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Archiv Bergsteigen

Hier findest du Wanderungen, Berg- und Hochtouren, auch leichte Klettereien bis zum 3. Schwierigkeitsgrad, fallweise mit Verwendung des Gleitschirms als Abstiegshilfe. Alle Gipfel sind alphabetisch geordnet, über die Suche kannst du deine Wünsche gezielt ansteuern.

Rotenkogel (Granatspitzgruppe, Gradötzkamm)

Rotenkogel, 2762 m

Aussichtsgrat zwischen Isel und Kalser Bach.

Granatspitzgruppe, Gradötzkamm, Hohe Tauern, Matrei, Kals oder Oberpeischlach, Osttirol. Aufstieg 800-1800 Hm.

Wir haben uns im Abstand von 15 Jahren zwei Anstiege angesehen.
Der gemütlichste über den NO-Grat:
P Goldriedbahn, Matrei in Osttirol - Auffahrt Bergstation (gut 1200 Hm) - Goldried - Cimaross (urspr. Zimaroß) mit der Adlerlounge der Schischaukel - NW-Kamm auf den Gorner (urspr. Guaner) - Ü Rotenkogel NO-Gipfel (kl. Holzkreuz) und SW-Gipfel (gr. Metallkreuz) - Gorner - Cimaross - N-Kamm zum Kals-Matreier-Törlhaus - ansteigende Querung (Fahrsträßchen) zu Goldried und Bergstation der Gondelbahn. Verbindungsgrat Gorner - Rotenkogel tlw. versichert.
Der interessantere am gesamten Südgrat über den Kegelstein:
P Oberpeischlach (4 km östlich oberhalb von Huben in Richtung Kals) – 7,5 km Forststraße hinauf zur letzten Hütte (900 Hm, E-bike unzweifelhaft von Vorteil) – markierter Steig über den S-Kamm auf den Kegelstein – Ü Rotenkogel (S-Grat).

ÜbersichtKarte kürzerer Anstieg von Nordender Rotenkogel mit seinem südlichen Trabanten vom Göriacher Wald; von Oberpeischlach führt eine Forststraße 900 Hm hinauf bis knapp unter die WaldgrenzeGorner und Rotenkogel von SW (Gr. Zunig, Lasörlingkamm); der Südgrat (rechts) führt über den Kegelstein zum Gipfel (Alternativroute)Goldried Bergstation (Auffahrt von Matrei) und Gipfelgrat v. NW

Keine 20 km nw. von Lienz steigt ein gewaltiger grüner Kamm aus einer Gabelung des Iseltales an die 2000 Hm hinauf zu unserem heutigen Ziel. Weit mehr als die Hälfte des beträchtlichen Höhenunterschiedes lässt sich mit den Gondelbahnen von Matrei oder Kals aus überlisten. Trubel und Narben der Schischaukel sind schnell vergessen, man bewegt sich am anregenden, auf kurzen Strecken sogar versicherten Grat, der Matrei von Kals scheidet, in weiterer Folge über die Muntanitz-3000er nach N zieht und in der Granatspitze an den Alpenhauptkamm stößt. Das verheißt unter anderem eine Abfolge von einzigartigen Logenplätzen mit Blick auf Venediger links und Glockner- und Schobergruppe rechts. Die Draufgabe zum Kals-Matreier-Törlhaus hinunter ist nur mehr ein unbeschwertes Auslaufen, der breite Höhenweg zurück zur Bergstation die denkbar schönste Gehschule für unsere Ronja. Und für die Großen alles in allem eine wundervolle, geruhsame Tour zum (vergleichsweisen) Chillen zwischen all den konditionsfordernden Riesenbergen der Umgebung.

Ungleich länger ist man am 5 km langen Südkamm von Oberpeischlach unterwegs – hoch über dem Iseltrail. Vom Kegelstein schaut der mächtige Gipfelaufschwung dramatischer aus als er ist. Zu Beginn ein paar kleinere Gegensteigungen, trotz der fast durchgehenden Steigspuren ist Trittsicherheit gefragt. Nett ist auch die Kombination mit dem NO-Grat, die eine Überschreitung des Berges eventuell mit Seilbahnhilfe am Abstieg nach Matrei oder Kals ergibt.
Möchte man anderntags wieder mehr Zeit und Schweiß investieren, dann sei die Zunig-Überschreitung, der Ochsenbug oder der Nussingkogel in unmittelbarer Nachbarschaft empfohlen.

schon allein die Gondelbahn-Auffahrt von Matrei ist ein Erlebnis; Blick nach W aufs Virgental mit der Rötspitze (links der Mitte)der lange Gipfelgrat vom Fuß des Gorner NW-Kammeszum Greifen nahe: Großglockner und Glocknerwand von SW; die Licht-Schatten-Kante in Bildmitte ist der berühmte Stüdlgratam flachen Kammgipfel des Gornerder Weiterweg am Verbindungsgrat zum Rotenkogel ...... wird zunehmend felsigerwestl. unterhalb die Goldried Bergstation und das Virgentalan exponierten Stellen helfen Drahtseile weiterder markierte Steig umgeht den NO-Gipfel (links oben außerhalb des Bildes)dieser Vorgipfel kann in Kürze weglos über große Blöcke erreicht werdenam SW-Gipfel des Rotenkogel ein großes Stahlkreuz; Blick nach Nauch kleine Bergsteigerinnen haben Hunger; im Hintergrund der westl. Glockner-Hauptkamm vom Kalser Tauern bis zum höchsten Berg ÖsterreichsGipfelparade gegen den Uhrzeigersinn: im WNW - über der Bergstation - baut sich die Venedigergruppe zwischen Großvenediger (rechts) und Rötspitze aufim W - von der Rötspitze über Lasörling bis zum PanargenkammWSW - hinten rechts die Rieserfernergruppe mit Hochgall, davor Lasörling-Hauptkamm bis zum Gr. ZunigSW - das Defereggental mit den Villgratner Bergen und den Sextener Dolomiten ganz im HintergrundSO - die zentrale SchobergruppeO - der Schobergruppen-Nordteil, ein Meer aus begehrenswerten Gipfelnund endlich im NO - unser Grat mit der Glockner-Südseitedie Zivilisation hat uns wieder: auf der Adlerlounge am Cimarosswir legen noch eins drauf und steigen zum Kals-Matreier-Törlhaus ab, dem Ausgangspunkt des Sudetendeutschen Höhenwegsangesichts der herrlichen 3000er der Schobergruppe kommen auch bescheidene Jochbummler voll auf ihre Rechnungschlichtweg sensationell: rechts vom Törl der Glockner (Erich in Vollpatriotenmontur mit Kind und Fahne), ...... und links vom Törl die züchtige Mutter vor dem Großvenediger - Herz, was willst du mehr! Ganz rechts Bretterwandspitze und Nussingkogel (beide s. Archiv)Rückblick aufs Törl; Ronja legt in dieser Woche selbstständig ihre ersten Meter zurückein letzter Blick nach W auf die Talschaft rund um Matrei; jetzt aber zu unserer Alternativroute von SüdenKarte Südkamm; ein E-bike verkürzt den Anstieg um die Hälfte; reist man öffentlich an, kann man die knapp 1800 Aufstiegshöhenmeter mit der Überschreitung des Berges, der Gondelbahn nach Kals und dem Bus zurück nach Oberpeischlach versüßenBlick vom Ende der Forststraße gegen SSW auf die Villgratner Bergevon der letzten Hütte auf 1950 m ist es nicht mehr weit zur Waldgrenzehoch über der Isel am flachen Gipfelkamm des Kegelstein: links der Zunig (s. Archiv), rechts das VirgentalGipfelkreuz am Kegelstein, dahinter unser Rotenkogelschon am Kegelstein berauschende Aussicht; im Osten die 3000er der Schobergruppeim Südwesten die Villgratner Berge, ganz rechts der Zunig (Lasörlingkamm)tief unter ihm der Feldner Katarakt der Iselgegen WNW Matrei und das Virgental, umringt von der Venedigergruppevom Kegelstein müssen wir kurz absteigen und ein paar kleinere Gegenanstiege in Kauf nehmen; wo in Gipfelfalllinie die Felsen beginnen hält sich der Steig eher links, in den von hier einfacher erscheinenden Grashängen rechts finden sich nur vereinzelt Wildfährtender bescheidene Weg hält sich auch weiterhin in Gratnähevorbei an lustigen Gratformationen ...... gewinnt man schnell an Höheder Nordwestgrat mit Nussing und Bretterwanderst am Gipfelgrat kommen wir immer wieder kurz mit Schnee in BerührungRückblick zum Kegelsteinden kühnen Felsaufschwung knapp unter dem Gipfel kann man mühelos links umgehenauch die letzten Meter am Gipfelgrat ...... geben sich mit etwas Vorsicht gutmütigherrliches Glocknerpanorama am Hauptgipfelgut kann man vom Gipfel den Verlauf des Iseltrail verfolgen, hier die Etappen 3 bis 5unter uns verläuft der Sudetendeutsche Höhenweg gegen Nordenfalls man öffentlich angereist ist, kann man über den NO-Gipfel und den Gorner die Überschreitung fortsetzen, mit der Gondelbahn nach Kals und mit dem Bus zurück nach Oberpeischlach gelangenletzter Blick gegen Osten auf die 3000er zwischen Roter Knopf und Hochschoberim Südosten Hochschober und Leibnitzer Rotspitzen über der weitläufigen Staniskaalmwir machen uns an den Abstieg; die Bilddiagonale zeigt diesmal die Etappen 1 und 2 des Iseltrailszurück am Gipfelgratletzter Blick ins Virgental mit der Bergkette von der Daberspitze bis zum Großvenedigerkurz vor dem Kegelsteinweiter unten erkennt man hinter den Lienzer Dolomiten sogar noch die höchsten Gipfel des Karnischen Hauptkamms
(28.09.2011, 03.05.2026)

Zunig - Überschreitung (Venedigergruppe, Lasörlingkamm)

Zunig, 2776 m - Überschreitung

Vier Gipfel und viele Seen am Mittelpunkt Osttirols.

Venedigergruppe, Lasörlingkamm, Matrei, Osttirol. Aufstieg 1900-2100 Hm.

P Guggenberg, 3 km sw. über Matrei in Osttirol - Arnitzalm - Arnitzwiesen bis gut 100 Hm unterm Törl - W-Rampe auf den höchsten Punkt des Lämperer - Arnitzsee - Rottörl - Querung der Zunig SO-Wand - NO-Grat auf den Gr. Zunig - Ü (Zunigtörl) Kl. Zunig - NW-Flanke zum Zunigsee - O-Flanke aufs Ganitzle - NW-Kamm/W-Flanke zur Arnitzalm - P.
Durchwegs markierte Steige, die Überschreitung des Rottörl ist in der AMap 5.0 noch nicht dargestellt, hier und in der darauf folgenden SO-Wand-Querung ausreichend Drahtseilsicherungen.

ÜbersichtKartedie Überschreitung im ReliefZunig v. NO (Rotenkogel, südl. Granatspitzgruppe); ganz links der Deferegger Riegel, rechts der Torkogel, das vorgelagerte Trapez ist der Kl. ZunigKl. und Gr. Zunig v.N, vom Lampeterhof 250 Hm oberhalb von Matrei ...... und von WSW, von der Lämperer Westrampe über dem Arnitzkar

Die beherrschende Felsgestalt des Gr. Zunig wird von Kennern für einen der besten Aussichtsberge rund um Matrei gehalten. In Bezug auf die Gipfelform ist er, vom Tal aus betrachtet, einer von vielen, von SW jedoch, von der kleinen, verborgenen Seenhochfläche hinter dem Lämperer, erscheint er absolut unnahbar und erinnert in seiner Wildheit an den Habicht oder gar den Mt. Assiniboine in den kanadischen Rockies. Und genau diese krassen Gegensätze auf engstem Raum - die intime Sanftheit um den Zunigsee, gepaart mit den bizarren Riesenformen aus metamorphen Gesteinen - machen diese ausgedehnte Runde zu etwas Besonderem - zur ultimativen Schnuppertour im Lasörlingkamm. Die vielen Höhenmeter lassen sich durch Direktabstieg vom Zunigtörl und Verzicht aufs Ganitzle leicht verringern, allein der Normalaufstieg von N über die Zunigalm zeigt nicht einmal die halbe Wahrheit ...

Arnitzalm gegen S, zum Talschluss der ArnitzwiesenVolkskunst an einer Hüttenwandim N der Frosnitzkamm, die nördl. Begrenzung des äußeren Virgentales, vom Eichham (links) bis zum Ochsenbug - allesamt wilde Felsberge, sehr selten erstiegen wegen der teils schwierigen Kletterei bei großen Höhenunterschiedenauf den Arnitzwiesen wird Ulli von den ersten Sonnenstrahlen berührt; hinter dem zentralen Felsmassiv des Lämperer versteckt sich quasi in Gipfelhöhe das Seenplateau um den Zunigsee, welches wir von rechts erreichen werdenbeim Anstieg im hinteren Arnitzkar treffen wir auf die ersten Neuschneefelder; dominierend der Gr. Zunig, links hinten der Großglocknervom Hochwinter des Lämperer-Schattens auf die frühlingshafte Westrampeauf der Höhe der Lämpererfelsen, 700 Hm über der Alm; gleich rechts unterhalb ...... der Arnitzsee am Fuß des Deferegger RiegelRonja ist super drauf, kein Wunder bei fünf tollen Touren hintereinanderArnitzsee gegen SW, die kleine Kuppe links der Mitte ist der Stanzling im Lasörling-Hauptkammberauschende Ästhetik auf der Seenplatte; unser nächstes Ziel - das Rottörl in Bildmitteein schmaler, teils versicherter Steig leitet in die Schartejenseits im O über den Tälern von Isel und  Kalser Bach die Schobergruppehier beginnt die große Aufwärtsquerung durch die SO-Flanke des Gr. Zunigbei der Querung wechseln schmale Bänder ...... mit steil abbrechenden Rasenkanzeln; Blick durchs Rottörl nach SW auf den Hauptkamm zwischen Deferegger Riegel und Kreuzberg (rechts)im NO der Rotenkogel (Granatspitzgruppe)über den oberen NO-Grat erreichen wir in Kürze das Gipfelkreuz am Gr. Zunigder markante Gipfel gilt unter Kennern als einer der besten Aussichtsberge Osttirols; im NO Glockner (links) und Schobergruppedie Rast ist verdient, für Ronja gibt's viel zu entdecken, und auch die Großen haben lange zu tun mit dem umfassenden Gipfelpanorama ...im SO das Iseltal mit den Lienzer Dolomitenim O die Schobergruppeim NO trennt der Rotenkogel die Schober- von der Glocknergruppeden Blick nach N präsentieren wir euch weiter unten vom Kl. Zunig; hier nach NW übers Virgentalwnw. reicht die Gipfelkette vom Panargenkamm (links) bis zum Talschluss des Virgentalesim W der erste Teil unseres Anstieges bis zum höchsten Berg der Rieserfernergruppeim SW die bezaubernde Landschaft um den Arnitzsee mit den Villgratner Bergen (Deferegger Alpen)am Übergang zum Kl. Zunig, etwas oberhalb der Zunigschartehier der versprochene Ausblick nach N; durch den Hochgasser (beliebter Schiberg, s. Archiv Schitouren) verläuft der Felbertauerntunnellinks anschließend (NNW) der Frosnitzkamm, der uns schon zu Beginn in seinen Bann gezogen hat; über dem Ort der Zedlacher Urwald mit 600 Jahre alten Lärchender Frosnitzkamm ist so unberührt, dass selbst in der neuen AMap 0.5 noch Irrtümer in der Namensgebung bestehen: Der knapp über 3000 m hohe Hintere Misenok wird dort noch immer als Bretterspitze geführt, die ist in Wahrheit 300 Hm darunter - die kleine Rasenspitze genau in BildmitteRückblick vom letzten Anstieg des Tages: Kl. Zunig, Zunigtörl und -seeUlli am Ganitzle, dahinter Nordgrat und Nordwand des Gr. Zuniguralte Almhütte an der Waldgrenze; Blick gegen WNW; so viele Ziele ...

Gleichsam die Fortsetzungstour, den langen Grat auf den Lasörling, haben wir dann im nächsten Sommer unternommen ...
(27.09.2011)

Iseltrail (Hohe Tauern)

Iseltrail, 650-2500 m

Von der Mündung bis zum Gletschertor.

Lienz bis Iselursprung, Hohe Tauern, Osttirol. Aufstieg 2100 Hm, 73,7 km Traillänge (59 km Flusslänge).

Lienz – Ainet - St. Johann im Walde – Huben – Matrei – Virgen – Prägraten – Hinterbichl – Umbalfälle – Clarahütte – Gletschertor – Hinterbichl – Bus zurück nach Lienz. Die gesamte Strecke wird üblicherweise in 5 Etappen begangen.

ÜbersichtKartemittels solcher Wegtafeln ist der gesamte, fast 75 km lange Trail perfekt ausgeschildertStartpunkt des Trails ist die Sonnenstadt Lienz, hier die Spitalsbrücke mit den Lienzer Dolomiten

Für Weitwanderer stellt der Iseltrail in vielerlei Hinsicht ein besonderes Gustostück dar: Entlang des letzten frei fließenden Gletscherflusses der Ostalpen, des längsten und wasserreichsten Osttirols, durchwandern wir drei Höhenstufen der Vegetation und vier Gebirgsgruppen der Hohen Tauern mit sechs geologischen Gesteinseinheiten. Vom Mündungsfels am Zusammenfluss mit der Drau bis zur Quelle im Eis der Venedigergruppe (Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern) erwarten uns neben beeindruckenden Landschaften Besonderheiten verschiedenster Art, botanische wie kulturelle, aber auch das Abenteuer kommt nicht zu kurz: Die Länge der Hängebrücke über die Iselschlucht entspricht ziemlich genau dem Abgrund unter uns, für Ängstliche gibt es eine harmlose Alternative.
Oft werden die einzelnen Etappen von einer fixen Unterkunft aus mit Busunterstützung angegangen. Wir bevorzugen die Übernachtung auf den Campingplätzen in Ainet, Matrei und Hinterbichl, wo auch für das leibliche Wohl gesorgt ist. In der hochalpinen Region bietet die Clarahütte einen gastlichen Stützpunkt. Falls nur beschränkt Zeit zur Verfügung steht, ist am ehesten die Strecke zwischen Ainet und Huben verzichtbar, da sie über kilometerlange Staubstraßen entlang einer Hochspannungsleitung führt. Dafür werden sich alpinistisch angehauchte Besucher kaum so schnell von der Clarahütte verabschieden können. Sie wird umringt von zahlreichen imposanten 3000ern, wie etwa Rötspitze oder Dreiherrenspitze, welche den Großteil an Wassermassen für die gewaltigen Umbalfälle liefern.
Unser Bericht ist früh im Jahr entstanden, weswegen das Bildmaterial bislang nur die ersten drei Etappen zwischen Lienz und Hinterbichl umfasst. Ergänzung folgt.

keine 15 Gehminuten vom Lienzer Bahnhof mündet die Isel in die Drau - das milchige Wasser verrät dem Fachmann sogleich den Gletscherfluss; gleich jenseits des Draustegs ...... der Mündungsfels, an dem unser Trail beginnt; überragt wird er von der 2904 m hohen Schleinitz, einem Hausberg der Lienzer (s. Archiv)man sollte besser nicht sofort entlang der Isel davonspurten - ein Blick ins Zentrum der entzückenden Stadt lohnt sich in jedem Fall; Hauptplatz mit Liebburgmildes Klima und die herrliche Umrahmung von gleich vier gewaltigen Gebirgsgruppen haben Lienz den Beinamen „Sonnenstadt“ eingebracht; stadtaus am Rechten IselwegLienz ist nicht zuletzt auch Kunststadt: der „Stein der Weisen“ auf dem Gelände des MCI-Campus gleich hinter der Pfarrbrücke, welcher den Einstieg in ein technisches Studium vor Ort ermöglichtauf dem Poetensteig verlassen wir das Stadtgebiet; Blick auf Schloss Bruck und den Hochsteinvon Beginn an ist der Iseltrail mit detailreichen Infotafeln ausgestattet; hier an der Aussichtsplattform Pfisteran der Tagger-Lutz-Brücke beginnt ...... der sogenannte Katzensteig, ...... der gekonnt das hier steile Flussufer überlistetam Rastplatz Iselstrand wird in der Ferne die Venedigergruppe der Hohen Tauern sichtbar, an der wir uns in weiterer Folge nach links gegen Westen dem Hochgebirge zuwenden werdenfeine Rastplätze sind am Iseltrail dicht gesät; voraus die Glanzer BrückeAussichtskanzeln - wie hier gegen die Schobergruppe - ...... und robuste Metallkonstruktionen erleichtern das Überwinden steilerer Uferpassagengleich neben der Schlaitner Brücke bei Ainet befindet sich ein netter Campingplatz, auf dem man auch verköstigt wird - ein perfekter Stopp für Wanderer, welche am Vormittag nach Lienz angereist sind und noch in der zweiten Tageshälfte den Trail in Angriff nehmen wolleneineinhalb Kilometer weiter passieren wir einen kleinen, aber feinen Familienklettergarten der AV-Sektion Lienz (s. Archiv Klettern unter Schlaiten)eine Viertelstunde oberhalb der Isel stürzt der Daberer Wasserfall zu Tal; die Schlucht bietet auch Gelegenheit zum CanyoningWanderstempel in St. Johann im Walde; viele beenden hier die erste Etappe des Trailswir wollen aber heute noch weiter bis Matrei; gleich hinter St. Johann stoßen wir auf einen kleinen See mit ersten Skulpturen am Trailetliche Straßenkilometer weiter mündet das Defereggen- ins Iseltal; auch hier hinten ein kleiner Klettergarten (s. Archiv Klettern unter Schwarzach- und Unterpeischlacher Klamm); ansonsten sehen wir die Strecke zwischen Ainet und Huben als „Durststrecke“ des Iseltrails, auf die man bei Zeitmangel am ehesten verzichten kannab Huben wird es wieder interessanter: noch vor der Kirche und dem Feuerwehrhaus(!) müssen wir auf die andere Iselseite. Vorsicht, der auf den Infotafeln verzeichnete Wegverlauf kann einen falschen Eindruck vermittelnauf dem alten Kohlweg ...... weiter zum Feldner Kataraktder Katarakt aus 1500 m Höhe (vom Kegelstein); von hier geht es merklich steiler als bisher über die Ortschaft Feld (Einkehrmöglichkeit) ...... hinauf ins Talbecken von Matrei, wo wir anderntags gegen Westen ins Virgental abbiegen; das Ziel unseres Trails - die Iselquelle - liegt von hier aus gesehen genau hinter den Malhamspitzen, welche wir übermorgen linksseitig durchs Umbaltal umrunden werdender Iseltrail (die verbleibenden Etappen 3-5) vom Rotenkogel (s. Archiv)frühmorgens an der Zellbrücke bei Matrei in Osttirol; die ersten Sonnenstrahlen erreichen soeben die Gipfel der Granatspitzgruppe, links Nussingkogel und Bretterwand (beide s. Archiv Bergsteigen)auf der Nordseite des Eingangs zum Virgental der Frosnitzkamm mit dem südöstlichsten 3000er der Venedigergruppe, dem Ochsenbug (dessen Überschreitung s. ebenfalls im Archiv)gegen Westen der Blick weiter hinein ins Virgental; der Bergerkogel ist auch im Winter sehr beliebt (s. Archiv Schitouren)wieder wechseln wir das Ufer ...... auf den idyllischen Virgener Auenweg, der einen starken Kontrast ...... zu den sehr selten bestiegenen wilden Gesellen des Frosnitzkamms bildetum Virgen wird das Tal wieder weiter ...... und bietet ausreichend Platz für den „Virgener Skulpturenpark“, ...... den wir am Iseltrail vollständig durchquerenneben modernen Objekten werden hier auch antike Vorbilder neu aufgegriffen, wie etwa Sokrates: „Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden“Osttiroler und renommierte Gastkünstler haben sich hier in einer ehemaligen Säge mit einer Steinbildhauerwerkstatt einen Freiraum geschaffen, ...... in welchem tonnenschwere Steine in kunstvolle Skulpturen verwandelt werden, Natur zu Kunst wird; hier geht's weiter am Iseltrailhinter dem Skulpturenpark müssen wir nahe dem Eingang der Iselschlucht den Fluss verlassen und steigen hinauf zur Ortschaft Welzelach, ...... wo wir uns einem weiteren Höhepunkt des Trails nähern; ängstlichere Gemüter nehmen die kürzere Alternativroute, ...... wir steigen den bei Nässe etwas unangenehmen Waldsteig steil hinunter auf den Grund der Schlucht, ...... überqueren abermals die Isel ...... und erklimmen den Gegenhang rechts hinauf ...... zu einer idyllischen Almwiese mit Blick auf Wunwand und WunspitzeRückblick über die Schlucht auf Welzelach; am jenseitigen Gebirgszug wartet die nächste mehrtägige Wanderung: der Lasörling-Höhenwegnur wenige Schritte weiter ein prominentes Schaustück des Iseltrails: ...... die 86 m lange Hängebrücke über die Iselschluchtdas imposante Bauwerk wurde 2020 errichtet, die Projektkosten beliefen sich auf 500.000 €die Länge der Brücke entspricht in etwa ...... der Tiefe des AbgrundsRückblick auf die Brücke, ...... die wegen der leichten Erreichbarkeit auch für weniger Sportliche ein begehrtes Ziel darstelltwieder auf der Südseite der Isel erhält man einen Eindruck, wie die Landstraße zwischen Virgen und Prägraten die Seitenarme der Schlucht überlistetRückblick auf die Hängebrückeab seiner dritten Etappe sollte man den Iseltrail nicht zu früh im Jahr begehen, da Schnee und Eis auf schmalen Steigabschnitten noch im April Schwierigkeiten bereiten können; Hangquerung aus der oberen Iselschluchtvor Prägraten öffnet sich die Schluchtder Vordere Sajatkopf; die „Prägratner Sonnenplatten“ aus herrlichem Grünschiefer sind ein beliebtes Genussklettergebiet für den mittleren Schwierigkeitsgrad (s. Archiv Klettern)unterhalb der kleinen Ortschaft Bichl verengt sich das Tal und spaltet sich in mehrere Seitentäler aufdie Kapelle St. Crysanth und Sebastian in Hinterbichl; das hier nach Norden abzweigende Dorfer Tal unter Finsterwitzkopf (s. Archiv) und Schlüsselspitze führt hinauf zu Johannishütte und Defregger Haus am Normalanstieg zum Großvenediger (eine großzügige Mehrtagesüberschreitung s. Archiv Schitouren)in Hinterbichl findet sich wieder ein netter Campingplatz, von dem man die letzten beiden Etappen durchs Umbaltal ins Reich der 3000er zur Iselquelle in Angriff nehmen kann; hinten überm Taleinschnitt das Hohe Kreuz, 3159 m, an dem wir rechts vorbei zur Clarahütte marschieren werdendie vierte Trailetappe über die berühmten Umbalfälle ist in der kalten Jahreszeit wegen großer Lawinengefahr meist unbegehbar, ...... weshalb wir die Reststrecke zum Iselursprung so bald wie möglich ergänzen; mehr eisige Eindrücke von den Fällen und den Verhältnissen weiter oben - selbst in schneearmen Wintern - vermittelt unsere winterliche Besteigung der Ogasilspitze (s. Archiv Bergsteigen)
(04.2026)

Literatur: Mair: Am Iseltrail. Vom Mündungsfels zur Quelle im Eis. Lienz: Tourismusverband Osttirol 2024.
Muhar/Michor/Stöhr/Unterlercher: Die Isel. Gletscherfluss in der Kulturlandschaft. Innsbruck: Michael Wagner Verlag 2024.

Kugelkopf (Schobergruppe)

Kugelkopf (Schobergruppe)

Kugelkopf, 2361 m

Frühwinter über dem Oberen Mölltal.

Schobergruppe, Iselsberg, Kärnten. Aufstieg 1000 Hm.

P1 Hof Kaufmann (Zufahrt vom Iselsberg über Penzelberg, 10 km nw. von Winklern, 18 km nö. von Lienz) – bez. Wanderweg Winklerner Viehalm – SO-Kamm - Kugelkopf-Überschreitung - Strassboden - Viehalm.
Einen direkteren, wenngleich teils weglosen Zustieg bietet P2 gleich 400 m hinter der Bergkirche St. Benedikt am Penzelberg: Forststraße in Richtung Winklerner Alm bis zur zweiten Kehre – rechts zur Venezianersäge (ausgeschildert) – unmittelbar danach auf neuer Forststraße links hinauf – man verlässt die steil ansteigende, später flache Straße bei einer deutlichen Verbreiterung auf einem Jagdsteig links aufwärts durch den gangbar gemachten Windwurf und erreicht so den Unterauernig Kaser – links davon auf Steigspuren bzw. weglos gerade hinauf durch den Schlag, weiter oben eher rechts haltend zu weiteren Schupfen und auf begrünten Waldgassen gerade hinauf zur Verbindungsstraße zwischen den Winklerner Almen (Lecktratten) und gleich darauf zur Viehalm.

ÜbersichtKarte; rechts der markierte Aufstieg zur Viehalm vom Kaufmann, dunkler der direktere, teils weglose Anstieg mit der Überschreitung und dem alternativen längeren Abstieg über die Forststraßender Kugelkopf im Südostauslauf der Schobergruppe ist neben der bis zu 1000 m höheren Prominenz wahrlich keine imposante Erscheinung; dennoch umweht uns auf dieser Schneeschnuppertour richtig alpines Flair - inklusive „Gipfeleisfeld“, „Biancograt“ und leichter Klettereihier etwas näher von Süden (Stronachkogel)

Um uns mit dem ersten Schnee vertraut zu machen und Anregungen für die kommenden Schitourensaisonen zu holen, haben wir uns zu den abgelegenen, aber traumhaften Karen zwischen Strasskopf und Törlkopf aufgemacht. Auf einer kaum begangenen Himmelstreppe zwischen Strassboden und Rossbichlboden sind wir auf einen alpin angehauchten Leckerbissen gestoßen, samt Gipfeleisfeld und Biancograt en miniature, und haben erkannt, dass die winterliche Schobergruppe gar nicht so weit vom Himalaya entfernt ist.
Der Kugelkopf ist besonders in schneearmen Wintern, wo die Tourenschi besser zu Hause bleiben, eine lohnende Unternehmung, die trotz der relativ geringen Höhe ein gesundes Maß an Umsicht erfordert. Das eingeschneite Gelände oberhalb der Viehalm ist nicht nach jedermanns Geschmack - technisch zwar nicht schwierig, mit seinen verborgenen Löchern zwischen eingeschneiten Felsen und niedrigem Bewuchs ist aber trittsicheres, behutsames Steigen gefragt. Auf der Gratüberschreitung vom Vorgipfel (großer Steinmann) über den Hauptgipfel hinweg in Richtung Winkelkopf stellenweise leichte Kletterei (I-II). Wundert Euch nicht über die unterschiedlichen Schneelagen - die folgenden Bilder sind die Ausbeute dreier Begehungen bei diversen Schnee- und Wetterlage im Zeitraum zwischen 2023 und 2026.
Etwas höhere Anforderungen stellt der benachbarte Parallelgrat über die Türme der Garnitzen jenseits des Rossbichlbodens.

Ausgangspunkt ist das Gehöft Kaufmann, 500 m über dem Boden des oberen Mölltals, darüber der Zellinkopf mit seinen Trabanten (Goldberggruppe, s. Archiv)der Zustieg vom Kaufmann ist ein Spaziergang zwischen den Jahreszeiten; Blick auf den Iselsberg zwischen Kärntner Möll- und Osttiroler Drautalnach kaum 300 Hm häufen sich die Schnitzereien am Wegesrandhinter den herbstlichen Lärchen die Lienzer Dolomitenbald ist das Bergatelier des Schnitzers aufgestöbert - inklusive steif gefrorener Hängematte für schöpferische Pausenauf der Winklerner Viehalm wird's Zeit für die Handschuhe; darüber der Strasskopf, ein beliebter Schibergfür den alternativen Direktanstieg zur Viehalm starten wir bereits 400 m nach der Filialkirche Penzelberg (1765), die dem Hl. Benedikt geweiht ist; der Penzelberg gehört zu den ältesten besiedelten Gebieten im Oberen Mölltal, schon vor dem 10. Jahrhundert soll dort ein Gotteshaus gestanden seinüber die Forststraße zur Venezianersäge und einen feinen Steig durch den Windwurf erreichen wir den Unterauernig Kaser und weiter über einen großen Schlag und begrünte Waldgassen ...... den Verbindungsweg zwischen den Winklerner Almen ...... und mit wenigen Schritten die Winklerner Viehalm unterm Kugelkopf; heute mit von der Partie Reinhold vom ÖTK-Dölsachüber der Alm die zentralen Lienzer Dolomiten von der Keilspitze bis zum Eisenschuss (rechts hinten)der Strasskopf wirft noch mächtige Schattenrechts davon der weiträumige Strassboden; die Windfahnen zeugen von starkem Wind in den Hochlagenhinauf zum Fuß der Südflankebei der geringen Schneelage bleiben die Schi besser zu Hausein der Südflanke knapp unterm Kamm, darunter der Rossbichlboden und die netten Garnitzentürme (s. Archiv)vor der ersten Kuppe im Gipfelgrat - bei ruhiger Witterung im November 2023 ...... und in Begleitung oftmals wiederkehrender Minitornados im Jänner 2026die kurze Stufe vor dem Gipfel ...... will Ulli bei Schönwetter direkt erobern, ...... bei Sturm mogeln wir uns lieber rechts vorbeiReinhold kurz unterm Vorgipfelder Steinmann am Vorgipfeldie Gipfelschau beginnen wir im Süden: Strassboden mit Strasskopf, dahinter Drautal und Lienzer Dolomitendie Senke zwischen Strasskopf und Großboden bildet ein Fenster zur Schleinitz mit ihrem netten Klettersteig (s. Archiv)gegen Nordwest die Fortsetzung des Seichenkopfkammsdaran anschließend der Rossbichlboden mit Kuhleitenkopf und dem Klettergrat der Garnitzenjenseits des Mölltals warten fantastische Unternehmungen in den Goldbergen (Eckkopf s. Archiv Schitouren)mit einem Schwenk über Osten ...... schließt sich der Kreis2023 machen wir uns an den Abstieg zurück in die Farben des Herbstesnach dem „Biancograt“ stapfen wir gemütlich das „Gipfeleisfeld“ hinunterauch beim heutigen Sturm verzichten wir auf die an sich leichte Gratkletterei hinüber zum Hauptgipfeleine Woche früher haben wir aber ganz andere Verhältnisse vorgefunden, der Grat war stellenweise sogar schneefrei; Erich beim kleinen Kreuz auf dem Weg zum höchsten PunktUlli überlistet den letzten Gipfelaufschwung, hinter ihr Kreuz und VorgipfelAbstieg vom höchsten Punkt über den NW-Gratder Grat wird bald breiter und mündet in den flachen Sattel vor dem Winkelkopfan geeigneter Stelle kann man bereits vor dem Sattel links hinunter ...... auf den weiträumigen Strassboden und problemlos zur Viehalm absteigen
(01.2026)

Baekundae (Bukhansan Nationalpark, Seoul/Südkorea-Pilotbericht)

Baekundae, 836 m

Fernöstlicher Klettersteig auf den höchsten Granitzapfen über Seoul.

Bukhansan Nationalpark, Seoul, Südkorea. Aufstieg insgesamt 900 Hm.

Reiseinfos - Baekundae - weitere Touren in Südkorea

Südkorea ist ein bei uns weitgehend unbekanntes, faszinierendes Reiseland. Nur in den Großstädten und an wenigen Hotspots trifft man vor allem chinesische und japanische Touristen, westliche Individualreisende scheuen sich offenbar noch vor Sprachbarrieren und Orientierungsschwierigkeiten in dieser fremdartigen Welt - zu Unrecht, wie wir bald sehen werden. Auf keinen Fall schadet es, einen Blick auf das koreanische Alphabet zu werfen: Hangeul, eine der genialsten Schriftformen der Welt, schaut auf den ersten Blick irrsinnig kompliziert aus und ist dabei in wenigen Stunden erlernbar. Mit ein bisschen Improvisationstalent lassen sich überdies die zwei Haupthindernisse bei Exkursionen ins exotische Hinterland locker entschärfen:
- Abseits der hoch technisierten Metropolen sind Einheimische mit Englischkenntnissen noch immer nicht leicht zu finden.
- Leute, die nicht unbedingt scharf sind auf Fisch und Meeresfrüchte, werden etliche Kilo im Fernen Osten lassen. Besonders in Küstenregionen und auf den Inseln leben die Menschen vom Meer, auf den Tellern finden sich teils wirklich wilde Dinge, die nichts mit europäischen Fischgerichten alla „Scholle gebacken“ gemein haben.
Alle weiteren Bedenken sind eigentlich grundlos. Die Koreaner, bezüglich Rasse und Sprache in keiner Weise mit den beiden mächtigen Nachbarn verwandt, sind ein äußerst hilfsbereites, freundliches Volk. Steht ein ratlos wirkender Fremder an der Straße, wird ihm sogleich Hilfe angeboten - in Wien, München oder Zürich in solcher Form undenkbar. Man wird in diesem Land kaum jemals beklaut oder sonst in irgendeiner Form übervorteilt. Hotelpersonal, Autovermieter oder Händler geben oft gegen eigene Geschäftsinteressen Tipps bezüglich günstigerer Optionen für den Kunden. Trinkgelder sind nicht üblich.
Diese Ehrlichkeit, angeborener Fleiß und eine gewisse nachahmenswerte Klarheit der politischen Entscheidungsträger haben den unfassbaren Wirtschaftsaufschwung des kleinen, bedrängten Landes innerhalb einer kurzen Zeitspanne ermöglicht. Die Infrastruktur ist in jeder Hinsicht vorbildlich ausgebaut, das Preisniveau entspricht etwa unserem, einzelne Dienstleistungen wie etwa Taxifahrten (bei überschaubaren Unternehmungen dem Mietwagen oft vorzuziehen!), Grundnahrungsmittel oder Eintrittskarten sind viel günstiger. Alles in allem ein perfektes Reiseland mit viel Natur, ländlicher Idylle, hervorragenden Kulturschätzen, herrlichen Küstenlandschaften mit 3000 Inseln, von spektakulären Granitadern durchzogenes Waldgebirge - aber auch hektische Millionenstädte, die im Großraum Seoul (neben Tokio) mit 35 Millionen Menschen den weltweit größten Ballungsraum stellen. Hier eröffnet sich für uns als Bergmenschen auch die bizarrste Kluft dieses unglaublichen Landes: Einerseits pilgern fröhliche, bestens ausgerüstete Heerscharen von Wanderern und Kletterern mit der U-Bahn zu den Eingängen des mitten im urbanen Hexenkessel gelegenen Bukhansan (Nordberg) Nationalparks mit seinen endlosen Waldkämmen und Granitkuppeln, andererseits werden die Kinder in einem abstrusen, mehrgleisigen Schulsystem bis tief in die Nacht von Nachhilfelehrer zu Nachhilfelehrer gekarrt (PISA Nummer 1, Selbstmordrate seit 2008 extrem steigend), wird die Bevölkerung von einer für uns (noch) unvorstellbaren Werbemaschinerie zu exzessivem Konsum erzogen. Uns erscheint diese Bedrohung mittelfristig noch krasser als jene, welche vom unberechenbaren nördlichen Nachbarn ausgeht.

Übersicht Korea Übersicht SeoulBlick von N auf Downtown Seoul und den Namsan (Südberg) mit seinem Aussichtsturmgekonnter Spagat zwischen Moderne und Tradition: Vom Hotelfenster erhaschen wir durch die Schlucht zwischen zwei Bürohochhäusern einen Blick auf die Wachablöse am Palast der Strahlenden Glückseligkeittägliche Qual der Wahl in Seoul: kulturelles Sightseeing oder rauf auf die Granitzapfen gleich dahinter? - Eingang zum Gyeongbokgungtief vergraben in den Schluchten der Metropole: der Tempel Jogyesa im festlichen Lampionschmuckeiner der unüberschaubaren Märkte in der Nähe des Osttores

Baekundae

Sanseong(Bergfestung)-Eingang an der W-Seite des Nationalparks, vom Zentrum Seouls mit der U3 nach Gupabal (Station 320), dann 10 min mit Bus oder Taxi; im kleinen Tal haufenweise Sportausrüster, kleines Nationalparkbüro mit Wanderkarten (die beste ist die koreanische für 2000 Won, knapp 1,5 €)- den Graben nach O über die beiden Tempel Borisa und Daedongsa zum höchsten Tor des Befestigungswalls in der Scharte zwischen Baekundae und Mangyeongdae – versicherte Steiganlage (A) durch die SO-Flanke (Klettergarten rechts des Steiges auf ca. 750 m) auf den Baekundae – zurück zur Scharte – W-Flankenquerung des Mangyeongdae in den Nojeokbongsattel – hinter dem Yongambong beginnt der durchgehende historische Befestigungswall am Kammrücken mit weiteren Gipfeln (Sidanbong, Deonjangbong, beide ca. 600 m) und Toren, vom dritten Tor (Bogunmun) Abstieg durch den Graben nach Seongbuk, Bus 1113 zur U4 Station Gireum (417).

lange Zähne vom Hoteldach: Gleich hinterm Zentrum erstreckt sich der Bukhansan Nationalpark; von der kleinen Kuppe des Bugaksan aus versuchte 1968 ein nordkoreanisches Kommando die Erstürmung des unterhalb gelegenen Präsidentenpalastes und die Ermordung des damaligen Staatsoberhauptes; in Bildmitte das Südmassiv, der Baekundae versteckt sich dahinterKarteunser Gipfelaufstieg im Zentralmassiv des Bukhansan Nationalparks; der benachbarte Insubong hält laut Lonely Planet für Kletterer einige der besten Mehrseillängenrouten Asiens bereit

Der Bukhansan ist einer von 20 koreanischen Nationalparks, mit drei fotogenen Hauptmassiven eigentlich riesig in seinen Ausmaßen, dennoch nach allen Seiten umgeben von vielgeschossigen Wohntürmen, die aufgrund der Entfernung allerdings nur bei sehr klarem Wetter sichtbar sind. Die vorgestellte Wanderung mit leichter Klettersteigeinlage ist nur eine von Hunderten im Stadtgebiet, hat aber dennoch eine Sonderstellung: Der höchste Berg des Parks ist gleichzeitig einer der eindrucksvollsten, der Rückweg Richtung Zentrum führt über weite Strecken auf einer historischen, jüngst renovierten Bergfestungsanlage, gleichsam auf und neben einer „Koreanischen Mauer“.
Erich und John haben die Tour schon einmal in den frühen 90er-Jahren unternommen. Am Berg hat sich seither nicht viel verändert; die Versicherungen am Klettersteig wurden erneuert, eine Kletterszene hat sich etabliert, bedauerlicherweise sind am Ausklang der Tour die kleinen Imbissbuden längs des Baches verschwunden - die Großstadt hat sich ohne viel Aufhebens in das einstmals verträumte Waldtal gedrängt.

mit der U-Bahn geht's hinaus zu den einzelnen ParkeingängenUlli und Ronja am Sansong (=Bergfestung) Parkeingangein Stelldichein aller bekannten Bergausrüster: Koreanische Bergsteiger pflegen sich auch bereits auf niedlichen Wanderungen steigeisenfest zu stylenmit von der Partie John, der mit Erich bereits vor über 20 Jahren auf diesem Berg wardurch einen romantischen Waldgraben ...... geht es zum Borisa (die Nachsilbe -sa bedeutet Tempel); im gesamten Park stößt man auf zahlreiche weitere Tempel und Pavillonslaut Guinness Buch der Rekorde ist Bukhansan der meistbesuchte Nationalpark weltweit; dennoch finden sich hier über 1300 verschiedene Pflanzen- und Tierartenan allen exponierteren Stellen helfen Versicherungen weiterunter der südseitigen Gipfelwand des Baekundae; wir steigen von rechts auf die Spitzedas höchstgelegene Tor der Bergfestung in der Scharte zwischen Baekundae und Mangyeongdae aus dem Jahr 1711aus der Scharte entlang der Mauer ...... an die SO-Wand des BergesBlick nach S auf den zerklüfteten Mangyeongdaevor den mauerglatten Gipfelfelsen endet die Befestigungsanlagewenige Meter dahinter ein Kletterkursherrlich griffiger Traumgranit im Klettergarten am Südostwandfußunser Steig nützt die Schwachstellen des Gipfelaufbausein luftiger Quergang führt auf die Ostseite, dahinter der berühmte Kletterberg InsubongTiefblick in die Nordseiteder Insubong, ganz hinten das NO-Massiv mit dem Dobongsanknapp unter dem Gipfel; Ronja schließt Freundschaft mit einem koreanischen Bergsteigeram höchsten PunktGipfelblick nach S mit unserem Weiterweg auf dem First des Nationalparksdas Yongamtor auf dem Kammscheitelin den letzten Jahren wurden Teile des acht Kilometer langen Walles mustergültig saniert; Rückblick auf den Mangyeongdae, rechts hinten der Insubongdirekt auf der Kammlinie ...... marschieren wir zurück in die Stadt; hier das Daedongtorschon in Reichweite des Häusermeeres haben wir noch einmal die Wahl zwischen einer versicherten Überschreitung und dem Schnellabstieg ins Talan der Grenze von Park und Stadt eine koreanische Eigenheit: Schuhreinigung mittels Druckluftpistolen
(10.06.2014)

Literatur: Rau: Reise-Handbuch Südkorea. Ostfildern: DuMont 2013.

Weitere Touren in Südkorea:

Busan - Stadtrunde mit Geumjeongsan
Hallasan (höchster Berg Südkoreas, Jeju-do)
Jaunbong (Dobongsan, Bukhansan-Nationalpark, Seoul)
Seonginbong-Überschreitung und Haengnam Küstenweg (Ulleung-do)
Taebaeksan - Draisinenwanderung (Gangwon-do)

  1. Teide Nationalpark (Teneriffa-Pilotbericht, Kanarische Inseln/Spanien)
  2. La Palma - rund um die Insel (Pilotbericht, Kanarische Inseln/Spanien)
  3. Mallos de Riglos, „Camino del Cielo“ (Westl. Vorpyrenäen, Aragón/Spanien-Pilotbericht)
  4. Knivskjellodden (Nordkap/Norwegen-Pilotbericht)
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