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Archiv Bergsteigen

Hier findest du Wanderungen, Berg- und Hochtouren, auch leichte Klettereien bis zum 3. Schwierigkeitsgrad, fallweise mit Verwendung des Gleitschirms als Abstiegshilfe. Alle Gipfel sind alphabetisch geordnet, über die Suche kannst du deine Wünsche gezielt ansteuern.

Iseltrail (Hohe Tauern)

Iseltrail, 650-2600 m

Von der Mündung bis zum Gletschertor.

Lienz bis Iselursprung, Hohe Tauern, Osttirol. Aufstieg 2100 Hm, 73,7 km Traillänge (59 km Flusslänge).

Lienz – Ainet - St. Johann im Walde – Huben – Matrei – Virgen – Prägraten – Hinterbichl – Umbalfälle – Clarahütte – Gletschertor – Hinterbichl – Bus zurück nach Lienz. Die gesamte Strecke wird üblicherweise in 5 Etappen begangen.

ÜbersichtKartemittels solcher Wegtafeln ist der gesamte, fast 75 km lange Trail perfekt ausgeschildertStartpunkt des Trails ist die Sonnenstadt Lienz, hier die Spitalsbrücke mit den Lienzer Dolomiten

Für Weitwanderer stellt der Iseltrail in vielerlei Hinsicht ein besonderes Gustostück dar: Entlang des letzten frei fließenden Gletscherflusses der Ostalpen, des längsten und wasserreichsten Osttirols, durchwandern wir drei Höhenstufen der Vegetation und vier Gebirgsgruppen der Hohen Tauern mit sechs geologischen Gesteinseinheiten. Vom Mündungsfels am Zusammenfluss mit der Drau bis zur Quelle im Eis der Venedigergruppe (Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern) erwarten uns neben beeindruckenden Landschaften Besonderheiten verschiedenster Art, botanische wie kulturelle, aber auch das Abenteuer kommt nicht zu kurz: Die Länge der Hängebrücke über die Iselschlucht entspricht ziemlich genau dem Abgrund unter uns, für Ängstliche gibt es eine harmlose Alternative.
Oft werden die einzelnen Etappen von einer fixen Unterkunft aus mit Busunterstützung angegangen. Wir bevorzugen die Übernachtung auf den Campingplätzen in Ainet, Matrei und Hinterbichl, wo auch für das leibliche Wohl gesorgt ist. In der hochalpinen Region bietet die gut geführte Clarahütte einen gastlichen Stützpunkt. Falls nur beschränkt Zeit zur Verfügung steht, ist am ehesten die Strecke zwischen Ainet und Huben verzichtbar, da sie über kilometerlange Staubstraßen entlang einer Hochspannungsleitung führt. Dafür werden sich alpinistisch angehauchte Besucher kaum so schnell von der Clarahütte verabschieden können - sie wird umringt von gleich 15 imposanten 3000ern.
Am begehrtesten sind  Rötspitze oder Dreiherrenspitze, welche den Großteil der Wassermassen für die gewaltigen Umbalfälle liefern. Aber auch weniger bekannte Gipfel wie der Ahrner Kopf, Steingrubenkopf, Tredeberspitze oder Hohes Kreuz werden wieder häufiger bestiegen. Die Wiesbauerspitze, einstmals Mullwitzkogel, erreicht zwar nicht diese Höhe, verfügt aber über einen neuen markierten Steig. Bei ausreichend Zeit bieten sich hochinteressante Hüttenübergänge an, etwa über die Lenkjöchlhütte ins Südtiroler Ahrntal, die Alpenkönigroute oder die Reichenberger Hütte als Verbindung zum Lasörling-Höhenweg.
Das Bildmaterial für die ersten drei Etappen zwischen Lienz und Hinterbichl ist früh im Jahr entstanden, die restliche Strecke haben wir im Hochsommer begangen.

keine 15 Gehminuten vom Lienzer Bahnhof mündet die Isel in die Drau - das milchige Wasser verrät dem Fachmann sogleich den Gletscherfluss; gleich jenseits des Draustegs ...... der Mündungsfels, an dem unser Trail beginnt; überragt wird er von der 2904 m hohen Schleinitz, einem Hausberg der Lienzer (s. Archiv)man sollte besser nicht sofort entlang der Isel davonspurten - ein Blick ins Zentrum der entzückenden Stadt lohnt sich in jedem Fall; Hauptplatz mit Liebburgmildes Klima und die herrliche Umrahmung von gleich vier gewaltigen Gebirgsgruppen haben Lienz den Beinamen „Sonnenstadt“ eingebracht; stadtaus am Rechten IselwegLienz ist nicht zuletzt auch Kunststadt: der „Stein der Weisen“ auf dem Gelände des MCI-Campus gleich hinter der Pfarrbrücke, welcher den Einstieg in ein technisches Studium vor Ort ermöglichtauf dem Poetensteig verlassen wir das Stadtgebiet; Blick auf Schloss Bruck und den Hochsteinvon Beginn an ist der Iseltrail mit detailreichen Infotafeln ausgestattet; hier an der Aussichtsplattform Pfisteran der Tagger-Lutz-Brücke beginnt ...... der sogenannte Katzensteig, ...... der gekonnt das hier steile Flussufer überlistetam Rastplatz Iselstrand wird in der Ferne die Venedigergruppe der Hohen Tauern sichtbar, an der wir uns in weiterer Folge nach links gegen Westen dem Hochgebirge zuwenden werdenfeine Rastplätze sind am Iseltrail dicht gesät; voraus die Glanzer BrückeAussichtskanzeln - wie hier gegen die Schobergruppe - ...... und robuste Metallkonstruktionen erleichtern das Überwinden steilerer Uferpassagengleich neben der Schlaitner Brücke bei Ainet befindet sich ein netter Campingplatz, auf dem man auch verköstigt wird - ein perfekter Stopp für Wanderer, welche am Vormittag nach Lienz angereist sind und noch in der zweiten Tageshälfte den Trail in Angriff nehmen wolleneineinhalb Kilometer weiter passieren wir einen kleinen, aber feinen Familienklettergarten der AV-Sektion Lienz (s. Archiv Klettern unter Schlaiten)eine Viertelstunde oberhalb der Isel stürzt der Daberer Wasserfall zu Tal; die Schlucht bietet auch Gelegenheit zum CanyoningWanderstempel in St. Johann im Walde; viele beenden hier die erste Etappe des Trailswir wollen aber heute noch weiter bis Matrei; gleich hinter St. Johann stoßen wir auf einen kleinen See mit ersten Skulpturen am Trailetliche Straßenkilometer weiter mündet das Defereggen- ins Iseltal; auch hier hinten ein kleiner Klettergarten (s. Archiv Klettern unter Schwarzach- und Unterpeischlacher Klamm); ansonsten sehen wir die Strecke zwischen Ainet und Huben als „Durststrecke“ des Iseltrails, auf die man bei Zeitmangel am ehesten verzichten kannab Huben wird es wieder interessanter: noch vor der Kirche und dem Feuerwehrhaus(!) müssen wir auf die andere Iselseite. Vorsicht, der auf den Infotafeln verzeichnete Wegverlauf kann einen falschen Eindruck vermittelnauf dem alten Kohlweg ...... weiter zum Feldner Kataraktder Katarakt aus 1500 m Höhe (vom Kegelstein); von hier geht es merklich steiler als bisher über die Ortschaft Feld (Einkehrmöglichkeit) ...... hinauf ins Talbecken von Matrei, wo wir anderntags gegen Westen ins Virgental abbiegen; das Ziel unseres Trails - die Iselquelle - liegt von hier aus gesehen genau hinter den Malhamspitzen, welche wir übermorgen linksseitig durchs Umbaltal umrunden werdender Iseltrail (die verbleibenden Etappen 3-5) vom Rotenkogel (s. Archiv)frühmorgens an der Zellbrücke bei Matrei in Osttirol; die ersten Sonnenstrahlen erreichen soeben die Gipfel der Granatspitzgruppe, links Nussingkogel und Bretterwand (beide s. Archiv Bergsteigen)auf der Nordseite des Eingangs zum Virgental der Frosnitzkamm mit dem südöstlichsten 3000er der Venedigergruppe, dem Ochsenbug (dessen Überschreitung s. ebenfalls im Archiv)gegen Westen der Blick weiter hinein ins Virgental; der Bergerkogel ist auch im Winter sehr beliebt (s. Archiv Schitouren)wieder wechseln wir das Ufer ...... auf den idyllischen Virgener Auenweg, der einen starken Kontrast ...... zu den sehr selten bestiegenen wilden Gesellen des Frosnitzkamms bildetum Virgen wird das Tal wieder weiter ...... und bietet ausreichend Platz für den „Virgener Skulpturenpark“, ...... den wir am Iseltrail vollständig durchquerenneben modernen Objekten werden hier auch antike Vorbilder neu aufgegriffen, wie etwa Sokrates: „Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden“Osttiroler und renommierte Gastkünstler haben sich hier in einer ehemaligen Säge mit einer Steinbildhauerwerkstatt einen Freiraum geschaffen, ...... in welchem tonnenschwere Steine in kunstvolle Skulpturen verwandelt werden, Natur zu Kunst wird; hier geht's weiter am Iseltrailhinter dem Skulpturenpark müssen wir nahe dem Eingang der Iselschlucht den Fluss verlassen und steigen hinauf zur Ortschaft Welzelach, ...... wo wir uns einem weiteren Höhepunkt des Trails nähern; ängstlichere Gemüter nehmen die kürzere Alternativroute, ...... wir steigen den bei Nässe etwas unangenehmen Waldsteig steil hinunter auf den Grund der Schlucht, ...... überqueren abermals die Isel ...... und erklimmen den Gegenhang rechts hinauf ...... zu einer idyllischen Almwiese mit Blick auf Wunwand und WunspitzeRückblick über die Schlucht auf Welzelach; am jenseitigen Gebirgszug wartet die nächste mehrtägige Wanderung: der Lasörling-Höhenwegnur wenige Schritte weiter ein prominentes Schaustück des Iseltrails: ...... die 86 m lange Hängebrücke über die Iselschluchtdas imposante Bauwerk wurde 2020 errichtet, die Projektkosten beliefen sich auf 500.000 €die Länge der Brücke entspricht in etwa ...... der Tiefe des AbgrundsRückblick auf die Brücke, ...... die wegen der leichten Erreichbarkeit auch für weniger Sportliche ein begehrtes Ziel darstelltwieder auf der Südseite der Isel erhält man einen Eindruck, wie die Landstraße zwischen Virgen und Prägraten die Seitenarme der Schlucht überlistetRückblick auf die Hängebrückeab seiner dritten Etappe sollte man den Iseltrail nicht zu früh im Jahr begehen, da Schnee und Eis auf schmalen Steigabschnitten noch im April Schwierigkeiten bereiten können; Hangquerung aus der oberen Iselschluchtvor Prägraten öffnet sich die Schluchtder Vordere Sajatkopf; die „Prägratner Sonnenplatten“ aus herrlichem Grünschiefer sind ein beliebtes Genussklettergebiet für den mittleren Schwierigkeitsgrad (s. Archiv Klettern)unterhalb der kleinen Ortschaft Bichl verengt sich das Tal und spaltet sich in mehrere Seitentäler aufdie Kapelle St. Crysanth und Sebastian in Hinterbichl; das hier nach Norden abzweigende Dorfer Tal unter Finsterwitzkopf (s. Archiv) und Schlüsselspitze führt hinauf zu Johannishütte und Defregger Haus am Normalanstieg zum Großvenediger (eine großzügige Mehrtagesüberschreitung s. Archiv Schitouren)in Hinterbichl findet sich wieder ein netter Campingplatz, von dem man die letzten beiden Etappen durchs Umbaltal ins Reich der 3000er zur Iselquelle in Angriff nehmen kann; hinten überm Taleinschnitt das Hohe Kreuz, 3159 m, an dem wir rechts vorbei zur Clarahütte marschieren werdenrund um den kleinen Weiler Ströden am Fuß der Wiesbauerspitze die letzten gebührenpflichtigen Parkplätze, im Sommer öffentliche Busverbindungvon Ströden zur Islitzer Alm gibt es ein Elektroshuttle, bis hierher darf man auch noch radelnhinterm Dach erkennt man bereits die Unteren Umbalfälledie Umbalfälle sind eins der absoluten Highlights am Iseltrailein Natur-Kraft-Weg mit Aussichtskanzeln und Infotafeln begleitet die stürzenden Wasserin der kalten Jahreszeit ist diese vierte Etappe wegen großer Lawinengefahr meist unbegehbar, ...... obschon die Katarakte bei Eis und Schnee völlig ungewohnte Details vermitteln; mehr eisige Eindrücke von den Fällen und den Verhältnissen weiter oben - selbst in schneearmen Wintern - vermittelt unsere Besteigung der Ogasilspitze (s. Archiv Bergsteigen)die flache Stufe der Blinigalm trennt die Unteren von den Oberen Umbalfällennach den Katarakten wird die Schlucht schlagartig flacher, die Talschlussbrücke lässt uns auf die andere Flussseite wechselnvorbei am Reggenfall ...... führt der Steig am sonnseitigen Hang ...... vorbei an der Ochsnerhütte ...... zur Einmündung des Dabertals, welches wir links liegen lassen; wir marschieren im Umbaltal weiter, geradewegs auf die (noch) eisumgürtete Rötspitze zuwenige Minuten später ist die Clarahütte erreichtlängst hat sich herumgesprochen, dass die Hütte hervorragend bewirtschaftet ist; um zur Hauptsaison zwischen all den internationalen Besuchern noch einen Platz zu ergattern, ist frühzeitige Reservierung zu empfehlennach mehrmaliger Zerstörung durch gewaltige Lawinenabgänge wurde die Clarahütte beim letzten Wiederaufbau nach Hobbitart dem Gelände angepasstein Stück hinter der Hütte wechseln wir abermals die SeiteRückblick in Richtung Hütte; die Pyramide jenseits des Dabertals ist der Großschober, ein eher selten bestiegener, wegloser 3000erbequeme Versicherungen helfen über einen von vergangenem Gletschereis glatt geschliffenen Felsriegel ...... auf die nächste Etage mit den Eisseender Blick ist frei geworden auf Althaus- und Umbalkees mit der Dreiherrenspitze, dem Kulminationspunkt des Dreiländerecks Salzburg - Osttirol - Südtirol, welcher mittlerweile schon eisfrei zu erreichen istweiter rechts das Reggentörl mit dem gleichnamigen Turm,welches zwischen Malhamspitzen (rechts) und Grubachspitzen den Gletscherübergang zur Essener-Rostocker-Hütte ermöglichtdie Metallpyramide markiert das offizielle Ende des Iseltrailsda sich das Umbalkees rasant zurückzieht, muss man zurzeit etwa eine halbe Stunde (inkl. Fotostops) ...... so gut wie weglos weitermarschieren - im Hintergrund der Grat vom Ahrner Kopf zur Rötspitze, Grenzkamm zu Italien - , ...... um zum Gletscherrand zu gelangenfinaler Höhepunkt der Tour: der Iselursprung am Gletschertorvon der Stirnkante des Umbalkees ...... brechen immer wieder Eismassen ab, was die Flächen- und Massenbilanz ständig und in zunehmendem Maße verringertin den letzten 100 Jahren haben sich die ursprünglichen Werte unserer Alpengletscher um mehr als 50 % vermindert, Tendenz stark steigend - unsere Gletscher rinnen durch die Klimaerwärmung buchstäblich den Bach hinab
(04.-07.2026)

Literatur: Mair: Am Iseltrail. Vom Mündungsfels zur Quelle im Eis. Lienz: Tourismusverband Osttirol 2024.
Muhar/Michor/Stöhr/Unterlercher: Die Isel. Gletscherfluss in der Kulturlandschaft. Innsbruck: Michael Wagner Verlag 2024.

Rosenspitze (Venedigergruppe)

Rosenspitze, SW-Gipfel, 3022 m

Ein Lieblingsberg Ludwig Purtschellers.

Venedigergruppe, Ströden, Virgental, Osttirol. Aufstieg 1300 (-1800) Hm.

P Ströden im hintersten Virgental (gebührenpflichtig) - Islitzer Alm – Umbalfälle – (Clarahütte, empfohlen, s. Archiv unter Iseltrail) – Dabertal – Leitbachtal – gesamter SW-Grat über Rosenlenkenkopf, 2809 m und Rosenlenke auf das Gipfelpaar der Rosenspitze – Sentenböden – Rudolf-Tham-Weg zur Reichenberger Hütte am Bödensee – Bachlenke – Großbachtal – Großbachalm – Stürmitzalm – Islitzer Alm – Ströden.

ÜbersichtKartedie „doppelgiebelige“ Rosenspitze von Südosten (Weißes Beil, Panargenkamm)

Ich stehe nicht an, die sich hier darbietende Aussicht als eine der großartigsten und dankbarsten in den Tiroler Bergen zu erklären. -
Fast auf den Tag genau vor 130 Jahren wurde die Rosenspitze erstmals erklommen. Der berühmte Innsbrucker Lehrer und Bergsteiger Ludwig Purtscheller, Erstbesteiger des Kilimandscharo, galt damals als einer der besten Kenner der Alpen, in denen er über 1700 Gipfel bestieg. Seiner kompetenten Meinung wird niemand widersprechen, der es auf diesen entlegenen 3000er schafft: Neben dem exzellenten Blick auf den Großvenediger und seine Trabanten (nur vom Hauptgipfel) entschlüsseln sich die geheimsten Winkel der Hohen Tauern, etwa die Hohe Grube, das von 15 Dreitausendern umrahmte hintere Umbaltal oder der fast schreckhafte Blick in die Riesenspalte des Daberthales – mit seinen entsetzlich steilen, grün angehauchten, wandgestuften Hängen eine der wildesten Schauplätze der Lawinen …
Wir kommen vom Gletschertor der Isel am Umbalkees, haben frühmorgens wegen der etwas unstabilen Wetterlage unsere Pläne geändert, wollen eher auf markierten Wegen bleiben. Auf dem Weg zur Reichenberger Hütte können wir jedoch dem Ruf der unter Kennern legendären Rosenspitze nicht widerstehen und steigen noch im Leitbachtal in gerader Linie auf den langen SW-Grat hinauf – ab der Rosenlenke der Weg des Erstersteigers, in neuerer Zeit kaum mehr begangen, teils steiles sandiges Geröll, weit oben eine kurze Kletterpassage aus den Schieferbändern der Nordseite auf den Grat hinaus.
Der heute übliche, unkompliziertere Aufstieg von der Reichenberger Hütte zum 38 m höheren Hauptgipfel führt von den Sentenböden an der Südseite in die Scharte zwischen beide Gipfel.
Die ausgedehnte Runde (oder die extravagante Abstiegsvariante von der Clarahütte) ist übrigens auch ohne Gipfelbesteigung eine äußerst lohnende Unternehmung.

wir befinden uns bei der Einmündung des Daberbachs ins Umbaltal, zwischen den berühmten Wasserfällen und der Clarahütte (Zustiegsbilder s. im Archiv unter Iseltrail); links unser Steig in Richtung Reichenberger Hüttenach kurzem Abstieg überqueren wir die noch junge Isel ...... und marschieren auf gutem Steig ins wolkenverhangene Dabertal hinaufoben an der Talgabelung ...... verziehen sich die Nebel; Blick gegen WNW ins Karbachtal und den langen Südgrat zur Daberspitze, rechts Hohes Kreuzetwas weiter links das fast 3000 m hohe Rotenmanntörl, das den Übergang ins Defereggental ermöglichtdas Wetter entwickelt sich nicht so schlecht und wir verlassen noch vor der Daberlenke den Weg links hinauf ...... auf den vorerst breiten Kammrücken des gesamten SW-Grats der Rosenspitzeschon von hier gewinnt man interessante Einblicke in verborgene Winkel der Venedigergruppeauf der Südseite des Kammes satte Wiesen ...... mit Unmengen von Edelweißauf der Höhe des Rosenlenkekopf, 2809 m, verschärft sich der Kammüber ein paar einfache Kraxelstellen ...... hinunter in die Rosenlenkeder weitere Anstieg am eigentlichen SW-Grat, dem Weg des Erstersteigers Ludwig Purtscheller (anno 1896) ist großteils etwas bröcklig und wird heutzutage nur mehr selten begangenam besten hält man sich immer knapp neben dem Gratim Süden Daberlenke und der Panargenkamm: von rechts Keesegg, Panargenscharte und AlplesspitzeRückblick in Richtung Rotenmanntörlim Westen Hohes Kreuz und Daberspitzeim Norden Daber- und Umbaltal, in den Wolken verborgen die Dreiherrenspitze, rechts der Großschoberurplötzlich lüftet auch die Rötspitze ihren Schleiernoch ein Rückblick auf die Gabelung des Dabertals; der Kamm wird zur Schneidezuerst bequeme Schieferbänder in der Nordseite, ...... welche man an geeigneter Stelle rechts hinauf zum Grat verlässtso finden wir uns am SW-Gipfel wieder; der heute übliche Aufstieg führt von rechts ...... über die Schutthänge der Südseite in die Scharte zwischen beiden Gipfeln; der Nachbar-Dreitausender rechts ist die Reichenberger Spitzeauf den weitläufigen Sentenböden (links Rosenlenke, dahinter Daberspitze) ...... finden sich immer wieder prächtige Blumenpolsterim Osten der lange Grat von der Reichenberger Spitze zur Grauen WandRückblick auf die Rosenspitze, jetzt erkennt man den heute üblichen Normalweg in die Scharte zwischen den beiden Gipfelnan der Südkante der Sentenböden gegen Trojeralmtal und den Auslauf des Panargenkamms; von hier steigen wir ...... durch eine kurze Schlucht auf den bereits sichtbaren ...... Rudolf-Tham-Weg in Richtung Reichenberger Hütte abRückblick auf den gestreckten Giebel der Rosenspitzevor uns das Finsterkar mit seiner interessanten Umrahmunghinter der Hütte der düstere Panargenkamm: von links Alplesspitze, Panargenscharte, Keesegg und Panargenspitzevor der Hüttentür der malerische Bödenseevon der Bachlenke steigen wir links hinunter ins Großbachtal; in unserem Rücken ...... der grüne Bachlenkenkopf, ein beliebter HüttenbergTiefblick ins Großbachtal, rechts hinten das Gletscherdach des Großvenedigerkaum jemand verirrt sich heute noch ins entlegene Bachlenkenkaraus der sich verengenden Großbachschlucht ragen Quirl und Ogasilspitze (winterliche Besteigung s. Archiv)Rückblick auf die Bachlenkeauf einem kleinen Wiesenplateau hoch über der Schlucht die Großbachalmjenseits der Schlucht das einsame Rasbachkar mit dem Kleinschober rechts und dem Verbindungsgrat Großschober - Rosenspitzevon der Großbachalm führt ein extrem steiler Fahrweg ...... in unzähligen Kehren (Rückblick zum Kleinschober) ...... vorbei an der Stürmitzalm (von links Toinigspitze, Kriselachspitze und Kleinbachtal) ...... hinunter zur Islitzer Alm und zum Ausgangspunkt unserer Runde in Ströden
(21.07.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Tristach: Zloebl 2007.
Gasser: Erlebnis Osttirol. Graz: Leopold Stocker Verlag 1979.

Blauspitze, SW-Grat-Klettersteig, C/D (Granatspitzgruppe)

Blauspitze, 2575 m

Südwestgrat-Klettersteig (C/D, eine Stelle E).

Granatspitzgruppe, Gradötzkamm, Hohe Tauern, Kals am Großglockner, Osttirol. Aufstieg 400 - 1400 Hm.

P Kals-Großdorf – Wanderweg/Forststraße Bergrestaurant Glocknerblick – Ganotzalm – Bergstation Blauspitzlift am Rossbichl (im Sommer meist nicht in Betrieb, bis hierher vorteilhaft mit MTB, von Kals 1000 Hm. Der Einstieg zum Klettersteig ist auch vom Cimaross (Goldriedbahn ab Matrei oder Gondelbahn Kals I+II) in etwa 1,5 h erreichbar) – SW-Grat-Klettersteig Blauspitze – Ü Blauer Knopf, 2593 m – Ü Weißer Knopf, 2570 m – Ü Libanolkopf (in den Karten Niwanolkopf), 2539 m – Ü Kalser Höhe (früher Presslerkopf), 2434 m – O-Flanke zurück zum Bikedepot am Rossbichl – Kals.

ÜbersichtKartedie Blauspitze und die anschließende Überschreitung von Südosten (Kalser Seite) ...... und aus Nordwest von der Bretterwand

Die sehr reizvolle Ferrata am Kletterberg der Kalser feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum und ist trotz seiner relativ bescheidenen Höhe von nur etwas über 100 m nicht zu unterschätzen. Die Schlüsselstelle kommt bald nach dem Einstieg und wurde mittlerweile mit E aufgewertet – eine spiegelglatte steile Platte, auf der ein Sturz vor der hoch angelegten zweiten Seilverankerung zumindest schwere Verletzungen nach sich ziehen würde. Kletterschuhe von Vorteil.
Genauso anregend wie der Klettersteig selbst ist der gemütliche Abstieg über weitere vier Erhebungen des Gradötzkamms mit herrlichen Ausblicken nach allen Seiten. Wundert euch nicht über Unterschiede bei den Namensgebungen, hier hat immer schon Verwirrung geherrscht.
Vorsicht bei der Abfahrt mit dem Bike: Das oberste Stück bei der Bergstation (ab der ersten Kehre) ist sehr steil und mit Schwimmschotter bedeckt, der auch schon mal Radprofis unvermutet zu Boden gestreckt hat. Ein paar Meter schieben ist keine Schande und kann so manches Hämatom vermeiden.
Das Gebiet ist übrigens auch für Kletterer interessant: Neben dem leichteren Ostgrat (Schwierigkeitsgrad 4, 9 Seillängen) existieren an der Blauspitze zwei weitere Routen in der Südwand rechts vom Klettersteig, die „Hausbergwandle- Direttissima“, 6c, 5 SL, und „Die Wiederentdeckte“, 5c+, 4SL. Fast in Rufweite auch der ebenfalls beliebte SW-Grat (3-) auf die Kendlspitze.

schon am Zustieg (idealerweise mit dem Bike) ein ständiger Begleiter: der Großglocknerim Nordwesten Kendlspitze und Ganimitz, dazwischen die tolle Schiabfahrt von der Grauen Scharte durchs Kendlgegenüber ist die Bergstation der Seilbahnverbindung Kals - Matrei am Auslauf des Gorner-Rotenkogel-Massivs (s. Archiv) zu erkennenTeischnitztal mit Glocknerschon hoch oben ein Speichersee mit der Schobergruppe: in Bildmitte von links nach rechts Glödis, Ralfkopf und Hochschoberder schöne Ostgrat unserer Blauspitze, links davon Blauer und Weißer Knopf, welche wir nach dem Klettersteig (entlang der linken Schattenkante) überschreiten werdendieselben drei Gipfel von der Bergstation des Blauspitzliftes, finaler Zustieg in weitem Bogen durchs Kar ...... bis zum Einstieg unten genau in Bildmitte; die Schlüsselstelle gleich vom Ende des Rasenbandes links hinaufnach einem kurzen Vorbau und dem grünen Band ...... folgt sogleich die schwierigste Passage, zu Recht mit E aufgewertet; Ulli hat wegen der Verletzungsgefahr sicherheitshalber eine Trittschlinge gelegtin abwechslungsreichem, pittoreskem Gelände geht es flott aufwärtsnach ausgesetzten Gratstellen ...... folgen oft ausgesetzte Absätze und Kanzelnerst weiter oben treten wir aus dem Schattenluftige Stellen wechseln in bunter Folge ...... mit angenehmen Rastplätzen; dahinter schon unsere nächsten beiden Gipfeldie steilen Platten des oberen Teils haben längst nicht mehr den Ernst der E-Stelle zu Beginnimposante Tiefblicke ...... aus den steilen Aufschwüngen, welche uns schlussendlich ...... auf den flacheren Gipfelgrat bringender Alpenhauptkamm zwischen Kalser Tauern und GroßglocknerSabine und Tom kurz vor dem Ausstieg, ...... wo ein flacher Grat zum Gipfelkreuz leitetGipfelpanorama im Uhrzeigersinn: im Norden wieder die Kendlspitze mit ihrem beliebten Südwestgrat, rechts das Kalser Dorfertalder Glockner mit seinen TrabantenKalsertal und Schobergruppeim Süden unter uns das Raddepot bei der Bergstation des Blauspitzliftes, die Kalser Höhe, das Kals-Matreier-Törl und der Rotenkogelwir wenden uns nach Westen der folgenden Überschreitung zu: die beiden Knöpfe, rechts hinten der VenedigerRückblick zur Blauspitzeam zweiten Gipfel: Blauer Knopf, noch 20 m höher als die Blauspitzedie Scharte vor dem Weißen Knopf, ...... dessen scharfer Gipfel vom Steig  mit wenigen Schritten zu erklimmen isthoch über Matrei reicht der Blick vom Venediger bis hinter den Lasörlingrechts vom Großvenediger Bretterwand (s. Archiv) und KendlspitzeRückblick zum Blauen Knopf ...... und auf die Blauspitze samt Zustieggemütliche Kammwanderung zum LibanolkopfRückblick auf Weißen und Blauen Knopf ...... und zum Blauspitzgrat; genau über die Schattenkante in Falllinie des Großglocknergipfels verläuft unser Klettersteigam Rückweg zum Raddepot
(13.07.2026)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Edizioni Versante Sud 2018.
Lienbacher/Peterka: AV-Führer Glockner- und Granatspitzgruppe. München: Rother 1969.

Gölbner (Villgratner Berge)

Gölbner, 2943 m

Überschreitung SW-Grat – SO-Grat.

Villgratner Berge, Winkeltal, Außervillgraten, Osttirol. Aufstieg 1500 Hm.

P unterhalb der Reiterstube im Winkeltal, 5 km nnö. von Außervillgraten – Forststraße/Wanderweg Tilliachalm (bis hierher mit MTB möglich) – unter der Alm links 300 m der Straße über den Tilliachbach folgen, Wegtafel –Sommerwandalm – S-Flanke Dreiheggenspitze oder kurz vorher abkürzen aufs Sommerwandköpfl (Kreuz) – SW-Grat Gölbner – Abstieg SO-Grat – Südl. Gölbnerscharte – Tilliachalm – P.

ÜbersichtKartedie Zwillinge Gölbner - Gumriaul von Nordosten (Paterskopf)im Frühwinter vom Rapplerein Winterbild unserer Runde SW-Grat - SO-Grat vom Weißlachberg im SSW

Der Gölbner, im Höhenranking der Villgratner immerhin an fünfter Stelle, ist Kulminationspunkt des mächtigen, gegen Süden ziehenden Seitenkamms zwischen Winkler- und Kristeinertal. Von den fünf Graten werden Nord- und Südostgrat gern für eine Überschreitung gewählt, der erste der leichteste, der Steilaufschwung des anderen versichert, beide markiert. Den schönsten Anstieg aber bietet zweifelsohne der lange, weglose Südwestgrat über Dreiheggenspitze und Sommerwandköpfl, dessen Schwierigkeiten kaum an den 2. Grad heranreichen. Als weiteres Ziel bietet sich nach dem Abstieg in die Südliche Gölbnerscharte die Überschreitung zum Gumriaul an: direkt am Grat eine plattige 3er-Passage, die man, schon von der Scharte westlich absteigend und am Fuß von vier Rippen auf knapp 2700 m querend, über den Westsporn vermeiden kann. Wegen der Gewittergefahr haben wir heute allerdings genug gesehen.

von der Tilliachalm sind bereits beide Gipfel zu erkennen: links der lange SW-Grat auf den Gölbner rechts der um 25 m niedrigere Gumriaulknapp unterhalb der Alm folgen wir dem linken Ast des Fahrwegs noch für 300 m über den Tilliachbach bis zum Beginn des Steiges zur nächsten AlmRückblick zur Tilliachalm und auf den Weißlachberg (s. Archiv Schitouren unter Gumriaul)bald ist die Sommerwandalm erreicht, ...... in deren Umfeld anlässlich der Erfindung des Herz-Ass-Panoramawegs einige Wege markiert und ausgeschildert wurden, die uns heute zugutekommender Steig führt in einer langen Kehre durch die Südflanke auf die Dreiheggenspitze am Beginn unseres Grates (links außerhalb des Bildes); man kann aber auch problemlos direkt aufs Sommerwandköpfl abkürzen (links des kleinen Gratzackens)am Sommerwandköpfl, 2501 m, wird der gesamte Südwestgratverlauf sichtbarbereits von hier ein schöner Blick auf Außervillgraten und die Sextener Dolomitendie Villgratner „Beleuchtungsmacher“ haben bereits am Beginn unserer Tour ein schönes Ausflugsziel geschaffenwir sind gespannt auf den Grat, der zwar weglos und unmarkiert, aber dessen ungeachtet der schönste Anstieg auf den Gölbner sein solles beginnt mit einem aussichtsreichen Bummel über den einladenden Wiesenkamm; hinten links der Rappler, ...... dem wir an einem wunderschönen Dezembertag vor 12 Jahren einen Besuch abgestattet haben (s. Archiv)bald verschmälert sich der Grateine Reihe kleiner Felsköpfe bauen sich auf, ...... welche sich aber als harmlos herausstellen ...... und meist leichter zu überlisten sind, als es den Anschein hatinsgesamt wird kaum jemals der 2. Grad erreichtTiefblick vom Grat ins Winkeltalam Steilaufschwung schon in Gipfelnähe wird im Führer empfohlen nach links auszuweichendort gerät man in eine Mischung aus bröckligem Schutt und roter Erdewir fragen uns, ob es nicht besser gewesen wäre, in gerader Linie am Grat weiterzukraxeln (angeblich III)doch der Spuk hält sich in Grenzen, bald sind wir wieder auf dem sonnigen Kammdas oberste Gratstück ist wieder richtig hübschGipfelkreuz gegen SSW: Gumriaul, Weißlachberg, Karnischer Hauptkamm und Sextener Dolomitenetwas weiter hinten ein zweites, dem Kristeinertal zugewandtes KreuzTiefblick auf unseren Südwestgratim Nordwesten Rappler, Winkeltal und die Kette der 3000er vom Hochgall bis zum Großvenedigerim Norden der nahe Villgratner Hauptkamm (s. Archiv für die Gesamtüberschreitung in 7 Etappen)Erich späht vom Kristeiner Kreuz zum Glocknerim Herzen der Villgratner verstecken sich zahllose wunderschöne Winkel und Abenteuer für jede JahreszeitKristeiner Kreuz gegen Gölbnerblickhütte und Kärntner Tordie beiden Gölbnerkreuze mit dem GumriaulAbstieg am Südostgrat; links Finsterkofel, dahinter Eggenkofel (Lienzer Dolomiten), ganz hinten Hohe Warte des Karnischen Hauptkamms und die Sappada-Dolomitender Abbruch am SO-Grat ...... hat ein paar versicherte ...... und eine ungesicherte Passageder direkte Gratübergang zum Gumriaul wartet mit Schwierigkeiten bis III aufwenn man von der Südl. Gölbnerscharte gute 100 Hm absteigt und knapp am Fuß der Rippen zum Gumriaul-Westrücken hinüberquert, kann man diese Schwierigkeiten umgehenwir wollen diesmal aufgrund der Gewittergefahr ohnehin nicht zum Gumriaul; erste Vegetation unter der Südl. GölbnerscharteRückblick auf den Verbindungsgratlinks noch einmal der lange SW-Grat zum GölbnerUlli im Tilliachbach; das Rad erspart eine gute Stunde Abstieg
(21.06.2026)

Literatur: Poleschinski: Villgratner Berge - Deferegger Alpen. Gebietsführer für Bergsteiger, Kletterer und Wanderer. Bad Ischl: Eigenverlag. ISBN 978-3-200-04464-7.

Alplspitze - Dorfberg (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Alplspitze, 2296 m - Dorfberg, 2115 m

Kombitour am Finale des Gailtaler Höhenwegs.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Obertilliach, Osttirol. Aufstieg 700-1500 Hm.

P Bergbahn Obertilliach – zu Fuß drei verschiedene markierte Wanderwege auf den Golzentipp (oder MTB-Tour Nr. 157 oder 8 km Forststraße, Raddepot bei den Kutteschupfen (Golzentippjoch) am Fuß des kurzen Gipfelkammes) – als feine Zugabe zu Beginn Ü Alplspitze (der weitere Übergang zum Breitenstein nicht zu empfehlen, s. Text) – Querung zurück zum Raddepot – „Bergwiesentrail“ knapp südlich der vielen Gipfelkuppen auf den Dorfberg; oder zu Fuß mit geringem Aufwand über Salvadorsattel und –spitze, Folmaissattel, Pfannegg, Langinzensattel, Schluichtegge, Huiterbodensattel- und –spitze und Wilde-Wiese-Sattel ebenfalls auf den Dorfberg – Wanderweg/Forststraße Kartitscher Sattel – mit Bike oder Bus zurück zum P Obertilliach.

ÜbersichtKarteder Höhenweg von Südwesten (Öfenspitze); von Obertilliach auf die Connyalm führen verschiedene Wege, auf der Obertilliacher Bergbahn wird das Rad sogar unentgeltlich mitgenommen

Diese herrliche Höhenroute – westlichste Etappe des Gailtaler Höhenwegs - kann als Wanderung, Mountainbike-Tour oder eben als Kombination aus beidem unternommen werden. Gleich zu Beginn lassen sich gut 600 Hm Aufstieg zur Connyalm durch die Obertilliacher Bergbahn ersparen, wobei hier die Mitnahme des Rades kostenlos ist. Dem in Stoßzeiten üblichen Trubel im Bereich der Bergstation entkommt man schnell, auf der Alplspitze ist man ohnehin meist allein. Hier hat man den äußersten Rand der Komfortzone erreicht, schlagartig herrschen hinter diesem letzten Wiesengipfel andere Gesetze als im touristischen Bereich um die Bergstation. Deshalb sei dem imposant-verlockenden Breitenstein ein eigener Absatz gewidmet.

Im alten AV-Führer von Hubert Peterka wird der Berg noch als alpin erstklassig gehandelt, einsam, packende Tiefblicke ins Pustertal. 15 Jahre später sieht der Lienzer Georg Zlöbl die Sache schon differenzierter: … sogar der leichteste Anstieg (II) ein tagesfüllendes, anstrengendes Abenteuer. Deshalb ist er wohl auch nur Bergsteigern zu empfehlen, die den Ruf der Wildnis spüren und denen eine Wegsuche nach Pfadfindermanier nichts ausmacht.
Schon beim Anblick der steilen grasig-bröckligen Schrofen am direkten Übergang (Alplspitze NW-Grat abwärts ins Abarautloch und die steile Südseite den Breitenstein-SW-Gipfel hinauf) wird den meisten Aspiranten die Lust vergehen: Das Steilgras rechts des Gipfels hinunter und Querung ins markante Felstörl, dahinter dichter Latschenbewuchs am Grat oder rechts davon in steiler Schuttrinne tief hinab. „Da geht neamd, lei di Gams!“ – so der Kommentar eines Ortskundigen weit jenseits der Achzig. Manche versuchen es mit der ostseitigen Umgehung der Alplspitze (Abstieg vom Golzentippjoch oder Morgenrastsattel in Richtung Mahrwieseralm und über den „Wilden Lahner“ ins Abarautloch – und schwärmen anschließend im Internet für Macheten und Motorsägen. Die rinnendurchsetzte Flanke zum Ziel der Begierden ist abermals steil und bröcklig, für den noch unangenehmeren Abstieg soll es inzwischen einen Abseilhaken geben.
Und zuletzt wäre da noch die schaurige Geschichte um den vermissten Alleingänger, dessen Verbleib nach wochenlanger erfolgloser Suchaktion erst durch den Flug der Geier geklärt werden konnte.

Angesichts der vielen Tausend weiteren lohnenden Osttiroler Gipfel haben wir uns spontan für den „Bergwiesentrail“ entschieden, ein flottes, aussichtsreiches Vergnügen hinüber bis zum Dorfberg – übrigens unser allererster MTB-Trail.
Wer unterwegs Lust auf den imposanten Spitzenstein bekommen hat, der wird im Archiv fündig; unseren wunderschönen Höhenweg gibt's auch in umgekehrter Richtung im Archiv Schitouren unter Dorfberg - Golzentipp.

Obertilliach liegt im hintersten Lesachtal knapp unterhalb des Kartitscher Sattels; der Ort zählt knapp 700 Einwohner, als James-Bond-Drehort und durch sein Biathlon-Zentrum erreicht die Tourismusintensität mittlerweile das Drei- bis Vierfache des Osttiroler Durchschnittsder Blick über die ortstypischen „Schupfen“ des Talbodens zur Porze, einem Grenzberg zu ItalienBlick von der Connyalm-Forststraße übers oberste Lesachtal (Osttiroler Gailtal) auf den Karnischen Hauptkamm, vom Hochspitz (links) über die Reiterkarspitze bis zum SpitzköfeleRäder werden bei der Seilbahnauffahrt zur Connyalm bislang übrigens kostenfrei mitgenommenBlick von der Alm gegen NO auf Tamerlan und Eggenkofel (s. Archiv), ...... über den Morgenrastsattel auf Alplspitze und Breitenstein ...... und schließlich gegen Südwesten auf die Kinigatam Golzentippjoch lassen wir die Bikes stehen und laufen über den Golzentipp hinüber zur Alplspitzeam Golzentipp nach allen Himmelsrichtungen Infotafeln, die das unüberschaubare Gipfelmeer erklärenunterwegs am Kamm zur Alplspitze, voraus der imposante Breitenstein-Westgratder gemütliche Gratübergang Golzentipp - Alplspitze von Westen (Spitzenstein) ...... und der Gegenschuss auf die Ostseite des Spitzenstein, durch welche ein Klettersteig (A/B) führt (s. Archiv)so verlockend der Weiterweg von der Alplspitze auf den Breitenstein auch sein mag - ...... vor einem Versuch sei eindringlich gewarnt (s. Text)steiles Gras, bröcklige Schuttrinnen oder ein Grat im Latschendschungel hinunter ins Abarautloch sind nicht jedermanns Hobby ...... auch die Rinnen hinauf zum Breitenstein sind wahrlich kein Vergnügen; wer es unbedingt versuchen muss, halte sich ins kleine Felstörl hinter Erich oder umgehe die Alplspitze gleich auf der OstseiteGipfelblick von der Alplspitze gegen NO in den Sturzelbachgraben Richtung Drautalder Rückweg ohne wesentlichen Höhenverlust quer durch die Golzentipp-Ostflanke ist schnell bewerkstelligtzurück bei den Rädern auf dem Weg in den Folmaissattel hinterm Golzentipp ...... stolpern wir regelrecht über den „Bergwiesentrail“ - die dünne Linie waagrecht durch die HängeRückblick zum Golzentippein vergleichsweise müheloses VergnügenUlli rauscht durch den Langinzensattel zwischen Pfannegg und Schluichtegge, voraus der Spitzenstein, dahinter Gumriaul und Gölbner der Villgratner Bergejenseits des Osttiroler Gailtals der westliche Karnische Hauptkamm mit seinem berühmten Höhenweg bzw. Dutzenden begehrten SchitourenUlli radelt auf den Dorfberg zu, ...... passiert den Huiterbodensattel ......und erreicht durch ein Meer von Alpenrosen ...... das Kreuz auf dem DorfbergRückblick zur Alplspitzewir machen uns an die Abfahrt nach Süden zum Kartitscher Sattel, ...... welchen wir über die Breitwiesen und die anschließende Forststraße erreichen; Rückfahrt über die Lesachtal-Bundesstraße, Wanderer nehmen den Bus
(17.06.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Lienzer Dolomiten. München: Bergverlag Rother 1984.
Zlöbl: Lienzer Dolomiten und Karnische Alpen. Tristach: Zlöbl Verlag 1999.

  1. Spitzenstein - Klettersteig, A/B (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)
  2. Teblenspitze – Schneidegg (Villgratner Berge)
  3. Stierbichl – Rudnig (Villgratner Berge)
  4. Hintereggkogel (Venedigergruppe)
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