer ansehen, lassen uns täglich staunen, berühmte Brennpunkte wie Metéora, Delphí, Athen oder Kap Soúnion behalten trotz der vielen Besucher aus aller Welt ihre Faszination. Jeder Weg ist lohnend, oftmals trennen nur wenige Kilometer die abgelegene Ursprünglichkeit vom extremen Touristenrummel. Fast 80 % des Landes sind gebirgig, knapp 20 % der Landfläche entfallen auf Tausende von Inseln. Diese landschaftliche Eigenart bedingt trotz der relativ geringen Fläche doch ziemlich große Distanzen mit einer Vielzahl verborgener Gegenden und Winkel - eine Fundgrube nicht nur für Kulturinteressierte (Wiege der Philosophie, der Demokratie, ...), sondern auch für Abenteurer jeder Richtung. Ein höchst angenehmes Land mit freundlichen Menschen, die selbst in empfindlichster Wirtschaftskrise Wege finden, das Positive am Leben zu sehen; sogar die freilaufenden Hunde zeigen sich vergleichsweise verträglicher als etwa ihre Artgenossen auf Sizilien.
Den Olymp verwenden wir als Pilotbericht für unsere weiteren Unternehmungen in Griechenland (s. ganz unten), obwohl Erich es nicht ganz auf den Gipfel geschafft hat. Der Bergriese ist nun einmal landschaftliches und mystisches Wahrzeichen dieses außergewöhnlichen Landes. Und, wer weiß, vielleicht würden all die Berichte nicht existieren, wäre der Rat der Götter unbeachtet geblieben ...

Olymp

P Priónia auf ca. 1100 m, 18 km Bergstraße von Litóchoro (35 km von Kateríni, ca. 120 km von Thessaloníki) - Weitwanderweg E4 über die Pigadouliquelle bis in die flache Mulde unterhalb der Agapitoshütte, in ihr (auf etwa 1900 m) hinauf zum Fußpunkt der Rinnen, weitere Details s. Fotos.

ÜbersichtAnsicht der Hauptgipfel von OstenKarte der Olýmp von NO (Katerini); um dem Riesen aufs Haupt zu steigen braucht es neben alpinistischer Grunderfahrung oft etwas WetterglückOlýmp von Osten (Litochoro); die meisten Besteigungen erfolgen von dieser SeiteBlick über die langen Zustiegsgräben auf die Mýtikasrinne (rechts der Mitte), die direkteste Linie auf den wolkenverhangenen Hauptgipfel

Der nur 20 km vom Meer entfernte gewaltige Bergstock trägt sechs überraschend alpin anmutende Hauptgipfel. Der deutsche Afrikaforscher und Wissenschaftler Heinrich Barth bestieg 1862 erstmals seine Krone. Den Mytikas, den höchsten und schwierigsten Zacken, erreichte der Grieche Christos Kakkalos mit zwei Franzosen erst gut 50 Jahre später. 1938 wurde das Kerngebiet unter Naturschutz gestellt und 1981 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Heute stehen zum Besuch der auch international begehrten Gipfel sechs Berghütten und zwei Biwakschachteln zur Verfügung. Der Weg (E4) über die Agapitoshütte ist der schnellste, auf ihm kann man den Olymp zur Not an einem Tag berennen; dieser Anstieg wird aber vor allem im Sommer begangen. In der Infostelle des Nationalparks wird man bei der Frage nach Schitouren auch prompt auf den längeren, aber schifreundlicheren Nordostweg übers „Plateau der Musen“ verwiesen. Bei dem wechselhaften Wetter will Erich jedoch die Gunst der Stunde nutzen und hat frühmorgens - in Begleitung von drei fürsorglichen Hunden - die Schi 800 Hm den E4 hinaufgetragen. Bei höherer Schneelage ab Parkplatz kann die Wegfindung in den langen Zustiegsgräben mit teils dichtem Föhren- und Buchenwald trotz bez. Weitwanderweg zum Problem geraten - wie schon erwähnt keine Standardschitour. Heute hilft eine ausgetretene Trasse im Schnee, die sicher nicht von Einheimischen stammt. Sie hält sich gut 100 Hm unterhalb der Agapitoshütte rechts in die flache Mulde hinein, endet aber kurze Zeit später abrupt am Fuß des sich aufsteilenden Rinnensystems, das unmittelbar zum Mýtikas hochzieht. Knapp 500 m unterm Gipfel macht Erich kehrt - die Steilheit in den zu dieser Jahreszeit noch menschenleeren Weiten übersteigt manchmal die 40°, dem Wetter ist nicht so ganz zu trauen, die Götter verweisen auf die wartenden Mädels unten in Priónia ...
Eine Stunde später, nach berauschender Firnabfahrt, soll sich die Entscheidung als richtig erweisen.

zum Parkplatz Priónia (keine Unterkunft) gelangt man entweder über die 18 km lange aussichtsreiche Bergstraße oder auf dem E4 direkt durch die wunderschöne Enipeasschlucht (900 Hm, etwa 5 Stunden)bei der Auffahrt passieren wir die Stavroshütte, einen guten Stützpunkt für den NO-Aufstieg zum „Plateau der Musen“ - weiter, dafür einfacher als unsere Direktliniekurz oberhalb der Stavroshütte: für einen kurzen Moment zeigt sich der Mýtikas wolkenfreieine Fußstunde unterhalb des Parkpkatzes das Kloster des Heiligen Dionysos, welches im 2. Weltkrieg von deutschen Truppen zerstört wurde, ...... zurzeit aber restauriert wirdam Parkplatz in 1100 m Höhe; hinter den Gebäuden zieht rechts ein Grabensystem Richtung Agapitoshütte hinaufein Wasserfall wenige Minuten nach dem Startwo sich der Graben weitet, werden die südlichen Nebengipfel mit teils interessanten Rinnen sichtbardie Pigadouliquelle mit kleinem UnterstandAufstieg gegen SW, immer neue Gipfel tauchen aufdie Gräben werden seichter, trotz des guten Steiges dürfte der Aufstieg zur Agapitoshütte bei Schnee ohne Spur nicht leicht zu finden seinein Stück unterhalb der Hütte (links oben außerhalb des Bildes) öffnet sich eine flache Mulde in Richtung Gipfelrinne, hier enden die Spuren im Schneeda die Diretissima unten felsig abbricht, nutzt man vorteilhaft die linke Sekundärrinne bis vor ihre Unterbrechung ...... und quert über einen latschendurchsetzten Schneehang zurück zur Hauptrinne; das Wetter zieht wieder zuder Mýtikas zum Greifen nahe, trotzdem entscheidet sich Erich instinktiv zur Umkehrberauschende Firnabfahrt über den Latschenhang ...... hinüber in die Sekundärrinne, ...... wo sich das pure Vergnügen fortsetztunten in der Mulde bereut Erich die Entscheidung nicht; die Wolken senken sich immer mehr, die Mädels sind noch weit
(03.04.2019)

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